Startup & Scaling Warum Martin Scorsese plötzlich das KI-Startup Black Forest Labs promotet

Warum Martin Scorsese plötzlich das KI-Startup Black Forest Labs promotet

Martin Scorsese bewirbt das deutsche KI-Startup Black Forest Labs. Klingt nach Tech-Revolution, ist aber ein Deal mit Geschmäckle: Sein Manager ist Investor. Was steckt wirklich dahinter?

Martin Scorsese bewirbt das deutsche KI-Startup Black Forest Labs. Klingt nach Tech-Revolution, ist aber ein Deal mit Geschmäckle: Sein Manager ist Investor. Was steckt wirklich dahinter?

Hollywood-Legende Martin Scorsese macht Werbung für ein deutsches KI-Startup aus dem Schwarzwald. Der 83-jährige Regisseur von „Goodfellas“ und „Taxi Driver“ steht Black Forest Labs als Berater zur Seite und nutzt deren KI-Modell Flux angeblich für seine Arbeit.

Doch während die PR-Maschinerie von einer Tech-Revolution spricht, lohnt ein Blick auf die Details. Denn dieser Deal hat mehr mit Business als mit künstlerischer Vision zu tun.

Storyboards statt Leinwand

Scorsese nutzt die KI nicht für fertige Filmbilder, sondern ausschließlich für Storyboards in der Vorproduktion. Diese Skizzen zeigen dem Team, wie eine Szene aussehen soll. Laut Golem erkläre Scorsese in einem Werbevideo, dass KI ihm dabei helfe, seine Visionen schneller zu kommunizieren. Eine Straße schmaler machen? Mit Flux gehe das per Klick. 70 Jahre lang habe er eigene Storyboards gezeichnet – jetzt übernimmt die Maschine.

Das klingt nach Effizienzgewinn, nicht nach künstlerischer Revolution. Scorsese selbst formuliert es pragmatisch: Zeit sei Geld, besonders in der Pre-Production. Die KI beschleunige den Prozess, ohne Qualität zu opfern. Ob der Regisseur, der das Zeichnen einst als essenziell für sein Filmemachen bezeichnete, tatsächlich noch selbst zum Stift greift, bleibt offen.

Der Deal mit dem Geschmäckle

Hier wird es interessant: Unter den Investoren von Black Forest Labs findet sich BroadLight Capital – mitgegründet von Rick Yorn, Scorseses Manager. Yorn vertritt auch Leonardo DiCaprio und vermittelte bereits Matthew McConaughey an das KI-Startup ElevenLabs. Die Verbindung zwischen Scorsese und Black Forest Labs kam über zwei Investoren zustande: Michael Ovitz und eben jener Rick Yorn, wie Business Insider berichtet.

Ob Scorsese Anteile am Startup hält oder für seinen Auftritt bezahlt wird, bleibt unklar. Mit der New York Times wollte er nicht sprechen, schickte nur ein Statement. Die Reaktionen auf das Werbevideo fallen vielfach negativ aus – zu inszeniert, zu wenig authentisch. Während Steven Spielberg erklärt, er wolle Filmschaffende nicht durch KI ersetzen, weil man die Seele nicht ersetzen könne, macht Scorsese gemeinsame Sache mit der Technologie.

Werkzeug statt Weltrevolution

Was bleibt, ist eine nüchterne Erkenntnis: Scorsese nutzt KI als Produktivitäts-Tool, nicht als kreatives Instrument. Keine KI-generierten Bilder auf der Leinwand, keine algorithmisch erschaffenen Filmwelten. Nur schnellere Storyboards für die interne Kommunikation. Das entspricht einem Trend, den die Branche zunehmend beobachtet: KI nicht als Ersatz, sondern als Hilfsmittel im Hintergrund.

Die eigentliche Story ist eine andere: Ein deutscher Startup-Gründer sichert sich über geschickte Netzwerkarbeit einen der berühmtesten Regisseure der Welt als Testimonial. Die Verbindung läuft über Investoren, die gleichzeitig Scorseses Manager sind. Das ist kein Tech-Märchen, sondern klassisches Hollywood-Business – nur mit KI-Anstrich.

