Die Insel der IDEEN
Das kleine Ibiza wird gemacht von Menschen mit großen Plänen: Ein Besuch bei denen, die den Hotspot neu erfinden – aber seine Heritage halten wollen.
Ibiza hat noch nie wirklich stillgestanden. Aber gerade dreht die Insel noch einmal auf: neue Hotels, Restaurants und Clubs, große internationale Konzepte neben kleinen, sehr persönlichen Orten – und eine Generation von Macher:innen, die längst mehr im Sinn hat als den nächsten Sommerhit. Aber wie schafft man auf einer Insel, auf der gefühlt schon alles erfunden wurde, noch etwas Neues – und bewahrt dabei dennoch den Spirit, den sie so einzigartig macht? Wir haben diejenigen gefragt, die es wissen müssen: Die großen Player, Entrepreneur:innen und neue Chefs, die Ibiza mit ihren Konzepten einzigartig machen. Plus: Weitere Spots für die nächste Reise …

FUN FACT
Laut einer Studie von Booking.com kommen die meisten Ibiza-Suchdatenanfragen aus Italien, Frankreich und England, nicht ganz so überraschend. Aber: Die neuesten Zunahmen kommen jetzt sogar aus dem Karibikraum: Guyana, Franz. Polynesien und Franz. Guyana.
„IBIZA SOLLTE NIE ZU BERECHENBAR WERDEN.“
Jesús Sobrino, CEO Palladium Hotel Group
Jesús Sobrino ist CEO der Palladium Hotel Group – und arbeitet mit The Site Ibiza gerade an einem der größten neuen Hospitality Projekte der Insel.
Business Punk: Mit The Site Ibiza habt ihr Playa d’en Bossa quasi neu erfunden. Eure Idee?
Wir wollten einen Ort schaffen, der das Beste von Ibiza zusammenbringt. Wir wollten nicht einfach neue Hotels eröffnen, sondern verschiedene Gründe schaffen, hierher- und vor allem wiederzukommen.
Business Punk: Deshalb ist The Site auch kein klassischer Hotelkomplex?
Genau. The Site ist als Ökosystem gedacht. Man kann dort übernachten, essen, shoppen, Kunst entdecken, bei Wellness relaxen oder einfach ein paar Stunden verbringen. Jeder Teil funktioniert für sich, gemeinsam ergeben sie ein gesamtes Erlebnis.
Business Punk: Dazu gehören mit Bless Ibiza The Site und The Unexpected Ibiza Hotel zwei sehr unterschiedliche Häuser. Warum diese Mischung?
Die unterschiedlichen Persönlichkeiten sind Teil des Konzepts. Dazu kommen Gastronomie, Kultur, Retail und Entertainment – und alles steht auch Menschen offen, die gar nicht in den Hotels übernachten. Luxus wird heute zunehmend über Erlebnisse definiert. Gastronomie, Musik, Wellness und Kunst sind keine Ergänzungen eines Hotelaufenthalts mehr, sondern selbst Gründe, sich für eine Destination zu entscheiden.
Business Punk: Und wie schafft man so viel Neues, ohne aus Ibiza eine austauschbare Luxusdestination zu machen?
Ibiza kann sich weiterentwickeln, ohne aufzuhören, Ibiza zu sein. Modernisierung bedeutet nicht, das Vorherige auszulöschen, sondern es zeitgemäß neu zu interpretieren. Dieses Gefühl von Freiheit, die Verbindung zum Meer und zur Landschaft, die Musik und diese besondere Mischung aus Sophistikation und Lässigkeit müssen bleiben. Ibiza sollte nie zu berechenbar werden.
Hotspots der Palladium-Group
CHECK IN, AND OUT
1. StreetXo:
Fine Dining ohne Benimmregeln: Dabiz Muñoz bringt mit StreetXo seine wilde, globale Küche nach Ibiza – laut, verspielt und bewusst unkonventionell.

2. The Unexpected Ibiza Hotel:
Aus dem ehemaligen Ushuaïa Tower, direkt neben dem gleichnamigen berühmten Open Air Club, wurde The Unexpected Ibiza Hotel – ein Adults-only-Luxushotel, bei dem Entertainment ausdrücklich Teil des Aufenthalts ist.

3. Unvrs:
Erst seit einem Jahr geöffnet, schon wurde Unvrs vom DJ Mag zum besten Club der Welt gekürt. Neben Secret Rooms, Toiletten Partys, einem eigenen Burgerladen, in dem es (auch) Chicken mit Kaviar für 80 Euro gibt, kann das Line-up ebenso viel wie die Extras.

