Tech & Trends Gartner entlarvt den KI-Bluff: 72 % scheitern oder dümpeln

Gartner entlarvt den KI-Bluff: 72 % scheitern oder dümpeln

Nur 28 Prozent der KI-Projekte in Unternehmen erreichen ihre Ziele. Gartner zeigt: Selbstheilende Infrastruktur und autonome Workflows sind Rohrkrepierer. Warum Firmen trotzdem Milliarden verbrennen.

am 7. April 2026 veröffentlichte Gartner eine Umfrage unter 782 IT-Führungskräften, die das KI-Desaster in Unternehmen schonungslos offenlegt. Nur 28 Prozent der KI-Anwendungen im Bereich Infrastruktur und Betrieb erfüllen ihre ROI-Erwartungen vollständig. 20 Prozent scheitern komplett. Der Rest Dümpelt irgendwo zwischen Pilotprojekt und Produktivbetrieb vor sich hin. Die Zahlen zeigen: Enterprise AI steckt in einer Sackgasse, aus der viele Unternehmen nicht herauskommen.

Wo KI-Projekte am häufigsten crashen

Die größten Probleme bereiten laut Gartner drei Bereiche: automatische Fehlerbehebung, selbstheilende Infrastruktur und agentengesteuertes Workflow-Management. Genau dort, wo Marketing-Versprechen am lautesten tönen, versagt die Technologie am häufigsten. Melanie Freeze, Director Research bei Gartner, bringt es auf den Punkt: KI-Initiativen scheitern, weil Unternehmen zu viel erwarten, zu schnell. Sie glauben, KI würde komplexe IT-Probleme über Nacht lösen.

Wenn die Ergebnisse ausbleiben, bricht das Vertrauen zusammen und Projekte werden abgebrochen. 57 Prozent der befragten Manager meldeten mindestens einen KI-Fehlschlag. Viele gaben an, ihre Initiativen seien zu ambitioniert oder schlecht definiert gewesen. Hinzu kommen Skills-Lücken und mangelhafte Datenqualität: 38 Prozent an schlechten oder fehlenden Daten. Die Technologie ist da, aber Unternehmen können sie nicht nutzen.

Die wenigen Erfolge konzentrieren sich auf GenAI

Erfolgreiche KI-Projekte gibt es vor allem dort, wo GenAI auf IT-Servicemanagement (ITSM) trifft. 53 Prozent der erfolgreichen Anwendungen laufen in diesem Bereich, gefolgt von Cloud-Betrieb. Der Grund: ITSM ist ein reifer Markt mit klaren Use Cases und bewährten Prozessen. GenAI kann hier konkrete Probleme lösen, ohne dass Unternehmen ihre gesamte IT-Landschaft umkrempeln müssen.

Entscheidend für den Erfolg ist laut Gartner die Integration in bestehende Workflows. 33 Prozent der erfolgreichen IT-Verantwortlichen betten KI direkt in die Systeme ein, die ihre Teams täglich nutzen. Keine Insellösungen, keine Pilotprojekte, die nie produktiv gehen. Zusätzlich braucht es Executive Support: 26 Prozent der Erfolgreichen haben volle Rückendeckung vom Management, 25 Prozent können auf funktionsübergreifende Zusammenarbeit setzen.

Warum Unternehmen trotzdem Milliarden in KI pumpen

Parallel zur Gartner-Umfrage zeigt die FAZ, dass Unternehmen ihre KI-Ausgaben massiv hochfahren. Unter den Firmen, die ihre IT-Budgets in den letzten zwei Jahren um mindestens 10 Prozent erhöht haben, geben inzwischen 60 Prozent mehr als 5 Prozent für KI aus. Die globalen IT-Ausgaben für KI-Infrastruktur sollen 2026 laut Unite 54 Prozent der gesamten IT-Investitionen ausmachen – insgesamt 2,5 Billionen Dollar.

Das Geld fließt vor allem in Cloud-Infrastruktur, Rechenleistung und Softwarelizenzen. Doch viele Unternehmen finanzieren ihre KI-Transformation durch Kannibalisierung bestehender Budgets. Statt neue Mittel zu erschließen, verschieben sie Geld von anderen IT-Projekten in KI-Initiativen. Das Ergebnis: Altlasten bleiben liegen, während neue KI-Projekte scheitern.

