Tech & Trends Musk verbrennt 6,4 Milliarden – und kauft mehr Dreckschleudern

Musk verbrennt 6,4 Milliarden – und kauft mehr Dreckschleudern

SpaceX-IPO-Unterlagen enthüllen: xAI verlor 2025 sage und schreibe 6,4 Milliarden Dollar. Musks Antwort? Weitere 2,8 Milliarden für Gasturbinen ausgeben – während die EPA wegen illegaler Generatoren ermittelt.

Elon Musk hat ein Talent dafür, Geld zu verbrennen. Aber was SpaceX gerade in seinen IPO-Unterlagen offenlegt, übertrifft selbst seine eigenen Standards: xAI, Musks KI-Unternehmen, verzeichnete 2025 operative Verluste von 6,4 Milliarden Dollar – bei gerade einmal 3,2 Milliarden Dollar Umsatz. Das ist keine Durststrecke mehr. Das ist ein finanzielles Desaster mit Ansage.

Die Zahlen zeichnen ein brutales Bild. 2024 lag der Verlust noch bei 1,56 Milliarden Dollar, bei 2,62 Milliarden Umsatz. Innerhalb eines Jahres hat sich die Schere nicht nur geöffnet – sie klafft mittlerweile auseinander wie ein Grand Canyon der Verschwendung. Während Konkurrent Anthropic im zweiten Quartal angeblich seinen ersten operativen Gewinn einfährt und seinen Umsatz auf 10,9 Milliarden Dollar hochschraubt, versenkt Musk weiter Kapital in eine Maschinerie, die bisher vor allem eines produziert: rote Zahlen.

Von 117 Millionen Nutzern – aber nur jeder Fünfte nutzt Grok

Die User-Zahlen sind ernüchternd. Von 550 Millionen monatlich aktiven Nutzern über X und Grok hinweg nutzen lediglich 117 Millionen tatsächlich Groks KI-Features, wie TechCrunch berichtet. Das sind gerade einmal 21 Prozent. Vier von fünf Nutzern lassen die KI links liegen – und das, obwohl xAI allein im ersten Quartal 2026 satte 7,7 Milliarden Dollar an Capex verbrannt hat. Hochgerechnet aufs Jahr wären das über 30 Milliarden Dollar – mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Musks Plan: Grok auf „multiple Billionen Parameter“ skalieren, wie das SpaceX-Filing verspricht.

Ein „Quantensprung in Tiefe und Intelligenz“, heißt es da vollmundig. Nur: Wer soll das bezahlen? Die 365 Millionen Dollar aus X- und Grok-Abos? Die lächerlichen 88 Millionen aus Datenlizenzierung? Die 116 Millionen aus Werbung? Das sind Peanuts gemessen an den astronomischen Ausgaben.

Turbinen-Gate: Verklagt, aber unbelehrbar

Parallel dazu eskaliert ein weiteres Drama. Die NAACP hat xAI im April verklagt – wegen illegaler Nutzung von 46 Erdgas-Turbinen am Rechenzentrum nahe Memphis, Tennessee. Genehmigt sind lediglich 15. Jede einzelne dieser Turbinen kann jährlich über 2.000 Tonnen NOx-Emissionen ausstoßen, ein Cocktail aus Chemikalien, der Asthma und Smog befeuert – und das in einer der am stärksten verschmutzten Regionen des Landes. xAI argumentiert, die Turbinen seien „mobil“, weil sie noch auf den Transport-Trailern stehen. Ein juristischer Winkelzug, der auf eine Grauzone zwischen bundesstaatlichen und föderalen Regularien setzt.

Die EPA sieht das anders: Sie hat bereits geurteilt, dass xAI gegen Bundesrecht verstößt. Die NAACP fordert eine einstweilige Verfügung. Musks Reaktion? xAI plant, in den nächsten drei Jahren weitere 2,8 Milliarden Dollar für Gasturbinen auszugeben – davon 2 Milliarden explizit für mobile Gasturbinen. Genau jene Technologie, die ihm gerade eine Klage und EPA-Ermittlungen eingebrockt hat. SpaceX räumt im Filing selbst ein: Sollten Genehmigungen entzogen oder Injunctions erlassen werden, würde das „unser AI-Geschäft erheblich beeinträchtigen.“.

Das Versprechen: Orbitale Rechenzentren ab 2028

Musks langfristige Vision klingt wie Science-Fiction – und ist möglicherweise seine einzige Chance, die Kostenexplosion zu stoppen. Ab 2028, so das Filing, sollen orbitale KI-Rechenzentren ins All geschossen werden. Günstiger als irdische Data-Center, verspricht Musk.

Ob das funktioniert? Frühestens in zwei Jahren werden wir es wissen. Bis dahin brennt das Geld weiter.

Business Punk Check

Musk spielt hier Roulette mit Milliarden – und setzt auf Schwarz, während die Kugel längst auf Rot rollt. 6,4 Milliarden Verlust bei mickriger Nutzerakzeptanz, dazu rechtliche Brandherde und eine EPA, die nicht lockerlässt. Anthropic macht Gewinn, OpenAI bereitet seinen IPO vor – und xAI? Verbrennt Kapital schneller, als Grok Antworten generieren kann. Die harte Wahrheit: Selbst wenn Grok auf Billionen Parameter skaliert – ohne zahlende Nutzer bleibt es ein teures Tech-Spielzeug. Orbitale Rechenzentren sind visionär, aber auch ein Eingeständnis: Am Boden funktioniert das Geschäftsmodell nicht.

Musks Wette lautet: Bigger is better. Aber was, wenn bigger einfach nur teurer ist? Investoren sollten sich warm anziehen. Diese IPO-Achterbahnfahrt wird holprig.

Häufig gestellte Fragen

Warum verliert xAI so viel Geld?

xAI investiert massiv in Rechenkapazität und Infrastruktur, um Grok zu skalieren. Die Ausgaben für Data-Center und Hardware übersteigen die Einnahmen aus Abos, Werbung und Datenlizenzierung bei weitem. Allein Q1 2026 verschlang 7,7 Milliarden Dollar Capex.

Warum wird xAI verklagt?

Die NAACP klagt, weil xAI 46 ungenehmigte Erdgas-Turbinen am Memphis-Rechenzentrum betreibt – genehmigt sind nur 15. Jede Turbine emittiert über 2.000 Tonnen NOx jährlich in einer hochbelasteten Region. Die EPA hat bereits einen Rechtsverstoß festgestellt.

Was sind orbitale Rechenzentren?

Musk plant ab 2028, KI-Rechenzentren ins Weltall zu schießen. Sie sollen günstiger sein als terrestrische Data-Center und Musks Kostenprobleme lösen. Technisch ist das noch unbewiesen – ein High-Risk-Manöver.

Wie viele Nutzer hat Grok wirklich?

Von 550 Millionen monatlich aktiven Nutzern über X und Grok nutzen nur 117 Millionen aktiv Grok-Features – also 21 Prozent. Vier von fünf Nutzern ignorieren die KI trotz massiver Investitionen.

Quellen: TechCrunch, TechCrunch

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