Die Hotspots von Island Hospitality
CHECK IN, AND OUT
„Ibiza darf seine Seele nicht verlieren“
Sofija Mehta, Founder Island Hospitality
Sofija Mehta kam für drei Tage nach Ibiza – und blieb. Heute prägt sie mit Beachouse, Mikasa, Finca La Plaza und Chinois selbst mit, wie die Insel sich verändert. Ihre Vision: moderner werden, aber das alte Ibiza bewahren. Ibiza wird immer internationaler, luxuriöser und professioneller.
Business Punk: Was darf bei all dem nicht verloren gehen?
Ibiza darf seine Seele nicht verlieren. Die Insel kann glamourös und gleichzeitig wild und spirituell sein, sophisticated und rustikal, international und tief lokal. Genau diese Vielfalt macht sie besonders. Unsere Verantwortung ist es, diesen Charakter zu schützen, statt ihn einfach zu kommerzialisieren.
Business Punk: Wie übersetzt du diese Idee in deine eigenen Venues?
Sie sind unterschiedliche Ausdrucksformen derselben Überzeugung: Hospitality sollte Emotionen erzeugen. Beachouse ist unser Ort direkt am Meer, Mikasa ein intimes Boutique-Hotel, Finca La Plaza verbindet Gastronomie mit dem ursprünglicheren Ibiza und Chinois bringt unsere Idee ins Nightlife. Sie sind sehr verschieden, aber am Ende sollen sich Menschen daran erinnern, wie sie sich dort gefühlt haben.
Business Punk: Was muss ein Hospitality Konzept heute bieten, damit Menschen wiederkommen?
Menschen wollen nicht einfach ein Produkt kaufen, sondern das Gefühl haben, dazuzugehören. Essen, Design, Musik und Service sind wichtig – aber die besten Orte schaffen eine Community. Menschen kommen zurück, weil sie die Gesichter und die Energie kennen und sich mit einem Ort verbunden fühlen.
Business Punk: Wie sieht das Ibiza aus, das du in Zukunft sehen möchtest?
Internationaler und anspruchsvoller, aber mit mehr Fokus auf Qualität statt Quantität, Nachhaltigkeit, lokale Talente und den Schutz der Natur. Ibiza darf aspirational sein, aber nicht unzugänglich werden. Die Insel hat schon immer sehr unterschiedliche Menschen zusammengebracht – diese Offenheit müssen wir bewahren.
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„WIR MÜSSEN UNS ANPASSEN.“
Jaïs Mimoun, Owner Jaïs Ibiza
Mit Jaïs bringt der gleichnamige Chef Jaïs Mimoun dieses Jahr seine französische Küche nach Ibiza – und verbindet Pariser Energie mit Balearen-Lässigkeit. Der Hype? Sofort da!
Business Punk: Ibiza hat nun wirklich keinen Mangel an Restaurants. Warum brauchte die Insel Jaïs trotzdem?
Ibiza hat bereits eine unglaubliche Gastronomieszene. Deshalb ging es für uns auch nicht darum, einfach ein weiteres Restaurant zu eröffnen. Die Location hat sich sofort richtig angefühlt – und wir haben darin die Chance gesehen, etwas Französisches mitzubringen, das trotzdem wirklich zu Ibiza gehört.
Business Punk: Warum nicht einfach das erfolgreiche Jaïs Paris kopieren?
Weil das hier nicht Paris ist. Jaïs hat eine klare Identität, aber auf Ibiza muss sie sich an die Insel anpassen. Ich komme seit meinem 18. Lebensjahr fast jeden Sommer hierher. Was mich immer wieder zurückbringt, sind genau diese Gegensätze: die Energie und das Nachtleben, aber genauso die Natur, die Strände und das langsame Ibiza. Diese Balance wollten wir auch im Restaurant spürbar machen.
Business Punk: Ibiza wird gastronomisch immer anspruchsvoller. Gibt es eine Grenze?
Ich glaube, die Szene wird noch vielfältiger und anspruchsvoller werden. Entscheidend ist, dass sie dabei ihren eigenen Charakter behält. Genau das wollen wir auch mit Jaïs: Pariser Energie und französische Küche mitbringen, ohne so zu tun, als wären wir in Paris.
Jaïs Mimoun will, dass seine französischen Wurzeln in seinem Restaurant auf Ibiza auf mediterrane Leichtigkeit treffen – mit viel rohem Fisch, Seafood, Zitrus und überraschenden Kombinationen