drive & thrive · Clement Alloit

Schweden zwischen vier Rädern: Meine erste Testfahrt in einem E-Auto – dem Volvo EX 30 

Volvo
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Lesezeit9 Min · 1.734 Wörter

Ein lichtdurchfluteter Raum, ich sitze sehr komfortabel und habe angenehm Platz mit weitem Blick in die eisige Winterlandschaft. Draußen geht die Sonne unter. Meine Augen schweifen über schön geformte Details, alles rund, clean, keine Ecke stört den Blick,  modernes, reduziertes Design mit warmen Farben. Die Oberflächen der Einrichtung ziehen meine Finger magisch an, sie wollen alles anfassen und fühlen. Ich sitze im neuen Volvo EX30, gleite entspannt mit 80 km/h über vereiste Landstraßen in Lappland und lausche meiner Lieblingsplaylist auf Spotify.  

Meine erste Fahrt in einem E Auto 

Ich bin leicht aufgeregt und nervös. Meine erste Testfahrt mit einem E-Auto findet ca. 100 km entfernt vom Polarkreis in Schweden statt. Um selber zu erfahren, was hinter und in dem Ersten, voll-elektrischen Volvo EX30 steckt, hat Volvo zu einer zweitägigen Rundfahrt mit Eisstrecken Test nach Lappland eingeladen.  

Am Flughafen in Lulea, ca. 1000 km nördlich von Stockholm, bekomme ich meinen sympathischen Beifahrer Vitus zugeteilt und den Autoschlüssel in die Hand gedrückt. Wir laufen der Gruppe hinterher zum Parkplatz wo uns blitzsaubere EX30 mit ihrer markanten Front anlachen.   

Als wir näherkommen, gibt uns #49C durch blinken ein Zeichen. Der Schlüssel ist eine zu klein geratene, schwarze Streichholzschachtel, ohne Knöpfe. Den einzigen Hinweis den man uns zum Auto und Schlüssel gibt, „ einfach reinsetzten, nur den Drive Hebel rechts am Lenkrad runter auf D ziehen uns los geht’s. Alle Daten und die Route sind in Google Maps eingegeben.  

Vitus lässt mir den Vortritt. Ohne eine handfeste Einweisung, wie so alles funktioniert überlasst man uns den Wagen, ok, er ist nicht einmal „vollgetankt, mit ca. 350 km Reichweite kommen wir hier oben auch nicht weit. 

Der erste Eindruck, sehr angehen und bequem, das Lenkrad ist bereits vorgewärmt und wir beide haben wesentlich mehr Platz als erwartet. Es fühlt sich weniger wie ein kleines SUV, mehr wie obere Mittelklasse an. Vitus mit seinen 191 cm fährt den Beifahrersitz voll aus und lehnt sich entspannt zurück – safe. Bei mir im Kopf läuft mein Abgleich zu all meinen Autoerfahrungen auf Hochtouren, wie jedes Mal, wenn ich in eine neues Auto steige, nur diesmal ist es anders, viel anders. 

Es gibt kein überfülltes Lenkraddisplay – nichts, null. Auch kein Heads-up Display. Krasse Reduktion, alles was ich sehen oder wissen will, finde ich in der Mitte auf dem 12 Zoll „iPad“. Vitus übernimmt die Navigation, ich drücke den Drive Hebel nach unten und gebe vorsichtig Gas. Ich höre nichts und es passiert auch erst einmal nichts, weil ich vor lauter Spannung, ob ich vom Motor etwas höre, vergesse weiter Gas zu geben. „Da kommt kein Sound, drück drauf,“ lacht Vitus und wir rollen aus dem Flughafen auf die Landstraße.  

Das Erste, was ich natürlich so schnell wie möglich ausprobieren will, ist die Beschleunigung. Auf der freien Landstraße begann der erste Testspass. Für die Transferfahrten hatten wir „nur“ die kleine Version mit 272 PS und Hinterradantrieb, die 5,7 sec fühlten sich wie in einem Sportwagen an.  

