Work & Winning Mint-Lücke trotz Krise: Wo 163.600 Fachkräfte fehlen und warum das deine Chance ist

Mint-Lücke trotz Krise: Wo 163.600 Fachkräfte fehlen und warum das deine Chance ist

Facharbeiter besonders gesucht

Die größte Engpassgruppe bilden aktuell die MINT-Facharbeiterberufe mit rund 89.600 fehlenden Personen. Erst dahinter folgen akademische Berufe mit einem Defizit von 56.600 Arbeitskräften sowie Meister- und Technikerberufe mit 17.400 unbesetzten Stellen. Diese Verteilung zeigt: Nicht nur Hochschulabsolventen, sondern vor allem gut ausgebildete Facharbeiter haben hervorragende Karriereperspektiven.

Frauen als ungehobenes Potenzial

Eine zentrale Herausforderung bleibt die massive Geschlechterlücke im MINT-Bereich. Frauen sind nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Die Studienautoren empfehlen, nicht nur den technischen Aspekt der MINT-Fächer zu betonen, sondern verstärkt auf zukunftsrelevante Themen wie Klimaschutz zu setzen, für die junge Frauen nachweislich ein starkes Interesse zeigen. Eine klischeefreie Berufs- und Studienorientierung mit weiblichen Vorbildern könnte helfen, mehr Frauen für diese Berufsfelder zu gewinnen.

Zukunftsperspektiven und politische Dimension

Die neue Bundesregierung hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Die Forschungsausgaben sollen bis 2030 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen, was allein etwa 50.000 zusätzliche MINT-Fachkräfte erfordert. Für die geplanten Maßnahmen im Verteidigungsbereich werden weitere 30.000 bis 50.000 Spezialisten benötigt. Ohne eine Schließung der MINT-Lücke drohen Verzögerungen und Zielverfehlungen bei zentralen Zukunftsprojekten.

Lösungsansätze gegen den Fachkräftemangel

Um dem Mangel entgegenzuwirken, schlagen die Experten mehrere Strategien vor: Neben der verstärkten Förderung von Frauen in MINT-Berufen empfehlen sie, das Potenzial älterer Arbeitskräfte besser zu nutzen. Attraktive Anreize für einen späteren Renteneintritt könnten mehr Menschen zwischen 65 und 69 Jahren im Berufsleben halten. Zudem müsse die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte erleichtert werden – schon jetzt gehen 13 Prozent aller Patentanmeldungen auf Menschen mit ausländischen Wurzeln zurück.

MINT-Berufe bleiben Zukunftsgaranten

Trotz wirtschaftlicher Schwankungen bleibt die Nachfrage nach MINT-Fachkräften langfristig hoch. Der demografische Wandel – viele Beschäftigte stehen vor dem Renteneintritt – und die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft werden den Bedarf weiter anheizen. Für 44 Prozent der Unternehmen ist klar: Der Personalbedarf wird in den kommenden Jahren noch steigen.

Die MINT-Lücke stellt damit eine doppelte Herausforderung dar: Für die Wirtschaft bedeutet sie ein ernsthaftes Wachstumshindernis, für qualifizierte Fachkräfte hingegen eröffnet sie außergewöhnliche Karrierechancen mit überdurchschnittlichen Gehalts- und Entwicklungsperspektiven. Wer heute in eine MINT-Ausbildung oder ein entsprechendes Studium investiert, sichert sich beste Zukunftsaussichten in einer zunehmend technologiegetriebenen Arbeitswelt.

Quellen: Welt, Tagesschau, Stern

Seite 2 / 2
Vorherige Seite Zur Startseite

Das könnte dich auch interessieren