Track the Snack: Warum es manchmal wichtig ist, sich als Startup externe Hilfe zu holen

Eine ausgewogene Ernährung ist mittlerweile für viele sehr wichtig, aber was macht man, wenn der anstrengende Job nicht zulässt, sich Zeit für eine gesunde Ernährung zu nehmen? Dann wird mittags doch eher ein Döner verschlungen. Schnell werden so die Vorsätze über Board geworfen und am Ende bereut man es doch. Ein endloser Teufelskreis, den der Liquid Snack „TRACK– The Liquid Snack“ versucht zu überwinden. Im Juni 2016 kam der sättigende Snack auf den Markt und hatte anfängliche Schwierigkeiten sich zu etablieren. Schließlich merkte das Startup, dass der Verkauf stagniert und sich etwas ändern muss. Was folgte, war ein drastischer Entschluss: Die Gründer holten sich eine externe Marktforschungs-Agentur ins Boot, um herauszufinden wie man das Produkt für die Zielgruppe attraktiver machen kann. Eine kostspielige Angelegenheit, die sich lohnt? Das haben uns die Gründern Jakob Repp und Jan Frieder Damm verraten.

Wann habt ihr gemerkt, dass ihr an TRACK etwas verändern müsst?
Durch unseren Verkaufsstart im Juni 2016 erhielten wir auch zeitgleich das erste Mal Feedback von unseren Kunden und Menschen, die unser Produkt nicht von Beginn an oder während des Entwicklungsprozesses begleitet hatten. Das positive war der Proof of Concept, denn Menschen verschiedenster Alters- und Berufsgruppen sahen das Bedürfnis nach einer gesunden Alternative zu den ungesunden Snacks des Alltags. Das Problem hingegen bestand in unserem Verpackungsdesign. Viele verstanden TRACK nicht auf Anhieb und verorteten es schnell in die Kategorie der Smoothies oder Energydrinks. Dass unser Produkt jedoch eine gänzlich neue Kategorie begründet und einen sättigenden Snack abbildet, war vielen erst nach intensivem studieren der Dose klar. Dass wir mit unserem Design etwas anecken war uns klar, wir wollten dem Bio-Image schließlich einen frischen Wind verpassen. Leider kamen das Produktversprechen und der Kundennutzen dabei offensichtlich zu kurz.Track the Snack

Wie seid ihr mit diesem Feedback umgegangen?
Wir haben uns im Team zusammengesetzt und überlegt, wie wir nun fortfahren.  Das Thema Marktforschung kam recht schnell auf, allerdings war dies, vor allem für uns als junges Unternehmen, eine Kostenfrage. Letztendlich haben wir ganz demokratisch abgestimmt und entschieden, dass wir in diesem Fall externe Hilfe benötigen.

Wie genau muss man sich sowas vorstellen?
Gemeinsam mit einem Marktforschungsinstitut definiert man die Ziele der Marktforschung. Wen möchte man befragen und was soll abgetestet werden. Nachdem wir unsere Zielgruppe definiert hatten, lud das Institut an vier verschiedenen Tagen jeweils 6 Personen aus unserem potentiellen Kundenkreis ein und ließ diese, sich mit unserem Produkt auseinandersetzen. Moderiert von einem Mitarbeiter des Instituts wurde das Gespräch in die jeweils von uns vorher festgelegte Richtung gelenkt und somit das nötige Feedback eingeholt. Die Menschen sehen uns dabei nicht, müssen spontan antworten und geben somit eine sehr ehrliche, ungefilterte Meinung ab.

Wie lange hat es gedauert die Ergebnisse der Marktforschung auch umzusetzen?
Innerhalb von 3 Monaten haben wir in tagtäglicher Arbeit das neue Designkonzept erstellt und abgeschlossen. Neben der Verpackung musste schließlich die gesamte Kommunikation geändert werden. Mit unserer aktuellen Crowdfunding-Kampagne bei Startnext stellen wir uns nun erstmalig in neuem Gewand dar und bekommen seitdem viel positives Feedback.

Könnt ihr als Startup externe Unterstützung empfehlen?
Wenn es die eigenen Ressourcen hergeben, dann können wir aus Erfahrung jedem raten soviel wie möglich in-house umzusetzen. Niemand kennt dein Produkt so gut wie du und auch die Kommunikation wird durch Externe nicht leichter. Aber – und das ist ganz wichtig: Manche Dinge können andere einfach besser und es ist kein Zeichen von Schwäche, diese auszulagern. Dass eine Marktforschung zum Beispiel von einer externen Agentur übernommen wird ist unabdingbar. Sie weiß genau wie man den richtigen und vor allem ehrlichen Input aus den Leuten rausholt und kann so objektiver agieren.

Wie geht es nun bei euch weiter?
Aktuell stellen wir unser neues Design auf der Crowdfunding-Plattform Startnext vor und generieren somit erste Vorbestellungen für die nächste Produktion im Januar. In einem Jahr wollen wir unsere Vertriebswege dann soweit ausgebaut haben, dass TRACK auch über die Grenzen Berlins hinaus im Einzelhandel vertreten ist. Unseren Online-Shop, über welchen wir bereits deutschlandweit verkaufen, werden wir außerdem beibehalten.

Klingt interessant, vielen Dank für das Interview.


Marija Mauer

Marija studiert Europäische Medienwissenschaft und wenn sie nicht gerade als Schauspielerin durch unsere Fernseher hüpft, schreibt sie gerne Artikel für Business Punk Online. Auf ihrem Blog ohwalley.com könnt ihr alles über die Jugend, Reisen und Fotografie lesen.

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