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Rheinmetall: Fünfte Gewinnwarnung in elf Monaten erschüttert Anleger

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Rheinmetall senkt seine Jahresprognose erneut, die Aktie bricht um bis zu 17 Prozent ein. Grund ist die verschobene Auftragsvergabe beim Projekt Arminius.

Rheinmetall hat seine Umsatzprognose für 2026 zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten gesenkt. Am Donnerstag brach die Aktie zeitweise um bis zu 17 Prozent ein. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern rechnet nun mit einem Umsatz von rund 13,2 Mrd. Euro, nachdem zuvor 13,7 bis 14,2 Mrd. Euro angepeilt waren. Auch die operative Marge wurde von rund 19 auf rund 18,5 Prozent zurückgenommen, demnach. Grund ist die verzögerte Auftragsvergabe beim Projekt Arminius, mit der 2026 nicht mehr zu rechnen sei, wie es in der Ad-hoc-Mitteilung vom 4. November heißt.

Arminius verschiebt sich ins neue Jahr

Die Verzögerung betrifft nicht nur ein einzelnes Programm. Neben Arminius verschieben sich demnach auch die Abnahme von Artilleriemunitions-Produktionslosen sowie Teile der erwarteten Umsätze aus der Zusammenarbeit mit dem niederländischen Unternehmen Destinus ins kommende Jahr. Die mit Arminius verbundenen Anzahlungen und Umsatzbeiträge fehlen damit im laufenden Geschäftsjahr.

Morningstar-Analystin Loredana Muharremi bezeichnete das Programm als „den großen positiven Katalysator“ für das Jahresende, hielt es demnach aber noch für zu früh, ihre Fair-Value-Schätzung anzupassen. Die Rheinmetall-Aktie hat in diesem Jahr bereits mehr als 47 Prozent an Wert verloren und damit einen Teil der Gewinne aus der vorangegangenen Rallye wieder abgegeben.

Fünfte Warnung binnen elf Monaten

Für Anleger ist die Häufigkeit das eigentliche Problem. JPMorgan-Analyst David Perry senkte sein Kursziel von 1.350 auf 1.150 Euro, nachdem Rheinmetall nach seiner Zählung innerhalb von elf Monaten bereits zum fünften Mal eine Umsatz- oder Gewinnwarnung veröffentlicht hat, demnach.

Perry sieht wachsende Unsicherheit bei den langfristigen Umsatzaussichten im Bereich Landsysteme und hält die seit Oktober 2024 angekündigten Gemeinschaftsunternehmen für wohl unrealistisch angesetzt. Er beließ seine Einstufung bei „Neutral“ mit „Negative Catalyst Watch“. Jefferies-Analystin Chloe Lemarie behielt dagegen die Kaufempfehlung und das Kursziel von 1.350 Euro bei, nannte das Ausmaß der Prognosesenkung aber überraschend.

Operatives Geschäft wächst trotzdem

Die Zahlen selbst widersprechen dem Krisenbild zum Teil. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn stieg im dritten Quartal von 152 auf 296 Mio. Euro und übertraf die Konsensschätzung von FactSet, demnach. Der Umsatz kletterte von 2,31 auf 3,15 Mrd. Euro, blieb damit aber unter der Erwartung von 3,23 Mrd. Das operative Ergebnis legte um 62 Prozent auf 553 Mio. Euro zu, die operative Marge verbesserte sich von 14,8 auf 17,5 Prozent.

In den ersten neun Monaten erzielte Rheinmetall ein operatives Rekordergebnis von 1,34 Mrd. Euro nach 795 Mio. Euro im Vorjahr, bei einem Umsatzplus von 38 Prozent auf 8,38 Mrd. Auf dem Kapitalmarkttag am 27. November dürfte der Konzern laut Perry auch seine Ziele für 2030 nach unten anpassen.

Auf einen Blick

  • Rheinmetall senkte seine Umsatzprognose für 2026 auf rund 13,2 Mrd. Euro, die Aktie brach zeitweise um bis zu 17 Prozent ein.
  • Verantwortlich ist die verzögerte Auftragsvergabe beim Projekt Arminius, deren Umsatzbeiträge sich ins kommende Jahr verschieben.
  • JPMorgan-Analyst David Perry zählte bereits die fünfte Umsatz- oder Gewinnwarnung innerhalb von elf Monaten und senkte sein Kursziel auf 1.150 Euro.
  • Trotz der Prognosesenkung stieg der Nettogewinn im dritten Quartal auf 296 Mio. Euro und der operative Neunmonatsgewinn erreichte ein Rekordniveau von 1,34 Mrd. Euro.

Quellen: Handelsblatt, Global, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelte er mit seinem Team den VIPS – Value & Impact Publishing Service und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.