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Showdown bei Tesla? Heute ist Roadster 2-Tag – eigentlich

Showdown bei Tesla? Heute ist Roadster 2-Tag – eigentlich
Tesla
Erschienen
Lesezeit3 Min · 567 Wörter

Neun Jahre Warten, irre Beschleunigung und Raketen-Technik von SpaceX: Heute will Tesla endlich zeigen, was aus dem Roadster 2 geworden ist. Elon Musk verspricht nicht weniger als einen Supersportwagen, der die Grenzen zwischen Straße und Himmel sprengen soll.

Seit 2017 geistert der neue Tesla Roadster durch Präsentationen, Ankündigungen und immer neue Versprechen. Am 1. Oktober sollte in Waco, Texas, endlich Schluss mit Renderings und großen Worten sein – und der vielleicht verrückteste Tesla aller Zeiten Realität werden. Doch daraus wird nichts: Tesla hat die Show wegen vorhergesagter schwerer Unwetter kurzfristig auf den 15. Oktober verschoben.

Zu wild fürs Dach

Tesla begründet die Verschiebung mit den erwarteten Wetterbedingungen. Man habe die Prognosen gemeinsam mit lokalen Meteorologen genau verfolgt, die Veranstaltung könne aber ausschließlich unter freiem Himmel stattfinden. Bei drohendem Unwetter zieht Tesla deshalb die Reißleine. Das dürfte nicht nur mit einer spektakulären Inszenierung zu tun haben: Musk kündigt seit Jahren an, den Roadster mit Kaltgastriebwerken aus dem SpaceX-Kosmos auszurüsten. Das Auto soll damit Fähigkeiten bekommen, die ziemlich wenig mit einem normalen Sportwagen zu tun haben. Musk sprach sogar davon, dass der Roadster in irgendeiner Form „fliegen“ könne.

Verschoben ist beim Roadster Tradition

Dass ausgerechnet dieses Auto wieder einen Termin reißt, hat fast schon Comedy-Potenzial. Die Präsentation wurde mehrfach angekündigt und wieder verschoben. Zwischenzeitlich hatte Musk sogar den 1. April als Termin ins Spiel gebracht – inklusive eingebauter Ausrede. Sollte es wieder nicht klappen, könne er schließlich behaupten, alles sei nur ein Aprilscherz gewesen.

Seit 2017 im Wartemodus

Dabei begann die Roadster-Story mit maximalem Tempo. Tesla zeigte die zweite Generation bereits 2017 zusammen mit dem Elektro-Truck Semi. Anders als der erste Roadster, dessen technische Basis stark vom Lotus Elise geprägt war, sollte der Nachfolger ein echter Tesla-Supersportwagen werden – kompromisslos schnell und komplett neu gedacht. Damals klang die Markteinführung noch nach naher Zukunft. Tesla kassierte Reservierungszahlungen von 50.000 Dollar, der Basispreis wurde mit rund 200.000 Dollar veranschlagt. Für eine auf 1.000 Fahrzeuge limitierte „Founders Series“ konnten Interessenten sogar 250.000 Dollar vorstrecken. Danach passierte vor allem eines: sehr lange sehr wenig.

SpaceX statt Stillstand

Erst Jahre später bekam das Projekt wieder Schub. Musk ließ den Roadster überarbeiten und koppelte ihn immer stärker an SpaceX-Technologie. Die angekündigten Thruster machten aus dem Elektro-Supersportwagen endgültig ein rollendes Science-Fiction-Projekt. Die entscheidende Frage lautet inzwischen weniger, ob der Roadster schnell wird. Sondern ob Tesla tatsächlich etwas zeigt, das physikalisch und technisch so irre ist, wie Musk es seit Jahren verkauft.

Millionenversprechen trifft Realität

Die ewige Wartezeit sorgt längst für Spott. Selbst OpenAI-Chef Sam Altman machte öffentlich darauf aufmerksam, dass sich siebeneinhalb Jahre Wartezeit auf seinen Roadster ziemlich lang anfühlten. Musk konterte, Altman habe seine Reservierungszahlung zurückbekommen. Die Episode zeigt das eigentliche Problem: Tesla muss beim Roadster nicht mehr nur ein Auto präsentieren, sondern jahrelange Versprechen einlösen.

Und wann fährt das Ding?

Auch nach der Enthüllung dürfte Geduld gefragt sein. Musk selbst hat erklärt, dass es nach der finalen Präsentation noch ein Jahr oder länger dauern könnte, bis der Roadster tatsächlich in Produktion geht. Der 1. Oktober sollte endlich der Tag der Wahrheit werden. Jetzt heißt es wieder warten – diesmal angeblich nur zwei Wochen. Am 15. Oktober soll der Roadster 2 endlich zeigen, ob er wirklich abhebt. Oder ob bei Tesla wieder nur die Ankündigungen fliegen.

Günther Suchy

Günther Suchy ist bei Business Punk Head of Digital Editorial. Daneben ist er Professor für Kommunikation und Journalismus an der Duale Hochschule Baden-Württemberg am Campus Ravensburg – also einer, der die Medienwelt nicht nur lehrt, sondern lebt. Der promovierte Volkswirt kennt den Journalismus und die digitalen Medien jenseits des Elfenbeinturms: Er leitet das Hochschulradio „Das kleine U-Boot“, baut crossmediale Ausbildungs- und Produktionsformate auf und hält dabei immer den Finger am Puls der Branche. Bevor er an die Hochschule nach Ravensburg kam, war Suchy unter anderem in der Unternehmenskommunikation von MAN und in leitenden Funktionen digitaler Medienprojekte tätig – sowie als Online-Redaktionsleiter der Automotive-Formate bei Motorvision (DSF). Seine Lehr- und Forschungsprojekte bringen ihn immer wieder in die Welt hinaus: Nach China, Chile, Marokko oder Bhutan, wo er 2024 und 2025 am Royal Thimpu College lehrte und das Nationale Olympische Komitee zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation im Sport“ beriet. An der Universität Durban in Südafrika gibt er Seminare zum Thema "Green Startups". Zwischen Subkultur, Startup-Mindset und System fühlt er sich zu Hause – und genau aus dieser Perspektive schreibt er für Business Punk.