Road to Success: Die zehn Startup-Gebote des Peter Thiel

Bei dem folgenden Text handelt es sich um einen Auszug aus der Biografie “Peter Thiel: Facebook, PayPal, Palantir – Wie Peter Thiel die Welt revolutioniert“ von Thomas Rappold. 

Die zehn Startup-Gebote des Peter Thiel – Erfolgreiche Startups beruhen auf Geheimnissen

Es gibt kein Geheimrezept und schon gar keine Blaupause für Thiels Erfolg und seine Vorgehensweise. In Zero to One“ geht er gleich eingangs darauf ausführlich ein: “Doch obwohl ich viele Muster erkannt habe und hier beschreibe, bietet dieses Buch keine einfache Erfolgsformel. Das Paradoxe in der Unternehmenslehre ist ja gerade, dass es keine Patentrezepte geben kann: Jede Erfindung ist neu und einmalig und niemand kann konkrete Schritte zur Innovationsfähigkeit vorgeben. Eine der wichtigsten Regeln, die ich gelernt habe, ist gerade, dass erfolgreiche Menschen ihre Goldgrube an unerwarteten Orten finden und dass sie Unternehmen nicht von Erfolgsrezepten her denken, sondern von Grundprinzipien.“

Für Thiel liegt einem großartigen Unternehmen immer ein “Geheimnis“ zugrunde. Google mit seinem PageRank-Algorithmus als Grundlage für die Bewertung der Bedeutung von Internetseiten und der Verknüpfung mit dem auktionsbasierten digitalen Werbegeschäft oder Coca-Cola mit seiner geheimen Rezeptur sind zwei Beispiele von sehr erfolgreichen Unternehmen, die in ihrer DNA ein Geheimnis tragen. Thiel ist der Meinung, dass es “noch eine Menge an Geheimnissen gibt“, die auf ihre Entdeckung beziehungsweise Entschlüsselung warten. Der Schlüssel für ein erfolgreiches Startup besteht für Thiel aus den Faktoren “Einzigartigkeit“, “Geheimnis“ und einer monopolhaften Stellung auf dem digitalen Marktplatz.

Immerhin äußerte sich Peter Thiel in einem Interview über seine zehn Startup-Gebote zum Erfolg.

1. Du bist der Unternehmer deines Lebens.

Du kannst Prioritäten setzen. Du hast die größtmögliche Freiheit, die sehr grundsätzlichen Entscheidungen zu treffen, was du mit deinem Leben anfangen möchtest.

Thiel studierte Philosophie des 20. Jahrhunderts im Grundstudium an der Stanford University.

2. Mache eine Sache einzigartig gut.

Das wichtigste bei einem Startup ist die Erkenntnis, dass Technologie ein globales Geschäft ist. Die wirklich guten Technologieunternehmen machen etwas signifikant besser als jeder andere auf der Welt. Und du solltest dich in eine solche Position bringen.

Als erklärter Libertärer gründete Thiel 1987 die Studentenzeitung “Stanford Review“.

3. Versichere dich, dass die Personen, mit denen du verbunden bist, gut zu deinem Leben und zum Unternehmen passen und dass sie sich auch untereinander ergänzen.

Thiel ist immer sehr fokussiert auf die Struktur von Unternehmen. Die Gründer und Mitarbeiter müssen gut miteinander harmonieren und an einem Strang ziehen. Thiel fragt deshalb die Gründer vor einem Investment, wie sie sich kennengelernt haben. Eine schlechte Antwort wäre seiner Meinung nach: “Wir starteten die Firma, weil wir beide Unternehmer sein wollten.“ Schließlich, so Thiel, heiratet man auch nicht die erstbeste Person, die man an einem einarmigen Banditen in Las Vegas kennengelernt hat. Gute Antworten auf die Frage sind für ihn, wenn sich die Gründer schon länger kennen und sich über ihre Geschäftsidee bereits intensiv ausgetauscht haben und sich komplementär in ihren Fähigkeiten (zum Beipiel Technik und Betriebswirtschaft) ergänzen.

Thiel schloss Freundschaften mit anderen Stanford-Studenten, von denen viele für seine Zeitung “Stanford Review“ arbeiteten. Zahlreiche davon übernahm er später bei PayPal, woraus die verschworene Gemeinschaft der “PayPal-Mafia“ entstand. Auch bei Palantir und seinen Risikokapitalgesellschaften finden sich zahlreiche Freunde von ihm aus seiner Stanford- und PayPal-Zeit. Die Freundschaft zu LinkedIn Gründer Reid Hoffman, ebenfalls ein Stanford-Kommilitone und ehemaliger PayPal-Mitarbeiter, währt gar seit rund 30 Jahren.

4. Monopolstatus anstreben. Baue eine Firma auf, die der Konkurrenz so weit enteilt ist, dass niemand mit dir konkurrieren wird. Arbeite daran, dich von dem Wettbewerb stark abzuheben.

Als Gründer muss man einen Monopolstatus anstreben, was bedeutet, dass man das Ziel verfolgt, eine Firma aufzubauen, die einzigartig ist und sich stark von Wettbewerbern differenziert, um nicht in eine Wettbewerbssituation zu kommen. Für weite Teile der Allgemeinheit gilt der Grundsatz, dass Kapitalismus und Wettbewerb Synonyme sind. Tatsächlich sind sie für Thiel aber Gegensätze.

5. Sei kein Fake-Unternehmer. Gründe eine Firma, weil du eine Antwort auf ein generelles Problem gefunden hast.

Die Antwort “Ich möchte Unternehmer werden“ auf die Frage, was man mit seinem Leben anfangen möchte, ist für Thiel nicht zielführend. Das hat für ihn den Charakter wie “ich möchte reich werden“ oder “ich möchte berühmt werden“. Niemand gründet mit einer derartigen Vorstellung ein erfolgreiches Unternehmen. Thiel sucht nach Unternehmen und Unternehmern, die ein wichtiges Problem erkannt haben, das bisher weder Unternehmen noch Behörden in Angriff genommen haben und das sie selbst lösen wollen.


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