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Musks Tesla-Roadster: Er fliegt real, der Liefertermin bleibt Science-Fiction

So Science-Fiction mäßig könnte die Fahrzeugpräsentation ausgesehen haben (Symbolbild)
BP | KI-generiert mit ChatGPT So Science-Fiction mäßig könnte die Fahrzeugpräsentation ausgesehen haben (Symbolbild)
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Lesezeit4 Min · 732 Wörter

Tesla zeigt einen Roadster mit SpaceX-Triebwerken, der über einen Cybertruck springt; Produktion soll erst 2028 starten, neun Jahre nach der ersten Ankündigung.

Elon Musk ließ einen Roboter ans Steuer, bevor der neue Tesla Roadster in Waco, Texas, über einen Cybercab, einen Cybertruck, einen Tesla Semi, ein Model Y und ein Model 3 sprang. Möglich macht das eine Technik, die aus der Raumfahrt stammt: zehn Kaltgas-Triebwerke, verbunden mit 600 Litern Druckluft, wie Tesla-Engineering-Vizepräsident Lars Moravy bei der Präsentation erklärte, laut TechCrunch.

Der Wagen fuhr bei der Demonstration zudem eine umgedrehte Rampe hoch, drehte sich in der Luft und landete kontrolliert auf dem Asphalt. „Das wird das tatsächliche Auto sein, das auf der Straße fährt“, sagte Musk laut TechCrunch über den Prototyp. Vor Publikum betonte er zudem, man brauche Zuschauer vor Ort, um zu beweisen, dass die Szenen weder mit künstlicher Intelligenz noch mit computergenerierten Bildern entstanden seien.

Technik ohne Explosionsrisiko

Anders als klassische Raketentriebwerke verbrennen die Kaltgas-Düsen keinen Treibstoff, sondern erzeugen Schub über komprimiertes Gas. Der Rückstoß soll laut Tesla beim Beschleunigen, Bremsen und in Kurven zusätzliche Kraft liefern. Tesla bewirbt den Wagen in drei Varianten: „Performance“ für die Straße, „Thrust“ mit Unter-eine-Sekunde-Beschleunigung auf 60 Meilen pro Stunde und „Rocket“ mit zehn Triebwerken, die laut TechCrunch nur auf Einladung zugänglich sein wird.

Alle Varianten sollen eine Reichweite von 300 Meilen erreichen und Geschwindigkeiten über 230 Meilen pro Stunde. Jedes nutzbare Hohlraumvolumen sei mit Drucktanks gefüllt, teilte Tesla mit. Das Design orientiere sich laut Unternehmensangaben an der SR-71 und dem Kampfjet F-35, eine optische Weiterentwicklung gegenüber früheren Tesla-Modellen wie Cybertruck und Cybercab.

Reservierung teurer als mancher Kleinwagen

Wer sich die Fahrt sichern will, zahlt für die Basisversion 50.000 Dollar Reservierungsgebühr, für die „Thrust“-Variante werden insgesamt 250.000 Dollar fällig, davon zunächst 5.000 Dollar rückerstattungsfähig, wie berichtet. Einen Endpreis nannte Musk nicht. Produktionsstart soll laut Musk 2028 sein, fast neun Jahre nach der ursprünglichen Ankündigung im Jahr 2017.

Dazwischen lagen laut TechCrunch Verschiebungen in den Jahren 2020, 2021, 2023 und 2024, während Tesla parallel Model Y und Cybertruck auf den Markt brachte. Auch der jüngste Anlauf verzögerte sich mehrfach: Ein für April 2026 geplanter Termin verstrich ebenso wie ein Versuch Anfang Oktober, der laut TechCrunch wegen schlechten Wetters abgesagt wurde. Musk selbst relativierte die wirtschaftliche Bedeutung: Der Roadster bewege „nicht massiv die Nadel“ bei den Einnahmen, sagte er laut TechCrunch.

Skepsis trotz Spektakel

Nicht alle Beobachter sind begeistert. YouTuber Marques Brownlee kommentierte den Auftritt mit den Worten, Tesla habe gerade behauptet, ein über 4.000 Pfund schweres, neu designtes Auto könne Flips vollführen, fast 400 Meilen pro Stunde erreichen und 2028 ausgeliefert werden, laut TechCrunch. Er fragte sinngemäß, ob das ein Scherz sei.

Auch OpenAI-Chef Sam Altman hatte sich laut TechCrunch in der Vergangenheit öffentlich zu den wiederholten Verzögerungen des Projekts geäußert. Musk selbst hatte vorab eingeräumt, dass Sicherheit beim Roadster nicht oberste Priorität habe: Wer Sicherheit wolle, solle den Wagen nicht kaufen, sagte er laut TechCrunch in einem Podcast. Tesla strebt an, bei dem Fahrzeug niemanden zu töten, so Musk weiter.

Business Punk Check

Zehn Kaltgas-Triebwerke, ein Sprung über den Cybertruck und eine Reservierungsgebühr von einer Viertelmillion Dollar: Das ist Entertainment mit Raketentechnik, kein Serienfahrzeug von der Stange. Die Technik stammt nachweislich aus der SpaceX-Kooperation, die Lieferzusage für 2028 bleibt aber eine Ankündigung, nach jahrelangen Verschiebungen seit 2017.

Ob der Roadster je in dieser Form auf öffentlichen Straßen fliegt, ist offen, zumal die „Rocket“-Variante laut Tesla ohnehin nur auf Einladung verfügbar sein wird. Die eigentliche Frage lautet, ob ein Halo-Car, das laut Musk selbst kaum Umsatz bewegt, das richtige Prestigeprojekt für einen Konzern ist, dessen Kernmodelle gerade an Zugkraft verlieren.

Auf einen Blick

  • Tesla präsentierte in Waco, Texas, einen Roadster-Prototyp mit zehn SpaceX-Kaltgas-Triebwerken, der über mehrere Tesla-Modelle sprang.
  • Die Serienproduktion soll laut Elon Musk 2028 starten, fast neun Jahre nach der ersten Ankündigung im Jahr 2017.
  • Für die Reservierung werden je nach Ausstattung zwischen 50.000 und 250.000 Dollar fällig, einen Endpreis nannte Tesla nicht.
  • YouTuber Marques Brownlee äußerte öffentlich Zweifel am Zeitplan und an der Praxistauglichkeit des Fahrzeugs.

Quellen: TechCrunch, Bild, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.