Business Punk Check

Die KI-Blase in Unternehmen ist real. Gartner liefert die Zahlen, die niemand hören will: 72 Prozent der KI-Projekte scheitern oder liefern nicht das, was versprochen wurde. Selbstheilende Infrastruktur? Fehlanzeige. Autonome Workflows? Funktioniert nicht.

Die Technologie ist da, aber die meisten Firmen können sie nicht nutzen, weil sie keine klare Strategie haben, keine Skills und keine sauberen Daten. Trotzdem pumpen Unternehmen Milliarden in KI, weil sie Angst haben, den Anschluss zu verlieren. Sie finanzieren die Transformation, indem sie bestehende IT-Budgets kannibalisieren – ein gefährliches Spiel. Wer jetzt auf KI setzt, muss realistisch bleiben: Erfolg gibt es nur dort, wo KI in bestehende Prozesse integriert wird, wo das Management voll dahintersteht und wo Use Cases klar definiert sind. Alles andere ist Geldverbrennung. Für Early Adopters heißt das: Finger weg von selbstheilender Infrastruktur und autonomen Workflows. Konzentriert euch auf GenAI im ITSM und Cloud-Betrieb. Dort funktioniert die Technologie heute schon. Alles andere ist Hype.

Häufig gestellte Fragen

Welche KI-Projekte scheitern am häufigsten in Unternehmen?

Laut *Gartner* scheitern vor allem KI-Projekte in den Bereichen automatische Fehlerbehebung, selbstheilende Infrastruktur und agentengesteuertes Workflow-Management. Diese Anwendungen sind technisch zu komplex und schlecht in bestehende IT-Landschaften integrierbar. Unternehmen sollten sich stattdessen auf GenAI im IT-Servicemanagement konzentrieren, wo die Erfolgsquote bei 53 Prozent liegt.

Warum geben Unternehmen trotz hoher Fehlerquoten so viel Geld für KI aus?

Unternehmen fürchten, den Anschluss zu verlieren, und investieren massiv in KI-Infrastruktur. 60 Prozent der Firmen, die ihre IT-Budgets um mindestens 10 Prozent erhöht haben, geben mehr als 5 Prozent für KI aus. Viele finanzieren diese Investitionen durch Kannibalisierung bestehender IT-Budgets – ein riskantes Vorgehen, das Altlasten liegen lässt und neue Projekte gefährdet.

Welche KI-Tools sollten Unternehmen priorisieren?

Erfolgreiche KI-Projekte konzentrieren sich auf GenAI im IT-Servicemanagement und Cloud-Betrieb. Diese Bereiche haben klare Use Cases, reife Märkte und bewährte Integrationsmöglichkeiten. Unternehmen sollten KI direkt in bestehende Workflows einbetten und auf volle Unterstützung durch das Management setzen. Pilotprojekte ohne klare Produktivstrategie sind Geldverschwendung.

Ist der KI-Trend in Unternehmen praxistauglich oder nur Hype?

Die Gartner-Zahlen zeigen: KI ist praxistauglich, aber nur in spezifischen Bereichen. 28 Prozent der Projekte erfüllen ihre ROI-Erwartungen vollständig, vor allem im ITSM und Cloud-Betrieb. Der Rest ist Hype. Selbstheilende Infrastruktur und autonome Workflows funktionieren heute nicht zuverlässig genug für den Produktiveinsatz. Unternehmen müssen realistisch bleiben und sich auf bewährte Anwendungsfälle konzentrieren.

Was kostet die KI-Transformation wirklich?

2026 sollen 54 Prozent der globalen IT-Ausgaben in KI-Infrastruktur fließen – insgesamt 2,5 Billionen Dollar laut *Unite*. Viele Unternehmen finanzieren diese Transformation durch Umschichtung bestehender IT-Budgets statt durch neue Mittel. Das führt zu Problemen: Altlasten bleiben liegen, neue Projekte scheitern. Wer KI erfolgreich einsetzen will, braucht zusätzliche Budgets und klare Priorisierung.

Quellen: Gartner, Unite, FAZ, Golem

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