Startup & Scaling  2,5-Milliarden-Bewertung: Factorial steigt zu einem der wertvollsten KI-Scale-ups Europas auf 

 2,5-Milliarden-Bewertung: Factorial steigt zu einem der wertvollsten KI-Scale-ups Europas auf 

Das spanische Startup Factorial sichert sich eine Series-D-Finanzierung über 150 Millionen Dollar. Das frische Kapital fließt vor allem in den konsequenten Wandel vom klassischen SaaS-Anbieter zur KI-Plattform und die weitere Expansion auf dem deutschen Markt. 

 Es ist eine Ansage an die europäische Tech-Landschaft: Mitten im anspruchsvollen Marktumfeld meldet das 2016 in Barcelona gegründete HR-Unicorn Factorial den erfolgreichen Abschluss seiner Series-D-Finanzierungsrunde. Insgesamt 150 Millionen US-Dollar an frischem Eigenkapital sammelt das Unternehmen ein. Angeführt wird die Runde vom US-Investment-Schwergewicht General Catalyst, das sich damit seine erste direkte Equity-Beteiligung an den Spaniern sichert. Ebenfalls mit an Bord: namhafte Bestandsinvestoren wie Atomico und Four Rivers. 

Mit diesem Deal knackt Factorial die Bewertungsgrenze von 2,5 Milliarden US-Dollar und katapultiert sich direkt in die Top 20 der wertvollsten Scale-ups innerhalb der Europäischen Union. Diese Finanzierungsrunde bildet jedoch nur das Fundament der angekündigten Wachstumsstrategie. 

Das 700Millionen-Dollar-Finanzfeuerwerk 

Neben dem reinen Equity-Investment zündet General Catalyst ein weiteres, hierzulande noch ungewöhnliches Finanzierungskonstrukt: Über seinen Customer Value Fund schießt der Investor bis zu weitere 540 Millionen Dollar nach. Damit steigt das gesamte committed Kapital auf über 700 Millionen Dollar. 

Das Besondere an dieser Struktur: Es handelt sich nicht um klassisches Risikokapital und auch nicht um Venture Debt. General Catalyst finanziert damit gezielt die Sales- und Marketingaufwendungen vor. Die Rückzahlungen sind exklusiv an den Erfolg und den geschaffenen Kundenwert dieser Maßnahmen gekoppelt und gedeckelt. 

Von der SaaSPlattform zum KIBetriebssystem 

Warum reißen sich internationale Top-Investoren um ein Unternehmen, das bisher vor allem als klassisches HR-SaaS-Tool bekannt war? Weil Factorial gerade sein gesamtes Geschäftsmodell auf links dreht. 

„Vor zehn Jahren haben wir Factorial als SaaS-Unternehmen aufgebaut“, erklärt Jordi Romero, CEO und Co-Gründer von Factorial. „Heute sind wir ein AI-first-Unternehmen, das Agenten für seine Kunden baut, und wir tun dies für über 16.000 Unternehmen aus Europa, mit der Disziplin, die unser erstes Jahrzehnt geprägt hat. Wir haben das Produkt, die Architektur und die Art und Weise, wie unsere Kunden ihre Arbeit organisieren, komplett um KI-Agenten herum neu aufgestellt.“ 

Während die Konkurrenz bestehende Software-Strukturen lediglich um oberflächliche KI-Funktionen ergänzt, vollzieht Factorial einen tiefgreifenden technologischen Wandel. Unter dem Namen Factorial One verschmelzen die Silos von HR, Finanzen und IT in einem einzigen zentralen Workspace. Statt durch endlose Masken und starre Workflows zu navigieren, wird die Plattform über ein pragmatisches Zwei-Agenten-Modell gesteuert. Ein Agent repräsentiert die Organisation, er verwaltet und wendet die Richtlinien an, die ein Unternehmen für die Bereiche HR, Finanzen und IT definiert. Der andere, Factorial Clone, repräsentiert den einzelnen Mitarbeiter und vervielfacht das, was jede Person innerhalb dieser Richtlinien leisten kann, indem er Entwürfe erstellt, benötigte Informationen bereitstellt und Aufgaben im Namen des Mitarbeiters ausführt, mit voller Rechenschaftspflicht gegenüber der Person, unter der er läuft. 

Angriff auf Deutschland: München wird das neue Epizentrum 

Ein signifikanter Teil des neuen Kapitals ist für den deutschen Markt reserviert, den Factorial zur internationalen Wachstumsregion Nummer eins deklariert hat. Um nah an den hiesigen Kunden, Partnern und Talenten zu sein, eröffnet das Unternehmen ein neues Büro in München. 

Der Plan für die kommenden 12 Monate steht: Eine aggressive Hiring-Offensive quer durch die Bereiche Sales, Customer Success, Product, Marketing und Engineering soll den deutschen Markt aufmischen. Das Ziel ist klar formuliert: Marktanteile von den alteingesessenen Legacy-Anbietern zu erobern, die den Markt historisch dominiert haben. 

„Deutschland ist unser wichtigster Markt in Europa und wurde zu lange vernachlässigt“, so Romero. „Wir stecken unser Team, unser Kapital und unsere Produkt-Roadmap genau hier rein. München ist erst der Anfang.“ 

Über Deutschland hinaus wird Factorial das Wachstum in Frankreich, Italien und Portugal, die bereits zu den am schnellsten wachsenden Märkten des Unternehmens gehören, weiter beschleunigen. Gleichzeitig baut das Unternehmen sein globales Team mit bis zu 50 Neueinstellungen pro Woche massiv aus. 

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