Work & Winning Globaler Rüstungsboom: Deutschland springt auf Platz 4 der Militärmächte

Globaler Rüstungsboom: Deutschland springt auf Platz 4 der Militärmächte

Die etablierten Militärmächte bauen ihre Position aus

An der Spitze der globalen Militärausgaben stehen weiterhin die USA mit 997 Milliarden US-Dollar (874 Milliarden Euro), was etwa 37 Prozent der weltweiten Aufwendungen entspricht. Die amerikanische Dominanz bleibt damit unangefochten. China setzt seinen seit drei Jahrzehnten anhaltenden Aufrüstungskurs fort und steigerte seine Militärausgaben um sieben Prozent auf 314 Milliarden US-Dollar (275 Milliarden Euro).

Russland behauptet mit Aufwendungen von 149 Milliarden US-Dollar (etwa 131 Milliarden Euro) den dritten Platz und führt weiterhin die europäische Rangliste an. Die Zahlen verdeutlichen, dass sich die globalen Machtverhältnisse im militärischen Bereich verfestigen, während gleichzeitig neue Akteure – wie Deutschland – an Bedeutung gewinnen.

Nahost-Konflikt treibt regionale Aufrüstung

Auch im Nahen Osten verzeichnete das SIPRI deutliche Zuwächse bei den Militärausgaben. Besonders auffällig ist die Entwicklung in Israel, dessen Verteidigungsbudget um 65 Prozent auf 46,5 Milliarden US-Dollar (40 Milliarden Euro) anstieg – der stärkste Zuwachs seit dem Sechstagekrieg 1967. Diese massive Aufstockung reflektiert die verschärfte Sicherheitslage in der Region und die Intensivierung des Konflikts.

Der jährlich erscheinende SIPRI-Bericht gilt als die weltweit umfassendste Erhebung zu Militärausgaben. Er berücksichtigt nicht nur reine Rüstungsausgaben, sondern auch Aufwendungen für Personal, militärische Forschung und Entwicklung sowie internationale Militärhilfen.

Aufrüstungsspirale mit ungewissem Ausgang

Die aktuelle Entwicklung deutet auf eine neue Ära der globalen Aufrüstung hin. Die Kombination aus regionalen Konflikten, geopolitischen Spannungen und technologischem Wettbewerb treibt die Staaten in einen Rüstungswettlauf, dessen langfristige Konsequenzen noch nicht absehbar sind.

Für Deutschland bedeutet der Aufstieg zur viertgrößten Militärmacht eine fundamentale Neupositionierung in der internationalen Sicherheitsarchitektur. Die Bundesrepublik verlässt damit endgültig die Rolle des militärpolitischen Leichtgewichts und übernimmt mehr Verantwortung – mit allen Chancen und Risiken, die diese Transformation mit sich bringt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob dieser Paradigmenwechsel zu mehr Stabilität führt oder ob die globale Aufrüstungsspirale neue Unsicherheiten schafft.

Quelle: Tichys Einblick, SIPRI 

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