let's techle it · Anthropic IPO

Eine Billion Dollar Bewertung: OpenAI startet den Börsengang-Poker

Sam Altman
Shutterstock Sam Altman
Erschienen
Lesezeit3 Min · 584 Wörter
Seite1 / 2

Der ChatGPT-Entwickler hat vertraulich Börsenunterlagen eingereicht, lässt sich aber beim Timing nicht drängen. Die paradoxe Botschaft: Wir könnten, aber wir müssen nicht. Bewertung: über eine Billion Dollar.

OpenAI hat den Börsengang-Prozess offiziell gestartet – aber will sich bloß nicht hetzen lassen. Der ChatGPT-Entwickler reichte bei der US-Börsenaufsicht SEC vertraulich einen Entwurf des Börsenprospekts ein und kommunizierte gleichzeitig eine bemerkenswerte Botschaft: Wir haben uns noch nicht auf einen Zeitpunkt festgelegt, es könnte noch eine Weile dauern, so der Konzern. Die Begründung? Manche Dinge seien als privates Unternehmen einfacher umzusetzen.

Diese paradoxe Kommunikation – IPO eingereicht, aber kein konkreter Zeitplan – ist strategisch clever. OpenAI sichert sich Optionen, ohne sich unter Druck setzen zu lassen. Analysten erwarten laut Trending Topics eine Bewertung von mehr als einer Billion US-Dollar. Zum Vergleich: Die letzte Finanzierungsrunde im März brachte dem Unternehmen bereits eine Rekordbewertung von 122 Milliarden Dollar ein, dabei flossen drei Milliarden von Privatanlegern, die beim IPO eine breitere Investitionsmöglichkeit erhalten sollen.

Rechtliche Hürden beseitigt

Der Timing ist kein Zufall. Erst im vergangenen Monat wies ein kalifornisches Gericht die Klage von Elon Musk gegen OpenAI und CEO Sam Altman ab – ein wesentliches rechtliches Hindernis für den Börsengang war damit vom Tisch, so Handelsblatt. Bei den IPO-Vorbereitungen arbeitet OpenAI mit Goldman Sachs, Morgan Stanley und der Anwaltskanzlei Cooley zusammen.

Phase 3: Die KI-Demokratisierungs-Erzählung

Parallel zur IPO-Einreichung positioniert sich OpenAI strategisch neu. Das Unternehmen beschreibt einen Wendepunkt: Nach der Forschungsphase und der Produktphase beginne nun „Phase 3“, in der sich die Wirtschaft komplett um KI neu gestalte. Die zentrale Frage: Wie wird fortschrittliche KI für jeden Menschen und jede Organisation zugänglich, erschwinglich und sicher?

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.