Tech & Trends WhatsApp: Admin-Profile und Bezahlfunktion als Einstieg in die Monetarisierung

WhatsApp: Admin-Profile und Bezahlfunktion als Einstieg in die Monetarisierung

WhatsApp gibt Channel-Admins ein Gesicht und testet Bezahlfunktionen fürs Ausland. Für Deutschland ist beides noch nicht bestätigt, das Muster dahinter schon.

Ein Messenger, der über eine Milliarde Nutzer täglich öffnen, hat bislang kaum sichtbare Wege gekannt, damit Geld zu verdienen. Das ändert sich gerade in zwei kleinen, aber aufschlussreichen Schritten: Admin-Profile für Channels und eine mögliche Ausweitung der Bezahlfunktion.

Beide Neuerungen wirken auf den ersten Blick wie Komfort-Updates. Zusammengenommen zeigen sie, wohin Meta den Dienst steuert.

Admin-Profile trennen Person und Marke

In der Android-Beta-Version 2.26.33.7 können Channel-Admins künftig einen eigenen Namen mit bis zu 25 Zeichen sowie ein Profilbild hinterlegen, das bei ihren Updates erscheint, wie t3n unter Berufung auf WABetaInfo berichtet. Aktiviert wird die Funktion über die Channel-Einstellungen, wo eine neue Option namens „Show admin profile on updates“ auftaucht. Standardmäßig ist sie deaktiviert.

Das persönliche WhatsApp-Konto samt Telefonnummer bleibt dabei laut WABetaInfo verborgen, auch bei mehreren Admins pro Channel lässt sich jedes Profil einzeln einrichten, inklusive Vorschau vor dem Speichern. Für Redaktionen, Vereine oder Unternehmen mit mehrköpfigen Social-Teams bedeutet das erstmals nachvollziehbare Autorschaft, ohne private Daten preiszugeben. Follower sehen künftig nicht nur, dass eine Marke gepostet hat, sondern welche Person konkret dahintersteckt. Es ist eine kleine Funktion mit großer Wirkung auf Vertrauen und Zurechenbarkeit, gerade bei News-Channels oder Unternehmensseiten mit wechselnden Verantwortlichen.

Payment-Ausweitung zielt auch auf den deutschen Markt

Parallel testet WhatsApp in der iOS-Beta 26.33.10.70 eine Funktion, mit der Nutzer Geld direkt an Kontakte senden sowie Karten-, Rechnungs- und Versanddaten hinterlegen können. Hinterlegte Zahlungsinformationen sollen sich laut t3n zudem herunterladen oder vollständig löschen lassen, ein Hinweis darauf, dass Meta bei diesem sensiblen Feature auf Transparenz gegenüber Datenschutzbehörden setzt. Der Bezahldienst ist in Indien und Brasilien aktiv; in Singapur ist er auf Zahlungen an Unternehmen beschränkt.

Auf Screenshots von WABetaInfo tauchen nun auch Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Australien, Kanada, Ghana, die Niederlande und die USA auf. Ein Start hierzulande ist damit ausdrücklich nicht bestätigt, sondern lediglich als mögliche Testregion erkennbar. Für eine Ausweitung in EU-Märkte braucht Meta je Land die jeweiligen regulatorischen Genehmigungen und geeignete Zahlungs-/Acquirer-Partner, was den Prozess deutlich verzögern kann. Gerade für Unternehmen, die WhatsApp bereits für Support, Beratung oder Commerce nutzen, würde ein integrierter Bezahlprozess den Weg vom Gespräch zum Kauf spürbar verkürzen.

Monetarisierung wird zur Unternehmensstrategie

Beide Funktionen fügen sich in eine breitere Linie: WhatsApp soll von einem kostenlosen Messenger zu einer Plattform mit eigenen Erlösquellen werden. Laut Alleaktien treibt Meta parallel Werbung und Abomodelle für WhatsApp voran, laut Moneycontrol plant WhatsApp Business zudem ein tokenbasiertes Preismodell für KI-gestützte Business-Agenten ab August.

Auch der neue Head of WhatsApp, Kunal Shah, Gründer des indischen Fintechs CRED, bringt laut t3n einschlägige Erfahrung mit Kreditkartenzahlungen und Finanzprodukten mit. Das lässt sich als personelles Signal lesen, nicht als bestätigte Strategieentscheidung, doch die Kombination aus Payment-Tests, Admin-Transparenz und Business-Preismodellen deutet auf ein zusammenhängendes Vorhaben hin. Für Business-Accounts in Deutschland heißt das: Wer Channels betreibt, sollte sich auf zusätzliche Kosten- und Bezahloptionen einstellen, auch wenn der Zeitpunkt offen bleibt.

Business Punk Check

Fakt ist: Admin-Profile befinden sich in der Beta-Testphase, Payment-Funktionen ebenso, ein Deutschland-Start ist nicht terminiert. Interpretation: Beide Features lesen sich als Vorbereitung auf ein Geschäftsmodell, das Meta bei Instagram und Facebook längst etabliert hat, Werbung, Abos, Gebühren.

Offen bleibt, ob deutsche Nutzer In-Chat-Zahlungen überhaupt annehmen, wenn Banken-Apps und PayPal bereits etabliert sind. Wer als Unternehmen auf WhatsApp-Channels setzt, sollte die Kostenstruktur beobachten, bevor sie zur Pflicht wird.

Auf einen Blick

  • Channel-Admins erhalten in einer Android-Beta eigene, vom privaten Konto getrennte Profile mit Name und Bild.
  • WhatsApp testet in einer iOS-Beta eine Ausweitung der Bezahlfunktion auf weitere Länder, darunter laut Screenshots auch Deutschland.
  • Ein Deutschland-Start der Payment-Funktion ist nicht bestätigt und benötigt regulatorische Freigaben.
  • Parallel treibt Meta laut externen Quellen Werbung, Abomodelle und tokenbasierte Preise für WhatsApp Business voran.

Quellen: t3n, Borncity, Alleaktien, Moneycontrol, KI-unterstützt

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