Tech & Trends SpaceX: 911 Millionen Aktien treffen auf Verlust-Zahlen

SpaceX: 911 Millionen Aktien treffen auf Verlust-Zahlen

SpaceX steht vor dem ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen – zeitgleich endet die Haltefrist für 911 Millionen Aktien. Analysten erwarten höhere Verluste und warnen vor Turbulenzen.

SpaceX steht vor dem ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen – zeitgleich endet die Haltefrist für 911 Millionen Aktien. Analysten erwarten höhere Verluste und warnen vor Turbulenzen.

Elon Musks Raumfahrtkonzern steht vor einem doppelten Stresstest: Am 4. August präsentiert SpaceX erstmals Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen. Zwei Tage später endet die Haltefrist für rund 911 Millionen Mitarbeiteraktien.

Das Timing könnte kaum ungünstiger sein. Die Aktie notiert bereits 18 Prozent unter dem Ausgabepreis von 135 Dollar, Analysten rechnen mit einem Quartalsverlust von über 4 Milliarden Dollar. Morgan Stanley warnt vor massiven Kursschwankungen – und vergleicht die Situation mit dem kritischsten Moment eines Raketenstarts.

Verlustzone statt Profitabilität

Die Erwartungen sind gedämpft. SpaceX schrieb 2025 einen Verlust von 4,9 Milliarden Dollar, im ersten Quartal 2026 belief sich das Minus auf 4,3 Milliarden Dollar. Für das zweite Quartal prognostiziert die Wall Street einen Umsatz von 6,82 Milliarden Dollar – doch Gewinn? Fehlanzeige.

Die Analysten von Morgan Stanley rechnen sogar mit einem höheren Verlust als erwartet. Der einzige Lichtblick: Starlink. Das Satelliten-Breitbandgeschäft erzielte im ersten Quartal 1,2 Milliarden Dollar Umsatz und gilt als Cashflow-Motor des Konzerns. Laut Global wuchs die Zahl der Starlink-Abonnenten 2025 um 229 Prozent.

Max Q: Maximaler Druck auf die Aktie

Morgan Stanley nutzt eine Metapher aus der Raumfahrt: „Max Q“ bezeichnet den Punkt beim Raketenstart, an dem der Luftwiderstand seinen Höhepunkt erreicht. Genau dort befinde sich die SpaceX-Aktie jetzt. Die Volatilität liegt bei 148,7 Prozent – doppelt so hoch wie der historische Durchschnitt von 74,9 Prozent.

August können frühe Investoren und Mitarbeiter ihre Anteile verkaufen. Das Volumen: rund 100 Milliarden Dollar. Falls viele Insider aussteigen, droht ein Kursrutsch. Die Aktie handelt aktuell bei 111 Dollar – weit entfernt vom Zwischenhoch von 225 Dollar kurz nach dem Börsengang.

KI-Wette ohne Rendite-Garantie

SpaceX investiert massiv in künstliche Intelligenz, doch die Rechnung geht bisher nicht auf. Im ersten Quartal 2026 erzielte das KI-Segment 818 Millionen Dollar Umsatz – bei explodierenden Investitionsausgaben. Analyst Nicolas Owens von Morningstar ist skeptisch: Er rechne nicht damit, dass der KI-Bereich langfristig profitabel werde.

Die Infrastrukturverträge mit Anthropic, Google und möglicherweise Reflection bringen zwar Einnahmen, doch die Kosten für den Ausbau der Rechenkapazitäten steigen schneller. Owens hält die Aktie für überbewertet und setzt sein Kursziel bei 63 Dollar an – 43 Prozent unter dem aktuellen Kurs.

Starship als letzte Hoffnung

Das Weltraumgeschäft bleibt die Kernkompetenz. SpaceX dominiert die private Raumfahrt und plant, noch 2026 operative Nutzlasten mit dem Starship zu transportieren. Die wiederverwendbare Trägerrakete soll zehnmal mehr Gewicht befördern als die Falcon 9. Doch bis Starship profitabel wird, vergehen Jahre.

Investoren müssen sich entscheiden: Glauben sie an die Vision von Rechenzentren im All und wöchentlichen Raketenstarts? Oder ist die Bewertung von 1,77 Billionen Dollar pure Spekulation? Morgan Stanley bleibt optimistisch und sieht ein Kurspotenzial von 170 Prozent – sofern die KI-Wette aufgeht.

Business Punk Check

SpaceX ist das Paradebeispiel für Tech-Hype trifft Realität. Der Konzern verbrennt Milliarden, während Analysten von „implizitem KI-Wert“ schwärmen. Die Wahrheit: Starlink finanziert ein defizitäres Raumfahrtprogramm und ein KI-Geschäft ohne Profitabilität. Die Haltefrist-Falle am 6. August wird zeigen, ob Insider an die Story glauben oder lieber Kasse machen.

Morgan Stanleys Kursziel von 300 Dollar basiert auf der Annahme, dass KI-Infrastruktur irgendwann Geld abwirft – eine Wette, keine Gewissheit. Wer jetzt einsteigt, spekuliert auf Musks Visionskraft. Wer wartet, sieht vielleicht einen Kurs von 63 Dollar – wie Morningstar prognostiziert. Die nächsten Wochen entscheiden, ob SpaceX ein Amazon-Moment bevorsteht oder ein WeWork-Desaster. Early Adopters sollten sich fragen: Ist das Disruption oder nur teures Marketing?

Quellen: Business Insider, Futurezone, Global

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