Business Punk Check

Scorsese als KI-Botschafter? Das ist Marketing, keine künstlerische Kehrtwende. Die Wahrheit: Ein 83-Jähriger lässt Storyboards von einer Maschine zeichnen, weil es schneller geht. Nicht mehr, nicht weniger. Die Tech-Revolution bleibt aus – was bleibt, ist ein Produktivitäts-Tool für die Vorproduktion. Der eigentliche Knackpunkt liegt woanders: Scorseses Manager ist Investor bei Black Forest Labs. Das wirft Fragen auf. Wie unabhängig ist diese Partnerschaft wirklich?

Wie viel Überzeugung steckt dahinter, wie viel finanzielles Interesse? Die Tatsache, dass Scorsese der New York Times kein Interview gab, sondern nur ein Statement schickte, spricht Bände. Für die KI-Branche ist der Deal dennoch Gold wert. Ein Hollywood-Schwergewicht legitimiert die Technologie, auch wenn er sie nur im Hintergrund nutzt. Andere Filmschaffende könnten folgen – nicht aus künstlerischer Überzeugung, sondern aus ökonomischem Kalkül. Zeit ist Geld, das gilt in Hollywood wie überall. Die Frage bleibt: Braucht die Filmindustrie wirklich KI-generierte Storyboards? Oder ist das nur der Anfang einer Entwicklung, bei der Effizienz über Handwerk siegt? Scorsese hat seine Entscheidung getroffen. Ob sie der Kunst dient oder nur dem Geschäft, wird sich zeigen.

Häufig gestellte Fragen

Nutzt Martin Scorsese KI für seine Filme?

Nein, Scorsese setzt KI ausschließlich für Storyboards in der Vorproduktion ein, nicht für fertige Filmbilder. Die Technologie dient als Werkzeug zur schnelleren Kommunikation mit seinem Team, nicht als kreatives Instrument für die Leinwand. Von einer KI-Revolution im Filmemachen kann keine Rede sein.

Welche Verbindung besteht zwischen Scorsese und Black Forest Labs?

Scorseses Manager Rick Yorn ist Mitgründer von BroadLight Capital, einem Investor bei Black Forest Labs. Die Partnerschaft kam über Yorn und Michael Ovitz zustande, beide Investoren des Startups. Ob Scorsese selbst Anteile hält oder für seinen Auftritt bezahlt wird, bleibt unklar.

Ist KI in der Filmproduktion praxistauglich?

Als Produktivitäts-Tool für Storyboards und Vorvisualisierung durchaus. Für finale Filmbilder bleibt die Technologie umstritten. Der Einsatz hängt vom spezifischen Anwendungsfall ab – Effizienzgewinn in der Pre-Production versus künstlerische Kontrolle am Set. Scorseses Ansatz zeigt: KI als Hilfsmittel funktioniert, als Ersatz für Kreativität nicht.

Was kostet der Einsatz von KI-Tools wie Flux?

Black Forest Labs kommuniziert keine öffentlichen Preise für Flux. Für Filmproduktionen dürften individuelle Enterprise-Lizenzen gelten. Die Kosten müssen gegen Zeitersparnis in der Pre-Production gerechnet werden – ein klassisches ROI-Kalkül. Für kleinere Produktionen könnte der Preis prohibitiv sein.

Werden andere Regisseure dem Scorsese-Beispiel folgen?

Wahrscheinlich, aber aus ökonomischen, nicht künstlerischen Gründen. Zeit ist Geld in Hollywood, und KI-Tools beschleunigen Workflows. Die Frage ist nicht ob, sondern wann sich KI in der Vorproduktion durchsetzt. Entscheidend wird sein, ob die Technologie tatsächlich hält, was Marketing-Videos versprechen.

Quellen: Golem, Slashcam, Business Insider

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