Startup & Scaling OnZero in Helsinki: Vom Krypto-Miner zum Fernwärme-Lieferanten

OnZero in Helsinki: Vom Krypto-Miner zum Fernwärme-Lieferanten

Wo die Wärme Erdgas ersetzt, rechnet OnZero mit einer Einsparung von rund 1.500 Tonnen CO2 pro Megawatt installierter Wärmerückgewinnungsleistung und Jahr, so Trending Topics. Für Helen ist das Prinzip nicht neu: Der Versorger nutzt Rechenzentrums-Abwärme bereits seit 2010, unter anderem über Verträge mit Equinix und will bis 2040 vollständig aus verbrennungsbasierter Wärmeerzeugung aussteigen.

Zwei kleine Standorte, ein großer Testfall

Bisher betreibt OnZero laut eigener Website zwei deutlich kleinere Anlagen in Finnland: Kemijärvi in Lappland seit Mitte des Vorjahres, Kerava bei Helsinki seit dem Herbst. Zusammen kamen sie bislang auf etwa 30.700 Megawattstunden Wärme, was rund 3.800 Haushalten entspricht, mit einem sehr niedrigen PUE-Wert von 1,02.

Helsinki wäre damit der bislang mit Abstand größte Standort des Unternehmens, ein weiteres Projekt ist im schwedischen Fagersta in Entwicklung. Bemerkenswert ist der Kontrast zu Österreich: Die geplante AI-Gigafactory in Wien sollte nach ähnlicher Logik Hunderttausende Haushalte über Abwärme mitversorgen, scheiterte aber an geänderten EU-Vorgaben, die stärker auf den reinen Einkauf von Rechenleistung statt auf klassische Standortpartnerschaften setzen.

Business Punk Check

Fakt ist: OnZero hat einen Vertrag mit einem etablierten Versorger, keine reine Absichtserklärung und verweist auf zwei bereits laufende, wenn auch kleine Referenzanlagen. Die 99-Prozent- und 1.500-Tonnen-Angaben stammen aus Unternehmensangaben und sind bislang unabhängig nicht geprüft.

Interessant ist der Rollentausch: Krypto-Miner, die einst für Energiehunger kritisiert wurden, verkaufen nun genau diese Abwärme als Klimalösung. Offen bleibt, ob sich das Modell jenseits finnischer Fernwärmenetze mit ähnlicher Kosteneffizienz in anderen Märkten wiederholen lässt.

Auf einen Blick

  • OnZero Finland liefert ab dem kommenden Jahr Abwärme aus einem KI-Rechenzentrum ins Fernwärmenetz von Helsinki, genug für rund 70.000 Wohnungen laut Vertragspartner Helen.
  • Die Gründer Vlado Stanic und Alexander Dietrich kommen aus dem Krypto-Mining-Geschäft und übertragen ihr Know-how zu stromintensiven Rechenanlagen auf das neue Wärmegeschäft.
  • OnZero betreibt bereits zwei kleinere Anlagen in Finnland mit einem sehr niedrigen PUE-Wert von 1,02, Helsinki wäre der bislang größte Standort.
  • Ein vergleichbares Abwärme-Projekt in Wien, die geplante AI-Gigafactory, wurde wegen geänderter EU-Vorgaben aufgegeben.

Quellen: OnZero, a Viennese Company, Will Heat 70,000 Helsinki Homes With AI Waste Heat, OnZero: Wie Wiener Unternehmer Abwärme von KI-Zentren in Fernwärmenetze umleiten, Assetphysics, Onzero, Districtenergy, ki-unterstützt

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