Tech & Trends 65 gegen 40 Milliarden Dollar: OpenAI gewinnt die Aufmerksamkeit, Anthropic das Geschäft

65 gegen 40 Milliarden Dollar: OpenAI gewinnt die Aufmerksamkeit, Anthropic das Geschäft

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Anthropic überholt OpenAI erstmals beim Umsatz: 65 gegenüber 40 Mrd. Dollar Run-Rate. Der Grund liegt nicht an besseren Modellen, sondern an einer anderen Zielgruppe.

Zwei Firmen, die aus demselben Streit hervorgingen, kämpfen jetzt um dieselben Kunden. Anthropic, gegründet von ehemaligen OpenAI-Forschenden um Dario und Daniela Amodei, hat OpenAI im Umsatz überholt. Laut einem Bericht von Bloomberg liegt Anthropic bei einer annualisierten Umsatzrate von mehr als 65 Mrd. Dollar, erreicht Ende Juli.

OpenAI kommt demnach auf mehr als 40 Mrd. Beide Zahlen stammen von anonymen Quellen, beide Unternehmen bereiten einen Börsengang vor. Entscheidend ist weniger die absolute Zahl als die Steigung der Kurve dahinter.

Entwickler zahlen ohne zu fragen

Anthropics Vorsprung beginnt mit Claude Code, das Anfang 2025 als Research Preview startete. Damals lag die Run-Rate bei rund 1,4 Mrd. Das Produkt war kein Chatbot, sondern ein Agent, der im Terminal eigenständig Aufgaben abarbeitet. Die Zielgruppe: Entwickler, technisch versiert und zahlungskräftig.

Sie können den Nutzen eines Agenten in Zahlen ausdrücken, etwa geschlossene Tickets oder eingesparte Stunden. Wer das messen kann, kauft laut Trending Topics keine Einzellizenz, sondern Sitzplätze für ganze Teams, ohne nach dem Preis zu fragen, solange die Rechnung aufgeht. Anthropic besetzte damit die Anwendungsschicht, statt Modelle nur über die Schnittstelle zu verkaufen.

Cowork trifft die Softwarebranche empfindlich

Der zweite Schritt übertrug dasselbe Prinzip auf alle, die nicht programmieren. Claude Cowork startete Anfang 2026 und wendet die gleiche Agenten-Architektur auf Dateien, Recherchen und Analysen an. Kurz danach folgten elf Plugins für einzelne Berufsgruppen wie Vertrieb, Finanzen oder Recht.

Die Börse reagierte deutlich: Softwarewerte verloren laut Trending Topics binnen weniger Handelstage rund 285 Mrd. Dollar an Marktkapitalisierung, der S&P-Index für nordamerikanische Software brach im Jänner um 15 Prozent ein. Ein Jefferies-Stratege prägte dafür den Begriff „SaaSpocalypse“. Dahinter steckt eine Preisfrage: Übernimmt ein Agent Aufgaben, für die bisher eine Softwarelizenz nötig war, verschiebt sich der Wert vom Werkzeug zum Ergebnis.

OpenAI wächst, verliert aber mehr Geld

OpenAI setzte dagegen lange auf Reichweite im Consumer-Markt, etwa mit der Video-App Sora, die laut einer Recherche des Wall Street Journal nie über eine Million Nutzer hinauskam und inzwischen eingestellt wurde. Die frei gewordene Rechenleistung fließt seither in Coding- und Unternehmensprodukte wie Codex und ChatGPT Work. Laut heise wuchs OpenAIs Umsatz im zweiten Quartal um 18 Prozent auf 6,7 Mrd. Dollar, während sich Anthropics Umsatz im selben Zeitraum auf 11,6 Mrd.

Dollar verdoppelte. OpenAI verzeichnete dabei einen Verlust von 12,3 Mrd. Dollar, Anthropic erwirtschaftete laut demselben Bericht einen kleinen operativen Gewinn.

Business Punk Check

Fakt ist: Anthropic hat OpenAI bei der Run-Rate überholt, laut Bloomberg mit 65 gegenüber 40 Mrd. Fakt ist auch, dass es sich um eine Hochrechnung handelt, keine testierte Bilanzzahl und dass beide Firmen die Kennzahl womöglich unterschiedlich berechnen.

Interpretation: Der Vorsprung entstand durch die frühere Konzentration auf zahlungskräftige Profinutzer statt auf kostenlose Massenreichweite. Offen bleibt, ob OpenAIs Schwenk zu Codex und ChatGPT Work reicht, um den Rückstand vor einem möglichen Börsengang aufzuholen.

Auf einen Blick

  • Anthropic erreichte laut Bloomberg Ende Juli eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 65 Mrd. Dollar, OpenAI liegt bei mehr als 40 Mrd. Dollar.
  • Laut heise verdoppelte Anthropic seinen Quartalsumsatz auf 11,6 Mrd. Dollar und erzielte dabei einen kleinen operativen Gewinn.
  • OpenAI wuchs im selben Zeitraum um 18 Prozent auf 6,7 Mrd. Dollar, verzeichnete aber einen Verlust von 12,3 Mrd. Dollar.
  • Anthropics Wachstum stützt sich laut Trending Topics auf Agentenprodukte für Entwickler und Fachabteilungen wie Claude Code und Claude Cowork.

Quellen: heise, Trending Topics, The Decoder

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