Tech & Trends The Platformers: Warum Tech-Giganten im KI-Zeitalter überleben und regieren

The Platformers: Warum Tech-Giganten im KI-Zeitalter überleben und regieren

Daten regieren, und The Platformers sitzen auf dem Thron

Alle sprechen von KI – aber ohne Daten ist jede KI dumm. Wer hat die meisten, besten und sensibelsten Unternehmensdaten der Welt? Richtig: The Platformers. Ob SAPs ERP-Systeme, Oracles Datenbanken oder Salesforce’ CRM-Plattform – hier liegen die operativen Nervensysteme der Wirtschaft. Alphabet und Microsoft liefern dazu die Cloud-Power und eigene KI-Modelle. Start-ups müssen oft auf die Infrastruktur der Großen zurückgreifen – und zahlen dabei doppelt: Mit Geld und Abhängigkeit.

Diese strukturellen Vorteile werden durch das derzeitige Marktverhalten untermauert. SAP hat mit seiner Business-AI-Initiative die Cloud-Umsätze deutlich gesteigert, während Oracle sich über eine KI-befeuerte Nachfrage nach seiner Infrastruktur freuen darf. OpenAI trainiert neuerdings auf Oracle-Cloud, Microsoft kontrolliert über Azure und Copilot einen großen Teil der Produktivitäts-KI, und Salesforce integriert generative KI direkt in seine Suite.

Laut Gartner werden bis 2026 rund 80 % aller Unternehmenssoftwares KI-Funktionen integriert haben, ein Sprung von unter 1 % im Jahr 2023. Klingt gut für alle – doch in der Realität heißt das vor allem: KI wird Commodity. Wenn die Großen „einfach mitliefern“, wer braucht dann noch kleine Punktlösungen?

KI-Agenten: Die nächste Software-Revolution – und The Platformers liefern sie mit

Die nächste Evolutionsstufe der KI sind autonome Agenten: digitale Assistenten, die Aufgaben nicht nur begleiten, sondern eigenständig übernehmen – von Buchhaltung über HR bis zur rechtlichen Prüfung. PwC beschreibt diese Agenten bereits als „kommende Co-Worker der Betriebswelt“, die Prozesse um bis zu 60 % beschleunigen und ganze Tätigkeitsbereiche übernehmen könnten.

Und wo laufen diese Agenten? Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf isolierten Start-up-Tools, sondern direkt auf den Plattformen von The Platformers. Microsofts Copilot, SAPs Joule, Salesforces Einstein – allesamt erste Schritte in Richtung intelligenter Agenten-Ökosysteme. Warum zehn verschiedene Spezialagenten verwalten, wenn ein Plattformanbieter ein vollintegriertes System mitliefert?

Diese Agenten könnten das Software-Paradigma komplett verändern. Statt Dutzender Einzelanwendungen mit manueller Bedienung steuert ein zentraler KI-Agent Workflows autonom. Anwendungen werden zu passiven Infrastrukturen. Und wer liefert diese? Genau: The Platformers. Denn sie bieten Daten, Nutzerzugang und Integration aus einer Hand.

SaaS-Start-ups: Von Held zu Helfer?

Was bedeutet das für die Start-up-Welt? Das klassische SaaS-Modell steht unter Druck. Wer eine einzelne KI-Funktion anbietet, die Microsoft, Google oder Oracle bald mitrollt, spielt ein gefährliches Spiel. Die Kunden wollen weniger Tools, nicht mehr – Stichwort Subscription-Fatigue. Dazu kommen steigende API-Kosten (etwa für GPT-Zugriffe), die kleine Anbieter zusätzlich belasten.

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