Mein E-Auto Fahrhighlight war das fahren mit „One-Pedal Drive“, nach kurzer Eingewöhnung war das meine Wahl für den Rest der Testfahrten. Das Gaspedal ließ sich in dem Modus spürbar entspannter bewegen und die Bremse brauchte es fast gar nicht mehr. Dabei sammelt der Motor beim langsamer werden durch Rekuperation wieder wertvolle Energie für die Batterie und das Auto verlangsamt spürbar schneller die Geschwindigkeit bis zum kompletten Stillstand, ohne Bremse.  

Mit all den unzähligen, individuellen Einstellungsmöglichkeiten habe ich mich selber vor Ort fast nicht beschäftigt. Dafür muss man sich zeit nehmen, am besten mit dem Volvo Händler seines Vertrauens alles in Ruhe einstellen. Ich kann für mich sagen, dass ich die Geschwindigkeitsanzeige und all die Infos, die sonst in der Mitte hinter dem Lenkrad seit 100 Jahren informieren, in den zwei Tagen nicht vermisst habe und mir der gelegentliche Blick in die Mitte keine Probleme bereitet hat. Ich sehe das klar als einen Teil der Umgewöhnung, wie bei einem neuen Paar Schuhe, Schritt für Schritt anpassen und ausprobieren. 

Volvo  

Die Tage vor meinem Schweden-Trip habe ich spontan mehrere Personen gefragt, was ihnen zu Volvo in den Kopf kommt. Nummer 1 natürlich mit Abstand, Sicherheit, dann Schweden und Design. Beruflich fahre ich seit Jahrzehnten VW Bus, meine Beziehung zu Volvo ist jedoch schon über 50 Jahre alt. Das erste Auto meines Vaters war 1972 ein Volvo Amazon, mit dem wir viele Reisen, schwerbepackt nach Elba unternommen haben. Bei einem Unfall, hat er meine Mutter geschützt und war danach leider nichtmehr fahrbar. Das zweite Auto war ein Volvo 164e in Gold. Neben unzähligen Reisen und tausenden Kilometern hat auch er meinen Vater bei einem schweren Unfall sehr gut beschützt. Ich habe Volvo viel zu verdanken.  

Die Erweiterung der Mission Sicherheit 

Das Wort Sicherheit treibt Volvo heute mehr an denn je. In den Gesprächen mit dem Produktmanager Joakim und den Designern Clement und Camille spürte ich das deutlich. Neben dem „Safety for all passangers“ und die Welt um das Auto herum, ist das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit Teil der Volvo Mission geworden – Safe the climat, safe our planet. 

Die strukturelle Sicherheit, die Volvos mit Ihrer Fahrgastzelle allen Insassen bietet, wird durch viele Kameras und Sensoren erweitert, die den Innen- und Außenraum scannen und permanent Feedback geben.  Art und Lautstärke lassen sich auf die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Als Radfahrer bin ich besonders happy über den Tür Öffner Alarm, der dem Fahrer beim Öffnen der Tür signalisiert, wenn sich etwas aus dem toten Winkel von hinten nähert. 

Schweden erfahren 

Ich konnte den EX 30 überall fahren, außer auf einer Autobahn, das hätte mit Tempolimit 110 km/h im Vergleich zu den Landstraßen mit 100km/h wenig Unterschied gemacht. Die Reifen haben Spikes und so sind wir zum schnellen Brems- und Beschleunigungstests mal kurz in einen verschneiten Waldweg abgebogen, das gab Vitus und mir ein erstes Gefühl von Sicherheit. Dieses Gefühl wurde dann, auf einem einstündigen Umweg über vereiste schwedischen Landstraßen, nochmals gefordert und neu positioniert. Wir sind extra ausgestiegen um uns zu versichern, dass der weiße Belag auf den Dirtroads blankes Eis war. Stetiges auf und ab, lange, hängende Kurven, als Beifahrer hielt ich einige Male die Luft kurz an. Mit meinem bisherigen Autofahrgefühl habe ich uns immer wieder abschmieren sehen…doch der kleine Volvo hielt entspannt und sicher die Spur. Kein dicker Motorblock mit tobenden Kolben, der ihn aus der Ruhe brachte. Das hat uns Fahrwerksentwickler Hans, der seit über 20 Jahren Autos bei Volvo entwickelt bestätigt. Die tiefe Lage des Schwerpunktes der Batterien und der Motoren bringt ganz neue Fahrdynamik, zusätzlich zu all den Fahrsicherheitssystemen wie ESC. 

