Work & Winning Dieses Meeting hätte eine Mail sein können: 6 Tipps wie man es vorher weiß

Dieses Meeting hätte eine Mail sein können: 6 Tipps wie man es vorher weiß

„Das hätte auch eine Mail sein können.“ Der Lieblingssatz nach jedem schlechten Termin. Das Problem: Er fällt immer hinterher – wenn die Lebenszeit schon verbrannt ist. Dabei lässt sich fast jedes überflüssige Meeting vorher entlarven, bevor jemand auf „Einladen“ klickt. Es braucht nur die richtigen Fragen.

Das Ausmaß ist absurd

Der Software-Hersteller Atlassian hat über 5.000 Mitarbeitende befragt und hochgerechnet, dass Unternehmen jährlich rund 25 Milliarden Arbeitsstunden durch ineffiziente Routinen verbrennen – Meetings ganz vorne mit dabei. Zur Einordnung: Ein Meeting dauert im Schnitt 45 Minuten, eine Mail ist in fünfeinhalb getippt. Vier unnötige Termine pro Woche durch Mail-Zusammenfassungen ersetzt – und schon sind über zweieinhalb Stunden Fokuszeit zurückgewonnen. Pro Woche. Aufs Jahr gerechnet ist das ein kompletter Arbeitsmonat, der sich anderswo sinnvoll investieren ließe. Nicht „nice to have“ – das ist Geld.

Test 1: Geht es nur um Info?

Status-Update, Ankündigung, Weitergabe von Zahlen? Das ist keine Diskussion, das ist ein Versand. Wenn niemand live darauf reagieren muss, gehört es in den Posteingang, ins Dashboard oder in ein kurzes Video, das sich jeder ansieht, wann es passt.

Test 2: Gibt es keine Agenda?

Kein Ziel, kein Plan, kein gewünschtes Ergebnis? Dann ist es kein Meeting, sondern eine Gewohnheit. Ohne Agenda driftet jeder Termin ab – und endet in der nächsten Mail, die das Ergebnis nochmal zusammenfasst. Faustregel: keine Agenda, keine Einladung.

Test 3: Braucht es wirklich eine Reaktion in Echtzeit?

Wenn die Antwort Bedenkzeit verträgt, ist asynchron fast immer überlegen. Die Beteiligten antworten durchdachter, niemand verliert eine Stunde im Kalender, und die Entscheidung ist schriftlich dokumentiert. Live-Zeit bleibt für das reserviert, was wirklich live passieren muss: kontroverse Debatten, kreatives Spinnen, schwierige Gespräche.

Test 4: Fehlen die Schlüsselpersonen?

Sind die wichtigsten Köpfe nicht dabei, wird das Meeting unproduktiv – und ein zweites ist sowieso fällig. Dann besser gleich schriftlich vorklären und erst zusammenkommen, wenn alle Entscheider am Tisch sitzen.

Test 5: Dreht sich alles im Kreis?

Wird zum dritten Mal dasselbe besprochen, ohne Entscheidung? Das ist kein Austausch, das ist eine Endlosschleife. Eine klare, schriftliche Frage erzwingt eine klare Antwort – das Meeting hat das offensichtlich nicht geschafft.

Test 6: Würde man selbst freiwillig kommen?

Der ehrlichste Test von allen. Wer den eigenen Termin als optional markieren würde, sobald ihn jemand anders einberuft, hat die Antwort schon: Dann ist er optional. Und Optionales gehört nicht in 45 Minuten Pflichtzeit für acht Leute.

Die Faustregel

Vor jeder Einladung in einem Satz festhalten, welche Entscheidung am Ende stehen soll. Findet sich keine, braucht es kein Meeting – sondern „Senden“.

Quellen: SmartCompany/Atlassian, My Hours, IFA Magazine

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