Tech & Trends SpaceX-Zahlen: Die Rakete ist jetzt zweitrangig

SpaceX-Zahlen: Die Rakete ist jetzt zweitrangig

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SpaceX hat seinen Umsatz verdoppelt, doch nicht Raketen treiben das Wachstum, sondern gemietete KI-Rechenpower. Die Weltraumfirma ist längst eine Cloud-Company.

4,3 Milliarden Dollar Umsatz mit Starlink, 2,6 Mrd. Dollar mit künstlicher Intelligenz: In SpaceX‘ erstem Quartalsbericht seit dem Börsengang hat die KI-Sparte die klassische Raketensparte erstmals überflügelt, wie The Verge aus den Geschäftszahlen berichtet. Der Gesamtumsatz stieg laut TechCrunch von 4 Mrd. Dollar im zweiten Quartal 2025 auf 7,8 Mrd. Dollar im zweiten Quartal 2026, ein Plus von 92 Prozent.

Fast 2 Mrd. Dollar davon stammen aus der KI-Sparte. Die Firma, die Menschen zum Mars bringen will, verdient ihr Geld inzwischen vor allem mit Serverkapazität und Satelliteninternet.

Aus xAI wird ein Vermietungsgeschäft

Die KI-Sparte von SpaceX war früher Elon Musks eigenständiges Start-up xAI, das mit dem Chatbot Grok gegen OpenAI und Anthropic antreten sollte, laut TechCrunch aber wiederholt scheiterte und für Skandale sorgte, etwa als Grok sich selbst „MechaHitler“ nannte oder kinderpornografische Inhalte generierte. Statt weiter gegen die Platzhirsche zu kämpfen, wurde xAI in SpaceX integriert.

Die für das Training eigener Modelle gebauten Rechenzentren in und bei Memphis werden nun stattdessen an Konkurrenten vermietet: Im Mai schloss SpaceX einen Compute-Deal mit Anthropic, im Juni mit Google, wie TechCrunch berichtet. Damit tritt der Raumfahrtkonzern in direkte Konkurrenz zu spezialisierten Cloud-Anbietern wie CoreWeave.

Musk verspricht hundert Milliarden Dollar Jahresumsatz

CFO Bret Johnsen erklärte laut TechCrunch, es lägen bereits weitere 6,7 Mrd. Dollar an Cloud-Umsatz unter Vertrag, die ab Oktober anlaufen sollen. Nach vollständiger Integration der KI-Codeplattform Cursor, deren Übernahme laut Musk kurz vor dem Abschluss steht, erwartet Johnsen einen annualisierten Umsatzlauf von 100 Mrd. Dollar bis Jahresende. Musk selbst ging weiter: „Die 100 Mrd. Dollar ARR im Dezember sind keine Frage. Das würden wir erreichen, wenn wir im Grunde nichts täten.“ Trotz der Wachstumsversprechen bleibt SpaceX defizitär, wenn auch mit kleinerem Verlust: 541 Mio. Dollar im Quartal, nach 1 Milliarde Dollar im Vorjahresquartal, laut TechCrunch. Die KI-Sparte allein verlor laut The Verge 1,5 Mrd.

Starlink bleibt der stille Gewinnbringer

Während KI und Weltraumtechnik Geld verbrennen, liefert Starlink mit 4,2 Mrd. Dollar Umsatz laut The Verge den einzigen profitablen Bereich des Unternehmens. Das Wachstum von 1,7 Mrd. Dollar stützt sich auch auf die geplante Ausweitung mit schwereren Satellitengenerationen, für deren Transport das Starship-Raketensystem nötig ist.

Die Entwicklungskosten dafür stiegen laut The Verge um 389 Mio. Insgesamt gab SpaceX im ersten Halbjahr mehr als 28 Mrd. Dollar für Investitionen aus, nach 7 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum, so TechCrunch. Trotz besser als erwarteter Zahlen fiel die Aktie nachbörslich, nachdem sie zunächst gestiegen war.

Business Punk Check

Fakt ist: SpaceX verdient laut den Quartalszahlen erstmals mehr mit vermieteter Rechenleistung als mit Raketenstarts. Das ist eine bemerkenswerte Neuausrichtung, keine bloße Randnotiz.

Interpretationsspielraum bleibt bei Musks Ansage, die 100-Milliarden-Dollar-Marke sei „keine Frage“: Das ist eine Prognose, keine Bilanzzahl. Offen ist zudem, ob das margenschwache Compute-Vermietgeschäft langfristig so profitabel bleibt wie im aktuellen Quartal, in dem freie Kapazität einfach nur ausgelastet wurde.

Auf einen Blick

  • Die KI-Sparte von SpaceX erzielte im zweiten Quartal 2026 laut The Verge 2,6 Mrd. Dollar Umsatz und übertraf damit erstmals die klassische Raumfahrtsparte mit 962 Mio. Dollar.
  • Der Gesamtumsatz verdoppelte sich laut *TechCrunch* auf 7,8 Mrd. Dollar, unter anderem durch neue Compute-Deals mit Anthropic und Google.
  • SpaceX bleibt insgesamt defizitär mit einem Quartalsverlust von 541 Mio. Dollar, während CFO Bret Johnsen einen Jahresumsatz von 100 Mrd. Dollar bis Jahresende in Aussicht stellt.
  • Starlink bleibt laut mit 4,2 Mrd. Dollar Umsatz der einzige profitable Geschäftsbereich des Unternehmens.

Quellen: TechCrunch, The Verge

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