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Rocken wir die Mobilitätswende! 

Öffentliche Verkehrsmittel
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Lesezeit7 Min · 1.493 Wörter

In einer Welt, in der Städte immer größer und die Verkehrsprobleme immer drängender werden, stehen wir vor der Herausforderung, die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Wie können wir unsere urbanen Dschungel in grüne Mobilitätshotspots verwandeln und dabei den täglichen Autowahnsinn minimieren? Susie von den Stemmen teilt ihre Einblicke in innovative Projekte, flexible Verkehrskonzepte und die Rolle von Seilbahnen in unseren Städten. Lassen Sie uns gemeinsam erkunden, wie wir den ÖPNV so attraktiv machen, dass wirklich jeder einsteigen will, und wie wir die nächste Generation für nachhaltige Mobilität begeistern können. Hier ein Gespräch mit Prof. Harry Wagner, Professor für Intermodale Mobilität und Künstliche Intelligenz an der TH Ingolstadt sowie Mitgründer und Geschäftsführer der FMS Future Mobility Solutions GmbH. 

Megastädte der Zukunft: Wie rocken wir die Mobilitätswende in unseren urbanen Dschungeln? 

Welche coolen Projekte könnten unsere Städte in echte Green-Mobility-Hotspots verwandeln, ohne dass der tägliche Autowahnsinn komplett entfällt? 

Die Projekte müssen gar nicht immer ultra-cool sein; es wäre schon ein guter erster Schritt die aktuellen ÖPNV-Angebote zu erweitern und sie besser digital zu integrieren. Darüber hinaus lohnt der Blick in die Ebene +1. Da wird viel von Passagierdrohnen gesprochen, die allerdings nur wenige Passagiere befördern können, und damit wenig Entlastung bringen. Viel ökologischer wären hier beispielsweise Seilbahnen, die sind nachhaltig, reduzieren die Flächenversiegelung und haben eine relativ hohe Beförderungskapazität. 

Intermodale What?! Wie mixt man Bus, Bahn und Seilbahn zu einem superflexiblen Verkehrscocktail? 

Gibt’s Städte, die diesen Verkehrsmix schon draufhaben und als Vorbild dienen könnten? 

Intermodal ist eine Reise immer dann, wenn ich für meine Strecke von A nach B mehr als ein Verkehrsmittel wähle, also zum Beispiel das Fahrrad und den Bus. Was nicht reicht wäre mit dem Aufzug in die Tiefgarage zu fahren und dann mit dem Auto zur Arbeit. 

Der superflexible Cocktail entsteht dann, wenn ich mein Rad oder meinen E-Scooter standardmäßig mit dem Bus transportieren kann oder wenn an sogenannten Mobility Hubs alle Verkehrsmodi vorhanden sind: der Bus, die Tram, das Taxi, das Bike-Sharing, der E-Scooter, auch die Parkplätze für Autos und vielleicht auch die Seilbahn. 

Die großen Metropolen in den skandinavischen Ländern dienen als Anschauungsobjekt- Helsinki und Oslo setzen das super um. 

Seilbahnen in der City: Urbaner Höhenflug oder nur heiße Luft? 

Was sind die echten Gamechanger, wenn wir Seilbahnen zwischen Hochhäusern spannen, und wo lauern die Tücken?

Zwischen Hochhäuser zu spannen ist wahrscheinlich technisch schwierig, es braucht meist Stützen. Ein Gamechanger ist die Seilbahn, weil sie kontinuierlich fährt, ohne Wartezeit. Sie kann 5000 Personen pro Stunde befördern und erweitert die Infrastrukturkapazität gerade in Städten, weil sie nicht auf die Kapazität auf der Straße zugreift, sondern in die Ebene darüber geht. Sie ist elektrisch, also nachhaltig und darüber hinaus auch sicherer als die meisten anderen Verkehrsmittel. Die Tücken lauern in der gesellschaftlichen Akzeptanz. Seilbahnen sollten privat bewohnte Gebiete nicht überqueren, der Blick in den Garten wäre derzeit noch ein No-Go. Zudem muss die Seilbahn in den ÖPNV integriert sein, so dass ich mit dem Busticket auch die Seilbahn nutzen kann.  

Mitglieder des Coal2Cable-Konsortiums: Herr Keller von der Stadt Mücheln, Tamara Beschler von der THI Technische Hochschule Ingolstadt und Raphael Schmidt von der FMS mit Prof. Harry Wagner bei der Cable Car World in Essen.