Licht, Natur und Räume 

Die Fahrt des ersten Tages endete mit einem wunderschönen Sonnenuntergang am Fluss Luleälv, wo das Hotel Arctic Bath liegt. Einzelne Holz Bungalows mit großen Glasflächen, stehen im zugefrorenen Fluss. Rückblickend war das Raumgefühl in den geräumigen, minimalistische Bungalows wie im EX30 sitzen, mit seinem großen Panoramadach. Um die Entwicklungs- und Design Stories hinter dem Endprodukt zu verstärken, hatte sich das Volvo Team viel, schwedische Stimulation für unsere Sinne einfallen lassen.  Sauna und Icebad im 0,5 Grad frischen Lulealv Fluß, dem Aufenthalt in den Artic Bath Bungalows oder den Tree Hotel Baumhäusern, den Nachspaziergängen durch den Wald oder Atemübungen. Die Polarlichter morgens um 02:30 Uhr hat nur ein ehrgeiziger Kollege erwischt, Elche und Rentiere waren mir auch nicht gegönnt, dafür ein Eichhörnchen – small but mighty. 

Das Leben in und mit der schwedischen Natur, in Abgeschiedenheit, mit viel Dunkelheit und extremen Temperaturen hat viel Einfluss auf die Entwicklungsarbeit bei Volvo. Die Schweden, als eine Nation von Individualisten, die sich in Ihren roten Holzhäusern, für Ihre Familien Geborgenheit in einfachen, schönen Räumen schaffen, sind wohl deshalb auch kreativer Erfinder geworden, ob haltbares Knäckebrot, warmes Flaunrot um ihre schlichten weißen Holzhäuser wertiger aussehen zu lassen, zerlegbare Möbel für den weiten Transport oder der Dreipunkt Sicherheitsgut. Viele dieser Gene finden sich in Volvos wieder. Übrigens, ich habe doch einen Elch gesehen, im EX 30 sind 3 Marten Elche clever versteckt, einer auf dem Abfallbehälter für die Kinder am Rücksitz – stabil. 

Interview Clement Alloit – Interieur Design 

Warum gibt es kein Armaturenbrett mehr? 

Das Design des EX30 Innenraums ist getrieben von Vereinfachung und Zentralisierung. Wir wollten das geräumige Platzgefühl von großen Autos in ein kleines Auto übertragen. 

So sind alle Fahrzeuginformationen und die viel Steuerungen in das große 12 Zoll Display in der Mitte geflossen. Alle Funktionen, auch die Fensteröffner sind in der Mitte. 

Nur noch ein großer Lautsprecher? 

Hier gilt das gleiche, von Vereinfachung und Zentralisierung. Wir haben die normal sechs Lautsprecher in die eine Soundbar gezogen, bei gleichbleibender Soundqualität. 

Das hat uns viel mehr Platz in der Breite der Türen und mehr Stauraum gebracht. 

Dafür gibt es kein Handschuhfach mehr? 

Doch, auch in der Mitte, gut versteckt. Hier war uns der Aspekt Sicherheit wichtig. Der Fahrer muss sich weniger weiter Strecken, hat immer sicheren Blick auf die Straße und kann das Fach mit einem Fingertipp auf dem Monitor öffnen. Es ist groß genug für die wichtigen und wertvollen Dinge. 

Alles Anderes findet ausreichend Platz in der Mitte, ein oder zwei Getränke, Geld, Smartphones können wahlweise wireless oder mit Kabel geladen werden und überall ist Flexibilität zur Anpassung. 

Was ist Dein Highlight im Innenraum? 

Der große und rausnehmbare Abfallkasten für die Kids hinten in der Mittelkonsole. Den kann man einfach rausnehmen und ausleeren und es gibt einen Elch, für alle die nicht aus Schweden sind und es Ihren Kindern zeigen wollen.   

Erlebe die neue Ära der Fankultur! In einem Gastbeitrag zeigt Kahlen Macaulay (Head of Media & Sports Partnerships at Snap Inc.), wie Marken durch Partizipation und Authentizität auf Snapchat die Fans begeistern. Erfahre mehr hier!

Dirk Belling