Tech & Trends Warum Braun mehr als nur ein Hersteller sein will

Warum Braun mehr als nur ein Hersteller sein will

Kronberg klingt nach einem Ort, an dem nicht allzu viel Spektakuläres passiert. Fachwerkhäuser, Streuobstwiesen, Frankfurt am Horizont. Aber wer hier arbeitet, merkt schnell: Das ist kein Zufall, sondern Strategie. Die Ruhe schafft Platz zum Denken, während überall sonst die Industrie im Sprint läuft.

Wir forschen hier an Rasierern. Das klingt nicht weltbewegend, ist aber die zentrale Herausforderung, mit dem sich ein mehr als 100 Jahre altes Unternehmen konfrontiert sieht: Ändern sich wirklich die Ansprüche an einen Rasierer? Was wollen Männer heute? Sind diese Fragen nicht längst alle beantwortet?

Von Frankfurt in den Taunus

Max Braun gründet 1921 eine Werkstatt in Frankfurt. Elektronik ist damals nicht Routine, sondern Experiment. Das Unternehmen zieht nach Kronberg – und bleibt. Hier entwickelt sich aus einer Vision eine Marke, die Designgeschichte schreibt. In den 1950er-Jahren wird Braun zum Synonym für Klarheit und Funktionalität. Mit Dieter Rams entsteht eine Philosophie, die bis heute weltweit zitiert wird: „Weniger, aber besser.“ Keine Effekthascherei, keine Spielereien, sondern Produkte, die sich nicht aufdrängen und doch Maßstäbe setzen.

Hier wird es interessant für uns als Forscher: Das ist keine Lifestyle-Aussage. Das ist ein wirtschaftliches und technisches Problem. Wie entwickelst du etwas, das nicht nach zwei Jahren im Müll landet? Und wie bleibt das wirtschaftlich tragfähig? Diese Fragen sind nicht Retro, sie sind aktuell – vielleicht sogar brennender denn je.

Was wir tatsächlich tun

Im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Braun in Kronberg machen wir das, was laut sein sollte, still: systematische Detailarbeit. Wir fragen nicht „Was ist cool?“, sondern „Wie verhält sich ein Rasierkopf unter realen Bedingungen? Wie ändert sich Verschleiß, wenn Menschen auf unterschiedliche Weise rasieren, in unterschiedlichen Klimazonen, mit unterschiedlichen Hauttypen? Welche Materialien halten wirklich, wenn sie nicht im Labor getestet werden, sondern in echten Badezimmern?“

Das ist Messung, Dokumentation, Iteration. Wir sammeln Feedback aus aller Welt und bauen es systematisch ein – nicht nur weil am Ende nur Kundenzufriedenheit zählt, sondern auch aus einer einfachen Einsicht: Theoretische Lösungen funktionieren im Labor. Aber dort nutzt sie keiner. Der Unterschied zwischen Theorie und Anwendung ist größer, als man denkt.

Qualität. Made in Germany.

Wir entwickeln und produzieren bewusst in Deutschland, nicht aus Marketinggründen, sondern weil wir damit ein Problem angehen, das viele in der Industrie ignorieren: Transparenz. In Walldürn wird gebaut, in Kronberg entwickelt – und das ist nicht Arbeitsteilung, das ist Kontinuität. Wenn man jeden Produktionsschritt verfolgen kann, lassen sich Standards setzen, die nicht nur auf dem Papier stehen. Zwischen globaler Vernetzung und lokaler Gelassenheit entsteht in Kronberg Raum für Innovation. Die Nähe zu Frankfurt verbindet uns mit unseren Wurzeln, während die Ruhe des Taunus Raum für kreatives Denken schafft. Wir arbeiten in den Laboren nicht an Trends, sondern an Lösungen, die bleiben.  Der Braun Series 9 Pro+ ist das Resultat dieser Forschung: adaptiver Scherkopf, langlebige Materialien, minimales Design. Das hat seinen Preis. Wir sagen nicht: „Billiger ist besser“. Wir sagen: „Langlebigkeit und Nachhaltigkeit lohnt sich.“

Forschung in Echtzeit

Was unterscheidet uns von anderen? Die Grundsätze und Leitlinien und eine Designgeschichte, die uns seit über 100 Jahren prägen. Wenn wir einen neuen Scherkopf entwickeln, testen wir nicht drei Varianten. Wir testen hunderte Parameter. Das braucht Zeit und Ressourcen. Uns geht es nicht um schnelle, sondern um optimale Ergebnisse.

Was sich verändert, was nicht

Von 1921 bis heute hat sich die Methodik radikal verschoben – von Handwerk zu Datenanalyse, von Intuition zu messbarer Forschung. Was geblieben ist, ist hartnäckiger: der Anspruch, es nicht einfach zu machen, sondern es richtig zu machen. In einer Industrie, die auf Innovationsbeschleunigung setzt, verfolgen wir einen anderen Weg. Gründliche Forschung, funktionierende Produkte, Dauerhaftigkeit. Das ist unsere wirkliche Arbeit hier in Kronberg. Nicht Innovation als Buzzword, sondern als unbequemes, langsames, systematisches Hinterfragen jeder Entscheidung.

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