Tech & Trends Nach SpaceX: OpenAI und Anthropic stehen vor dem größten IPO-Poker der KI-Ära

Nach SpaceX: OpenAI und Anthropic stehen vor dem größten IPO-Poker der KI-Ära

SpaceX macht’s vor, OpenAI und Anthropic ziehen nach: Drei Mega-Börsengänge sollen Billionen-Bewertungen durchsetzen. Doch Experten warnen: Das Zeitfenster ist klein – und die Risiken sind gigantisch.

Die Wall Street hat ein neues Lieblingsspiel: Billionen-Bewertungen an die Börse bringen. SpaceX lieferte vergangene Woche die Blaupause. Ergebnis am ersten Handelstag: plus 19 Prozent, Bewertung von 1,8 Billionen Dollar hält. Für die KI-Schwergewichte OpenAI und Anthropic ist das mehr als ein Signal – es ist die Einladung, jetzt nachzuziehen. Beide gelten als heiße Kandidaten für einen künftigen Börsengang, haben aber bisher keinen offiziellen IPO-Antrag veröffentlicht, wie Handelsblatt berichtet. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann.

Der SpaceX-Effekt: Märkte schlucken Billionen-Deals

Martin Geißler von Argon & Co bringt es auf den Punkt: SpaceX öffnet „vielleicht eine einmalige Tür für Mega-IPOs“, so Handelsblatt. Die Rechnung dahinter ist simpel. Wenn Investoren bereit sind, einem Raumfahrt- und KI-Konzern fast zwei Billionen Dollar zuzugestehen, warum sollten sie bei ChatGPT-Erfinder OpenAI oder Claude-Entwickler Anthropic kneifen? Die Kapitalmärkte haben gezeigt: Sie können diese Summen aufnehmen – zumindest kurzfristig. Doch die Euphorie hat einen Haken.

Laut Platow und Zeit drängen sich drei Emissionen mit einem Gesamtvolumen von mehreren hundert Milliarden Dollar in denselben Markt. Medienberichten zufolge werden für OpenAI bei künftigen Finanzierungs- oder Börsengängen Bewertungen im Bereich von mehreren hundert Milliarden US-Dollar diskutiert; offiziell bestätigt sind solche Zielbewertungen jedoch nicht. Einige Medien und Analysten schätzen, dass Anthropic bei künftigen Transaktionen mit bis zu rund 200 Milliarden US-Dollar bewertet werden könnte; es handelt sich hierbei um Schätzungen, nicht um bestätigte offizielle Bewertungen. Das Problem: Zu viele Tech-Giganten auf einmal könnten bestehende Titel verdrängen und Liquidität abziehen. Die WirtschaftsWoche bezeichnet die hohen Bewertungen großer Tech- und KI-Werte sinngemäß als Warnsignal für die Börsen.

Timing ist alles – und das Fenster schließt sich

Hier wird es heikel. Experten sind sich einig: Das Tempo der IPOs entscheidet über Erfolg oder Fiasko. Kommen die Börsengänge zu dicht getaktet, droht ein Liquiditätsengpass. Anleger müssen wählen, wo sie ihr Kapital parken – und nicht jeder kann sich drei Billionen-Bets gleichzeitig leisten. Die Tagesschau zitiert Analysten, die vor einer Verdrängung kleinerer Tech-Werte warnen.

Wenn OpenAI und Anthropic zu lange warten, könnte die Marktstimmung kippen. Steigen die Zinsen oder korrigieren KI-Aktien, war’s das mit den Traumpreisen. Anthropic braucht frisches Kapital für den Ausbau seiner Recheninfrastruktur. Laut Medienberichten erzielt OpenAI durch ChatGPT-Abos und Unternehmens-/API-Lizenzen inzwischen Milliardenumsätze, aber die Konkurrenz schläft nicht. Beide wissen: Wer jetzt zögert, riskiert, dass SpaceX das gesamte IPO-Momentum abschöpft.

Business Punk Check

Klar, Billionen-Bewertungen klingen sexy. Aber seien wir ehrlich: Drei Mega-IPOs in einem Jahr sind ein Hochrisiko-Experiment. Die Märkte haben SpaceX geschluckt – ob sie auch OpenAI und Anthropic verdauen, steht auf einem anderen Blatt. Die KI-Hype-Blase ist längst aufgeblasen, und wenn die Fed die Zinsen anzieht, platzt die Party schneller als ChatGPT einen Prompt beantwortet.

Für Investoren heißt das: Wer bei OpenAI oder Anthropic einsteigt, sollte nicht auf schnelle Kursgewinne spekulieren, sondern auf langfristiges Wachstum setzen. Und realistisch bleiben: Nicht jeder dieser Deals wird halten, was er verspricht. Das Timing-Fenster ist verdammt klein – wer zu spät kommt, zahlt die Zeche.

Quellen: WirtschaftsWoche, Handelsblatt, Platow, Whathappened, Handelsblatt, Tagesschau, Zeit, X, Sueddeutsche, Instagram

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