ÖPNV 2.0: Wie pimpen wir Bus und Bahn, dass wirklich jeder einsteigen will? 

Welche abgefahrenen Ideen und finanziellen Boosts braucht es, damit der ÖPNV zur First Choice wird? 

Immer wenn etwas einfacher oder bequemer ist, tendieren wir Menschen dazu es auch zu akzeptieren. Wenn ich erkenne: Der Bus bringt mich heute einfacher und schneller ans Ziel, dann lasse ich auch mal das Auto stehen. Also braucht es bessere Taktungen, mehr Linien, kürzere Strecken, vielleicht ergänzend auch On-Demand-Shuttles, die mich direkt von meinem Ausgangspunkt zu meinem Ziel bringen. Der ÖPNV muss sein Angebotsspektrum deutlich erweitern, sonst bleibt die Mobilitätswende ein Buzzword. Das kostet Geld, aber eines muss jedem klar sein: Klimaneutralität und Mobilitätswende gibt es nicht gratis. Außerdem wünsche ich mir, dass ich überall mit einer App den ÖPNV nutzen kann, also mit meiner Berlin-App möchte ich auch in Köln den ÖPNV nutzen. Ich kann ja mit meiner Lufthansa-App auch Flüge anderer Allianz-Partner in anderen Ländern buchen. Solche Allianzen braucht es auch im ÖPNV. 

Das Non-plus-ultra wäre kostenfreier ÖPNV, zumindest für Kinder und Jugendliche. Wie sollen die denn lernen, dass ÖPNV gut ist, wenn sie von klein auf im Auto sitzen? 

Kleine Verkehrshelden: Wie machen wir Kids und Teens zu ÖPNV-Fans?

Welche Aktionen und Programme könnten dafür sorgen, dass die nächste Generation öffentlicher Nahverkehr total angesagt findet? 

Für diese Zielgruppe sollte der ÖPNV kostenfrei sein. Nicht nur in der Heimatstadt, sondern in ganz Deutschland. Quasi ein kostenfreies Deutschland-Ticket für alle Kinder und Jugendliche. In Bayern kann zum Beispiel ein Student ein Deutschland-Ticket für 29 Euro im Monat erwerben, während Schüler 49 Euro zahlen – wie kann das sein?  

Autos von morgen: Was bleibt vom König der Straße in der Stadt der Zukunft?

Werden Autos nur noch etwas für nostalgische Oldtimer-Fans oder bleibt der PKW weiterhin ein Key Player? 

Alle Verkehrsmodi haben ihre Daseinsberechtigung. Und es gibt für alle auch entsprechende Anwendungsfelder. Ich glaube an einen Technologie-Mix, also ein „Miteinander“ von Verbrenner, E-Mobilität, Wasserstoff. Wir sollten uns mehr nach den Bedürfnissen der Menschen richten und aufhören mit der „Verbots- und Verteufelungs-Politik“. Die Menschen wollen Alternativen in der Mobilität, nicht Verbote. 

Hightech statt Staufrust: Wie bringt KI unser Verkehrschaos in den Griff? 

Welche futuristischen Projekte oder Technologien sind schon am Start, um den täglichen Verkehrsinfarkt zu verhindern?

Gar nicht. KI kann ein wertvoller Unterstützer auf dem Weg zu neuer und nachhaltiger Mobilität sein. Aber am Ende des Tages braucht es alternative Angebote und Dienstleistungen, um das Mindset der Menschen zu verändern. Da kann KI helfen, aber nicht lösen. 

Es braucht auch nicht immer das ultimativ futuristische Projekt. Am Ende ist die Rechnung ganz einfach: Wir haben eine Verkehrskapazität, die nicht unendlich ausgebaut werden kann. Gleichzeitig haben wir immer mehr Bedarf. Das heißt, es muss gelingen mit der vorhandenen Kapazität die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Wenn jeder weiterhin alleine in einem Auto sitzt, wird sich an der Situation nicht viel ändern – auch nicht, wenn das Auto elektrifiziert ist oder autonom fährt. Ein autonomer Shuttler, der mich daheim abholt, auf dem Weg vielleicht noch 5-6 Personen abholt und mich genau dort absetzt, wo ich hin will, hilft schon viel mehr. Und dauert auch nicht länger, weil ich die Zeit zum parken spare.  

Weg mit dem Blech: Wie kriegen wir die Leute aus den Autos, ohne ihre Flexibilität zu killen? 

