Startup & Scaling 2,4 Milliarden Bewertung: PhysicsX baut die KI für Milliardenindustrien und macht Bezos nervös

2,4 Milliarden Bewertung: PhysicsX baut die KI für Milliardenindustrien und macht Bezos nervös

Während alle auf ChatGPT starren, verdoppelt ein Londoner Startup binnen Monaten seine Bewertung auf 2,4 Milliarden Dollar. PhysicsX verkürzt Physik-Simulationen von Tagen auf Sekunden — und macht damit Jeff Bezos nervös.

Das Londoner Industrial-AI-Startup PhysicsX hat in einer überzeichneten Series-C-Runde 300 Millionen Dollar eingesammelt. Die vom singapurischen Staatsfonds Temasek angeführte Finanzierung bewertet das Unternehmen mit rund 2,4 Milliarden Dollar — mehr als das Doppelte der letzten Runde vor nicht einmal zwölf Monaten, wie Trending Topics berichtet.

Strategische Investoren wie Nvidia, Siemens, Applied Materials und Atomico stockten ihre Anteile auf. Neue Geldgeber M&G Investments und Intrepid Growth Partners stiegen ein. Die Botschaft ist klar: Nach Consumer AI kommt jetzt die Industrie-Transformation.

Der Kern: Von Stunden auf Sekunden

PhysicsX entwickelt Large Physics Models, die physikalische Simulationen radikal beschleunigen. Wo konventionelle CAE-Software Stunden oder Tage braucht, liefern die KI-Modelle Ergebnisse in Sekunden. Das klingt nach technischem Detail, ist aber ein fundamentaler Hebel: Ingenieure können plötzlich hunderte Designvarianten durchspielen, statt sich auf drei bis vier zu beschränken. Die Plattform wird bereits in Luft- und Raumfahrt, Halbleiterproduktion, Automobilindustrie, Energiewirtschaft und Materialherstellung eingesetzt — Branchen, in denen Simulationen über Milliarden-Investments entscheiden.

„Fast jedes schwierige Problem in der physischen Wirtschaft hängt davon ab, wie schnell Ingenieure die zugrundeliegende Physik durcharbeiten können. Das war jahrzehntelang die entscheidende Bremse bei Hardware-Innovation“, sagt Mitgründer und CEO Jacomo Corbo laut Trending Topics. Mit Robin Tuluie als Chairman verfolgt PhysicsX die Demokratisierung einer Technologie, die bislang Spezialisten vorbehalten war. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen über 300 Mitarbeiter — doppelt so viele wie vor einem Jahr. Umsatz verdoppelt, gebuchte Erlöse verdreifacht, berichtet Trending Topics.

Bezos‘ Zehn-Milliarden-Schatten

Die 300 Millionen wirken fast bescheiden, wenn man auf die Konkurrenz blickt. Jeff Bezos hat 2025 mit Ex-Google-X-Manager Vik Bajaj das Projekt Prometheus gestartet — zehn Milliarden Dollar Startkapital für „Physical AI“ und industrielle Automation, wie Trending Topics berichtet. Damit tritt der Amazon-Gründer als direkter Wettbewerber in genau jenem Segment an, das PhysicsX besetzt. Gleichzeitig übernimmt Mistral AI das österreichische Startup Emmi AI und baut seine Industrial-AI-Präsenz in Europa aus. Die Häufung strategischer Moves zeigt: Die Industrie sieht KI-gestützte Simulation als nächsten großen Technologiemarkt nach Consumer AI.

PhysicsX ist gut positioniert. Anders als Bezos‘ Projekt, das noch weitgehend im Stealth-Modus operiert, liefert das Londoner Startup bereits produktiv bei Kunden. Die strategischen Investoren sind keine Finanzinvestoren, sondern Nvidia (Chips), Siemens (Industrieautomation) und Applied Materials (Halbleiterausrüstung) — Unternehmen, die selbst auf schnellere Entwicklungszyklen angewiesen sind so Aiweekly. Das macht die Partnerschaft zur Win-Win-Situation: PhysicsX erhält Zugang zu Rechenpower und Industriekunden, die Investoren bekommen Zugriff auf Technologie, die ihre eigenen Produkte beschleunigt.

Business Punk Check

Die Bewertung von 2,4 Milliarden Dollar bei verdoppeltem Umsatz innerhalb eines Jahres klingt ambitioniert — bis man bedenkt, dass PhysicsX ein fundamentales Bottleneck der physischen Wirtschaft angeht. Während OpenAI und Co. um Chatbot-Marktanteile kämpfen, adressiert das Londoner Startup Branchen mit echter Wertschöpfung: bessere Flugzeugtriebwerke, effizientere Chips, leichtere Autos.

Die 300 Millionen fließen in globale Expansion und die Entwicklung weiterer Physics Models. Für deutsche Industriekonzerne bedeutet das: Wer jetzt nicht auf KI-native Simulation setzt, verliert den Anschluss. Die Frage ist nicht ob, sondern wer schneller skaliert — PhysicsX oder Bezos‘ Zehn-Milliarden-Projekt. Unser Tipp: Beide Plattformen testen, bevor die Lizenzen explodieren.

Quellen: Trending Topics, Physicsx, Pulse2, Aiweekly, Siliconrepublic, Ventureburn, Onestopesg

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