Tech & Trends 5 Milliarden für Kriegsmaschinen: Warum Investor auf Killer-Drohnen setzen

5 Milliarden für Kriegsmaschinen: Warum Investor auf Killer-Drohnen setzen

Palmer Luckeys Defense-Startup Anduril sammelt 5 Milliarden Dollar ein und ist jetzt 61 Milliarden wert. Der Oculus-Gründer baut autonome Waffensysteme für den „China 2027″-Konflikt – und Silicon Valley jubelt.

Während andere Tech-Gründer über KI-Chatbots philosophieren, baut Palmer Luckey eine Armee aus Killer-Drohnen. Sein Defense-Startup Anduril Industries hat gerade 5 Milliarden Dollar in einer Series-H-Runde eingesammelt – die Bewertung klettert auf 61 Milliarden Dollar. Thrive Capital und Andreessen Horowitz führen die Finanzierungsrunde an, wie Trending Topics berichtet. Zum Vergleich: Bei der Series-G-Runde 2024 lag die Bewertung noch bei 8,5 Milliarden Dollar.

Innerhalb eines Jahres hat sich der Wert versiebenfacht. Der Deal zeigt: Defense Tech ist das neue Fintech. Während in anderen Bereichen die Finanzierungen stocken, strömen Milliarden in autonome Waffensysteme. Anduril ist erst 2017 von Luckey und drei Ex-Palantir-Mitarbeitern gegründet worden – benannt nach Aragorns Schwert aus „Herr der Ringe“. Luckey hatte zuvor seine VR-Firma Oculus für zwei Milliarden an Facebook verkauft. Jetzt verkauft er Kriegstechnologie.

Das Arsenal: Von Loitering-Munition bis Kampfjet-Wingman

Das Produktportfolio liest sich wie ein Sci-Fi-Katalog. Anduril produziert die Loitering-Munition Altius 600M und 700M – Kamikaze-Drohnen, die bereits für die Ukraine beschafft wurden. Dazu kommen Bolt-Kampfdrohnen, die größere Ghost-Aufklärungsdrohne und der autonome Kampfjet-Wingman Fury. Mit der Barracuda-Familie steigt man ins Marschflugkörper-Geschäft ein. Unter Wasser entwickelt das Unternehmen das autonome Fahrzeug Ghost Shark.

Das Rückgrat ist Lattice OS – eine KI-Plattform, die Sensoren, Drohnen und Waffen vernetzt. Ein „Betriebssystem für den Krieg“, wie Anduril selbst formuliert. Die Software erstellt ein 3D-Echtzeit-Modell des Schlachtfelds und koordiniert autonome Systeme. CEO Brian Schimpf betont, dass seit 50 Jahren kein bedeutendes neues US-Verteidigungsunternehmen entstanden sei. Anduril positioniert sich als agile Alternative zu Lockheed Martin und Co.

Die China-2027-Wette: Luckeys geopolitisches Kalkül

Palmer Luckey begründet seine Strategie mit einer klaren Annahme: China könnte 2027 Taiwan angreifen. „Alles, woran wir arbeiten, alles, worin wir investieren, muss unter der Annahme entwickelt werden, dass China irgendwann 2027 gegen Taiwan vorgehen wird“, sagte Luckey im Podcast „Joe Rogan Experience“.

Diese „China 2027″-Strategie bestimmt alle Investitionsentscheidungen des Unternehmens. Luckey will nicht US-Soldaten in den Kampf schicken, sondern Verbündete mit autonomen Waffensystemen ausrüsten. Taiwan habe bereits eine Reihe speziell konzipierter Systeme erhalten. Für die Massenproduktion plant Anduril die Megafabrik Arsenal-1 mit 5 Millionen Quadratmetern Fläche – Kapazität für Zehntausende autonome Fahrzeuge und Waffen.

Europa-Expansion: Rheinmetall als Partner

Für den europäischen Markt kooperiert Anduril mit Rheinmetall. Gemeinsam entwickeln sie Europa-Varianten der Barracuda- und Fury-Drohnen, die in Rheinmetalls digitale Militärplattform „Battlesuite“ integriert werden.

Ein Wachstumsimpuls kam durch die Übernahme eines 22-Milliarden-Dollar-Auftrags der US Army – ursprünglich an Microsoft vergeben. Anduril entwickelt mit Meta AR/VR-Headsets für Soldaten, Produktname „EagleEye“.

Business Punk Check

Defense Tech als Wachstumsbranche – das ist die unbequeme Wahrheit hinter dieser Finanzierungsrunde. Während Tech-Idealisten von „AI for Good“ schwärmen, verdienen Investoren Milliarden mit autonomen Tötungsmaschinen. Andreessen Horowitz und Thrive Capital setzen darauf, dass geopolitische Spannungen das neue Gold sind. Palmer Luckeys „China 2027″-Strategie mag zynisch klingen, aber sie ist ehrlich: Er baut für den Krieg, nicht für den Frieden. Die Frage ist nicht, ob autonome Waffensysteme kommen – sie sind bereits da. Die Frage ist, wer sie kontrolliert.

Anduril will die Antwort sein, mit flexibler Produktion und moderner Technologie. Das 61-Milliarden-Bewertung zeigt: Der Markt glaubt daran. Ob das gut oder schlecht ist? Irrelevant. Es passiert.

Häufig gestellte Fragen

Was macht Anduril Industries?

Anduril entwickelt und produziert autonome Waffensysteme – von Kampfdrohnen über Marschflugkörper bis zu Unterwasserfahrzeugen. Die KI-Plattform Lattice OS vernetzt alle Systeme zu einem Echtzeit-Schlachtfeld-Netzwerk. Das Unternehmen wurde 2017 von Oculus-Gründer Palmer Luckey gegründet.

Warum investieren VCs 5 Milliarden in Defense Tech?

Geopolitische Spannungen, besonders rund um Taiwan und China, machen Defense Tech zur Wachstumsbranche. Anduril positioniert sich als agile Alternative zu etablierten Rüstungskonzernen und profitiert von staatlichen Großaufträgen wie dem 22-Milliarden-Dollar-AR/VR-Headset-Vertrag der US Army.

Was ist die „China 2027″-Strategie?

Palmer Luckey richtet alle Entwicklungen auf einen möglichen China-Angriff auf Taiwan 2027 aus. Alle Investitionen und Produktentwicklungen basieren auf dieser Annahme. Ziel ist es, Verbündete wie Taiwan mit autonomen Waffensystemen auszurüsten, statt US-Soldaten in den Konflikt zu schicken.

Wie arbeitet Anduril mit Rheinmetall zusammen?

Für den europäischen Markt entwickeln Anduril und Rheinmetall gemeinsam Europa-Varianten der Barracuda- und Fury-Drohnen. Diese werden in Rheinmetalls digitale Militärplattform „Battlesuite“ integriert. Die Kooperation soll Andurils Präsenz in Europa stärken und Rheinmetall moderne autonome Systeme bringen.

Quellen: Trending Topics, Podcast Joe Rogan Experience

Das könnte dich auch interessieren