Startup & Scaling Hyperliquid: Elf Leute, fünf Billionen Dollar Volumen, ein Nordkorea-Problem

Hyperliquid: Elf Leute, fünf Billionen Dollar Volumen, ein Nordkorea-Problem

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Eine Elf-Personen-Firma aus Singapur handelt Milliarden täglich, lockt die US-Regierung und nordkoreanische Hacker gleichermaßen an; warum jetzt alle hinschauen.

Elf Menschen betreiben eine Handelsplattform, die im vergangenen Monat rund 205 Mrd. Dollar Volumen bewegt hat.

Das ist keine Fintech-Fantasie, sondern Hyperliquid, eine dezentrale Krypto-Börse, die seit ihrem Start mehr als fünf Billionen Dollar an Perpetual-Futures-Volumen abgewickelt hat, wie Trending Topics unter Berufung auf Daten von DefiLlama berichtet. Das offene Interesse liegt aktuell bei etwa 13,3 Mrd. Für ein Team dieser Größe ist das eine Kennzahl, die selbst gestandene Börsenbetreiber aufhorchen lässt.

Ein Orderbuch on-chain schlägt die etablierte Konkurrenz im Tempo

Hyperliquid handelt Perpetual Futures, Derivate ohne Verfallsdatum, mit denen sich auf Preisbewegungen spekulieren lässt, ohne den Basiswert zu besitzen. Dieser Markt ist laut Trending Topics sechs- bis achtmal größer als der Spothandel und lief bisher fast ausschließlich über zentrale Börsen wie Binance.

Hyperliquid setzt dagegen auf eine eigene Layer-1-Blockchain mit dem Konsensmechanismus HyperBFT, der auf dem HotStuff-Algorithmus basiert und laut Projektangaben bis zu 200.000 Transaktionen pro Sekunde bei Latenzen unter einer Sekunde verarbeitet. Herzstück ist HyperCore, ein vollständig on-chain betriebenes zentrales Limit-Orderbuch, während viele andere dezentrale Börsen auf automatisierte Market-Maker-Modelle setzen. Nutzer verbinden lediglich eine Wallet, eine klassische Identitätsprüfung entfällt, Hebel bis 40x sind möglich.

Kein Risikokapital, dafür ein Airdrop im Milliardenwert

Der Aufstieg hat einen ungewöhnlichen Ursprung: Gründer Jeffrey Yan, ein 31-jähriger Physik-Olympiade-Gewinner mit Harvard-Abschluss und Erfahrung beim Hochfrequenzhändler Hudson River Trading, lehnte ein kolportiertes Angebot über 100 Mio. Dollar von Venture-Capital-Investoren ab. Stattdessen verteilte Hyperliquid 31 Prozent der HYPE-Token per Airdrop an rund 94.000 Nutzer, ohne Bedingungen, wie Trending Topics schreibt. Beim Allzeithoch war das rund 16 Mrd.

Dollar wert. Das Team, überwiegend aus dem Umfeld internationaler Mathematik-Olympiaden rekrutiert und teils unter Pseudonym tätig, erwirtschaftete laut einem Porträt des Magazins Colossus im Vorjahr mehr als 900 Mio. Dollar Gewinn; bei elf Angestellten eine der profitabelsten Firmen pro Kopf überhaupt.

Nordkoreanische Wallets und das Weiße Haus schauen gleichzeitig hin

Die geopolitische Kehrseite: Wallets, die der nordkoreanischen Lazarus-Gruppe zugerechnet werden, haben laut CoinDesk-Berichterstattung unter Berufung auf Arkham-Daten in drei Wochen Bitcoin im Wert von mehr als 30 Mio. Dollar über Hyperliquid verkauft und in Ether sowie Solana getauscht, bevor die Gelder an zentrale Börsen wie Kraken, LBank und KuCoin flossen.

Ob diese Börsen die Herkunft kannten, ist offen. Parallel arbeitet die US-Regierung laut Trending Topics daran, Hyperliquid regulär in den amerikanischen Markt zu integrieren; CFTC-Chef Mike Selig soll an einem Weg arbeiten, die Plattform „in vollständig konformer und legaler Weise“ einzubinden, sagte Donald Trump bei einem Termin im Weißen Haus laut Trending Topics.

Business Punk Check

Fakt ist: Hyperliquid hat mit minimaler Belegschaft ein Handelsvolumen erreicht, das etablierte Terminbörsen wie CME Group und Intercontinental Exchange in Erklärungsnot bringt, die traditionell auf zentral überwachte Marktinfrastruktur setzen. Fakt ist auch die Nutzung durch nordkoreanische Akteure laut Arkham-Daten.

Interpretation: Die gleichzeitige Umwerbung durch US-Regulierer und die Ausnutzung durch Sanktionsumgeher zeigt, dass dezentrale Architektur Freiheit und Kontrollverlust in einem Paket liefert. Offen bleibt, ob eine Aufsicht wie im traditionellen Finanzsystem mit dem Grundprinzip einer wallet-basierten, KYC-freien Börse überhaupt vereinbar ist.

Auf einen Blick

  • Hyperliquid hat seit Start mehr als fünf Billionen Dollar an Perpetual-Futures-Volumen abgewickelt, davon rund 205 Mrd. Dollar allein in den vergangenen 30 Tagen.
  • Das Team besteht aus elf Personen und verzichtete bewusst auf Venture-Capital-Finanzierung, stattdessen wurden 31 Prozent der HYPE-Token per Airdrop verteilt.
  • Nordkoreanische Wallets der Lazarus-Gruppe haben laut Arkham-Daten Bitcoin im Wert von mehr als 30 Mio. Dollar über die Plattform verkauft.
  • Die US-Regierung arbeitet nach Aussage von Donald Trump daran, Hyperliquid regulär in das amerikanische Finanzsystem einzubinden.

Quellen: Hyperliquid: Rasanter Aufstieg der dezentralen Krypto-Börse zwischen USA und Nordkorea, Hyperliquid: The Rapid Rise of a Decentralized Crypto Exchange Between the U.S. and North Korea, Forbes, Cleansky, Blockeden

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