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OpenAI verschiebt Börsengang: „Es ist inakzeptabel, ein zehnprozentiges Risiko einzugehen, dass die Menschheit ausgelöscht wird“

Sam Altman
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OpenAI verschiebt den Börsengang, Altman spricht von zehn Prozent Auslöschungsrisiko. Doch schwache Zahlen könnten der wahre Grund sein.

Zehn Prozent Risiko, dass Künstliche Intelligenz die Menschheit bis Ende des Jahrzehnts auslöscht. Im Interview mit dem Magazin Fortune kommentiert OpenAI-Chef Sam Altman eine genannte Zehn-Prozent-Schätzung und bezeichnet ein solches Risiko als inakzeptabel, ohne die Zahl als eigene feste Einschätzung zu übernehmen.

Gleichzeitig verschiebt sein Unternehmen den lange erwarteten Börsengang, angeblich aus genau diesem Sicherheitsgedanken heraus. Nur passt das Timing schlecht zu den eigentlichen Zahlen des Unternehmens. Die Debatte um Risiko, Tempo und Regulierung reicht inzwischen weit über OpenAI hinaus, bis in die Chefetagen der Konkurrenz und ins Weiße Haus.

Altmans Zehn-Prozent-Aussage

„Ich glaube, es ist inakzeptabel, ein zehnprozentiges Risiko einzugehen, dass bis zum Ende des Jahrzehnts die Menschheit ausgelöscht wird; selbstverständlich“, sagte Altman laut Spiegel. Auf Nachfrage der Fortune-Journalistin Alyson Shontell, ob diese Zahl zutreffend sei, ruderte er zurück: Nein, das glaube er weiterhin nicht. Ob es nun zehn, acht oder sechs Prozent seien, ändere aber nichts an der Verantwortung, die sein Unternehmen trage. Egos, Gewinnstreben oder sonstige Interessen dürften diesem Ziel nicht im Weg stehen, so Altman weiter. Diese Aussage steht nicht im luftleeren Raum. Laut Spiegel hatte in derselben Woche ein KI-Forscher bei Anthropic gekündigt, der zuvor auch für OpenAI gearbeitet hatte.

Er warnte öffentlich, beide Unternehmen würden „mit unserem Leben spielen“. Sie selbst glaubten intern daran, dass KI die Menschheit bis zum Ende des Jahrzehnts auslöschen könnte. Genau in diesem Klima fiel Altmans Interview, in dem er die Zahl relativierte, ohne sie zu verwerfen. Einen Börsengang für 2026 schließt Altman laut Tagesschau aus. Auf die Nachfrage, ob damit auch ein Börsengang im kommenden Jahr ausgeschlossen sei, antwortete er knapp: „Ich würde sagen, nicht 2026.“ „Bei allem, was gerade mit Blick auf die Sicherheit passiert, wäre ein Börsenstart aktuell unklug“, so Altman laut Spiegel. Der Spiegel ordnet den Schritt allerdings ein: Erwartet worden sei die Verschiebung schon seit Wochen, allerdings wegen schwacher Unternehmenszahlen, nicht wegen Sicherheitsbedenken.

Die Branche will sich selbst bremsen

Parallel formiert sich eine seltene Einigkeit unter KI-Chefs. Anthropic-Chef Dario Amodei fordert laut Süddeutscher Zeitung, das Entwicklungstempo bei KI-Modellen zu drosseln: „Wir müssen das Tempo verlangsamen, mit dem wir die Fähigkeiten von KI-Modellen verbessern.“ Die gewonnene Zeit müsse man sinnvoll nutzen, um Risiken zu beherrschen. Laut Deutschlandfunk warnte Amodei auf der Plattform X sogar, KI könnte binnen sechs bis zwölf Monaten das gesamte Internet übernehmen und Schäden in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar verursachen. Auf seiner persönlichen Webseite schrieb Amodei laut Tagesschau, eine zu schnelle Entwicklung sei leichtsinnig. Er kündigte zudem an, unabhängige Prüfer in sein Unternehmen hereinzulassen, um die Sicherheitsversprechen überprüfbar zu machen.

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.