Kann Car-Sharing, autonomes Fahren und Co. wirklich den Individualverkehr revolutionieren? 

Wer vom privaten PKW auf Carsharing umsteigt oder ein autonomes Fahrzeug verwendet, der bewegt sich weiterhin individual und ändert nichts am Modal Split, sprich dadurch wird der Individualverkehr nicht reduziert und der Stau nicht weniger. Wir reduzieren Individualverkehr nur mit guten Konzepten des Kollektivverkehrs. Das wären dann eben besagte autonome Shuttles, die auch als Mischform aus Individual- und Kollektivverkehr gesehen werden können. Sie befördern mich individuell, indem sie mich daheim abholen und vor der Arbeit aussteigen lassen. Sie sind aber auch kollektiv, weil im Shuttle andere Personen mitfahren. 

Highway to Green: Wie passen neue Autobahnen in den Plan für eine nachhaltige Mobilitätszukunft? 

Gibt’s ein cleveres Modell, das den Ausbau von Straßen und umweltfreundlicher Mobilität unter einen Hut bringt? 

Grundsätzlich erst mal gar nicht. Wobei das nicht heißt, dass ich mich gegen den Ausbau oder den Bau von Autobahnen ausspreche. Wir dürfen den Individualverkehr weder verteufeln noch vernachlässigen. Intelligente Mobilität funktioniert, wenn alle Formen im Einklang miteinander sind. Es braucht weiterhin Investitionen und die Infrastruktur wie Autobahnen. Aber es braucht sehr viel mehr Investition in den ÖPNV. 2024 werden in Deutschland 12,8 Mrd. Euro in den Straßenverkehr investiert, nur 9,4 in den ÖPNV. 

Globale Vorbilder: Wer zeigt uns, wie die Mobilitätswende wirklich klappt?

Welche Länder oder Städte sind die wahren Pioniere in Sachen nachhaltiger Verkehrspolitik? 

Kopenhagen zeigt beispielsweise hervorragend, wie man den Fahrrad-Anteil im Modal Split erhöht. Prag, wie man Kinder und Jugendliche durch kostenfreien ÖPNV an alternative Mobilität heranführt. Hongkong oder Tokio wie ÖPNV funktioniert. Norwegen ist Pionier in der E-Mobilität. Vielleicht bald Bonn mit der ersten, an den Nahverkehr angebundene Seilbahn? 

Portrait Susie von den Stemmen

Susie von den Stemmen

Mit über 30 Jahren Erfahrung in den Medien hat Susie eine vielseitige Karriere als TV-Redakteurin, Print- und Online-Journalistin verbracht. Ihr Fokus liegt auf Kultur, Auto- und Lifestylethemen, in denen sie eine umfassende Expertise aufgebaut hat. Diese Tätigkeiten haben ihr die Möglichkeit eröffnet, faszinierende Orte zu bereisen und ein umfassendes Netzwerk im Bereich der Persönlichkeiten hinter den Marken und VIPs aufzubauen. Susies beruflicher Werdegang begann nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik mit einer ersten Berufsstation beim Disney Club (ARD), gefolgt von Redaktionsarbeiten für Gottschalk Late Night (RTL) und Jay Leno (NBC Los Angeles). Sie hat zahlreiche Fernsehaufträge für verschiedene Sender durchgeführt, darunter die Produktion von TV Beiträgen, Leitung von Studioredaktionen und die Akquise von Neugeschäft. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hamburg gezogen ist, hat sie ihre Karriere im Printbereich gestartet, zunächst bei Park Avenue für Gruner & Jahr und später bei Gala und anderen renommierten Titeln. Als VIP-, Automobil- und Kultur-Beauftragte hat sie weiterhin die Welt bereist, ihr Netzwerk ausgebaut und ihre Leidenschaft für die Auto-, Reise- und Genussszene vertieft. Aktuell leitet sie das Office! von den Stemmen in Hamburg und München. Kunden waren und sind: Bild, Cosmopolitan, Travellers World, Ramp, Audi Magazin, Air Tours, Lufthansa Magazin, DB Magazin, Tagesspiegel, Myself, Zeit Online, Instyle Men und nun auch Business Punk. Neben ihrem Wohnsitz in Hamburg ist sie dank ihrer Porsche Rennlizenz weltweit im Einsatz, um fesselnde Geschichten rund um Automobilität, Kultur und Lifestyle zu generieren.