Schüler fordern Amazon mit eigenem lokalen Bücher-Lieferservice heraus

Das Lieblingsbuch morgens via SMS bestellen und am gleichen Tag direkt geliefert bekommen? Was bei dem großen Online-Händler Amazon nur mit einem Prime Account möglich ist, ist bei diesem regionalen Bücher-Lieferdienst Standard. Schnell, günstig und lokal: Das ist das Erfolgsprinzip von Lobu. Ins Leben gerufen von zwei Wiener Schülern sorgt das Startup seit Januar 2017 bei Bücher-Hungrigen in Währing, Österreich, für Lese-Nachschub und begeisterte Lesefans. Wir haben mit den beiden Gründern Konstantin Klingler (17) und Moritz Stephan (16) gesprochen wie die Idee zustande gekommen ist und was sie sich vom Büchermarkt in Zukunft wünschen.

Hallo ihr Zwei, erste Frage natürlich: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Lobu zu gründen?

Eines Tages haben wir den Status unserer Bestellung bei einem großen Online-Händler überprüft und dabei entdeckt, dass das bestellte Buch sich gerade in Dortmund befindet – rund 930 Kilometer von Wien entfernt. Warum, haben wir uns damals gefragt, muss ein Buch, das möglicherweise in der Buchhandlung um die Ecke vorrätig ist, eine so große Strecke zu uns zurücklegen. Das ist nicht nur ineffizient, sondern schadet auch lokalen Buchhändlern. Hinzu kommt, dass Großkonzerne aufgrund prekärer Arbeitsbedingungen und Steuervergünstigungen vermehrt in der Kritik stehen. Mit „Lobu“, das für „lokalen Buchhandel“ beziehungsweise für „local buying“ steht, haben wir daher eine Alternative zum Online-Versandhandel ins Leben gerufen.

Was ist denn der Vorteil, wenn man ein Buch bei euch bestellt?

Der Vorteil liegt vor allem in der Lieferzeit: Ein tagsüber bestelltes Werk wird von uns – sofern vorrätig – noch am gleichen Tag zwischen 19 und 21 Uhr schnell und unkompliziert direkt nach Hause zugestellt. Zudem liefern wir umweltfreundlich via Fahrradkurier aus, helfen damit also nicht nur dem Buchhandel in Österreich, sondern tun auch der Umwelt etwas Gutes.

Business Punk (2)
lobu.at

Das klingt gut. Warum, glaubt ihr, wird Print nie aussterben?

Weil man das Gefühl, ein gedrucktes Buchexemplar in der Hand zu halten, mit keinem E-Book der Welt vergleichen kann. Und weil gefüllte Bücherregale eine Wohnung erst zu einem richtigen Zuhause machen.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft des Büchermarkts?

Genau das, was wir auch mit Lobu erreichen wollen: Dass der Buchhandel in Österreich wieder auf eine lokale Ebene kommt. Außerdem wäre es super, wenn man eine Lösung finden würde, dass mehr Leute online aber gleichzeitig lokal einkaufen können. Und, dass Leute wieder in der Buchhandlung um die Ecke kaufen und nicht von einem internationalen Konzern, der Bücher über abertausende Kilometer durch ganz Europa bewegt, bevor sie in unseren Händen landen.

Was ist euer persönliches Lieblingsbuch?

Ich (Moritz) bin ein großer Fan von „A Farewell to Arms“ von Ernest Hemingway und Konstantin liebt alles von Stefan Zweig, besonders die „Schachnovelle“.

Danke für das Interview.


Business Punk Redaktion

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