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Wie ein japanischer Halbleiterkonzern Europas Energiezukunft mitgestaltet

ROHM Semiconductor entwickelt Leistungshalbleiter aus Siliziumkarbid
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Lesezeit4 Min · 813 Wörter

Die Energiewende beginnt im Bauteil: ROHM Semiconductor entwickelt Leistungshalbleiter aus Siliziumkarbid, die E-Autos, Rechenzentren, Solaranlagen und Industrieanwendungen effizienter und zuverlässiger machen.

Es gibt Technologien, die schreien nach Aufmerksamkeit. Und es existieren jene, die einfach nur funktionieren müssen. Leistungshalbleiter gehören eindeutig zur zweiten Kategorie. Niemand postet ein Foto von den Leistungshalbleiter-Chips in seinem neuen Ladegerät auf LinkedIn. Und doch leisten genau diese unscheinbaren Bauteile einen entscheidenden Beitrag dazu, wie effizient Energie in Ladegeräten, Solarparks oder KI-Rechenzentren umgewandelt und genutzt wird. Wie schnell ein E-Auto lädt, bestimmt am Ende zwar das Ladegerät beziehungsweise das Gesamtsystem. Moderne Leistungshalbleiter tragen jedoch dazu bei, dieses System kompakter, effizienter und leistungsfähiger zu machen. Willkommen im Maschinenraum der Energiewende.

Genau dort hat sich der Halbleiter-Konzern ROHM Semiconductor strategisch positioniert. 1958 im japanischen Kyoto gegründet, heute mit mehr als 480 Milliarden Yen Umsatz – rund 2,6 Milliarden Euro – und über 40.000 Produkten im Portfolio, ist das Unternehmen so etwas wie ein stiller Zulieferer hinter den zentralen Zukunftstechnologien. Hauptmarkt ist Japan, dicht gefolgt von China. Aber das eigentlich spannende Kapitel schreibt ROHM gerade in Europa, besonders in Deutschland, wo das Unternehmen seit Jahren kräftig zulegt und von seiner Zentrale nahe Düsseldorf aus operiert.

Warum werden die Leistungshalbleiter gerade jetzt so wichtig?

Die kurze Antwort darauf lautet: Weil Energie heute nicht nur jederzeit verfügbar sein, sondern auch möglichst effizient genutzt werden muss.

Denn überall dort, wo Energie erzeugt, gespeichert oder verbraucht wird, entscheidet die Effizienz der Umwandlung darüber, ob eine Technologie am Markt besteht oder durch effizientere und damit, im Laufe der Zeit, günstigere Lösungen verdrängt wird. Rund die Hälfte des ROHM-Umsatzes kommt inzwischen aus der Automotive-Sparte. Der Rest verteilt sich auf Industrieanwendungen, Kommunikation, Computer und Speicherlösungen – ein Portfolio, das ziemlich genau dort sitzt, wo gerade die großen Transformationsbudgets hinfließen.

Neben klassischen siliziumbasierten Lösungen entwickelt das Unternehmen zunehmend Halbleiter-Technologien auf Basis von Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN). Was nach Chemie-Leistungskurs klingt, schmeckt nach Zukunft: Während klassische Silizium-Chips an die Grenzen der Optimierbarkeit stoßen, ermöglichen es auf Basis von SiC und GaN hergestellte Chips, die Energieverluste in Energiewandlern zu reduzieren und auf deutlich kompaktere Bauteile zu setzen. Mit SiC-Halbleitern ist dies auch in höheren Spannungsbereichen möglich, die für Anwendungen wie Batteriespeichersysteme oder sogenannte Solid-State-Transformatoren z.B. für die Netzanbindung von Rechenzentren relevant sind.
Übersetzt in Business-Sprache: mehr Reichweite pro Batterie, kürzere Ladezeiten, kleinere und leichtere Systeme. Schon wenige Prozentpunkte mehr Wirkungsgrad im Antriebsstrang reichen, um ein E-Auto spürbar weiter fahren zu lassen – und das bei identischer Batterie. In anderen Bereichen gibt die geringere Total-Cost-of-Ownership durch Effizienzgewinne und dadurch eingesparte Energiekosten den Ausschlag für den Einsatz moderner SiC- und GaN-Leistungshalbleiter.

Halbleiter sind die eigentliche Infrastruktur der Energiewende

Photovoltaikanlagen produzieren Gleichstrom, das Netz verlangt jedoch nach Wechselstrom. Windräder liefern zwar Wechselstrom, aber auch dieser muss zur Einspeisung erst netztauglich gemacht werden. Batteriespeicher müssen riesige Strommengen praktisch verlustfrei puffern, weil Sonne und Wind sich nicht an Lastprofile halten. Jedes Mal übernimmt ein Leistungshalbleiter die Übersetzungsarbeit zwischen Erzeugung und Nutzung. Ohne diese stillen Vermittler bleibt jede Klimastrategie graue Theorie. Wer über Energiewende redet, redet am Ende immer auch über Halbleiter.

Und die nächste Welle rollt bereits: KI-Rechenzentren. Der Boom rund um künstliche Intelligenz frisst Energie in einem Tempo, das traditionelle Systeme zur Stromversorgung in Datenzentren in Frage stellt. Effiziente Stromversorgungssysteme werden damit zur Überlebensfrage für die digitale Infrastruktur. Auch das ist ein Feld, auf dem ROHM sein Engineering-Know-how mit seinen Leistungshalbleitern konsequent ausbaut.

ROHM Semiconductor entwickelt Leistungshalbleiter aus Siliziumkarbid, für Rechenzentren
ROHM Semiconductor entwickelt Leistungshalbleiter aus Siliziumkarbid, für Rechenzentren

Aus Kyoto, mit europäischem Headquarter im Rheinland

Was ROHM von reinen Chip-Fabriken unterscheidet, ist die Kombination aus japanischer Fertigungstiefe und europäischer Kundennähe: Am Standort Willich bei Düsseldorf betreut neben Ansprechpartnern aus dem Vertrieb ein Team von technischen Experten die europäischen Kunden direkt vor Ort, testet Bauteile unter realen Anwendungsbedingungen und berät bei der Integration in komplexe Systeme. Das japanische Unternehmen bietet damit kurze Wege für europäische Kunden, die kurze Abstimmungswege und direkte technische Unterstützung benötigen.

Mit technischer Kompetenz, persönlicher Unterstützung vor Ort und innovativen Halbleiterlösungen hilft ROHM seinen Kunden dabei, die Technologien von morgen zu realisieren. Was für Endanwender unsichtbar bleibt, wird so zum Schlüssel für eine nachhaltigere Mobilität, eine effizientere Energieversorgung und eine leistungsfähige digitale Infrastruktur.

Auf einen Blick

  • Gegründet 1958 in Kyoto, ist ROHM Semiconductor heute globaler Player mit europäischer Zentrale nahe Düsseldorf.
  • Mehr als 480 Milliarden Yen Umsatz (ca. 2,6 Milliarden Euro), über 40.000 Produkte im Portfolio, starkes Wachstum in Europa
  • Rund die Hälfte des Geschäfts kommt aus Automotive, kommt aus Automotive, ergänzt durch Industrieanwendungen, Kommunikation, Computer und Speicherlösungen.
  • Technologie-Fokus SiC: höhere Spannungen, weniger Energieverlust, kompaktere Systeme sind die Schlüssel für E-Mobilität, erneuerbare Energien und KI-Rechenzentren.

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