Productivity & New Work Spotify will an die Börse und erwägt eine ungewöhnliche Abkürzung

Spotify will an die Börse und erwägt eine ungewöhnliche Abkürzung

Dass der schwedische Streamingriese Spotify an die Börse will, ist schon länger bekannt. Nun konkretisieren sich die Pläne offenbar. Doch wie das Wall Street Journal am Donnerstag berichtete, will das Unternehmen wohl auf das sonst übliche Preisbildungsverfahren verzichten. Dabei werden Investoren eigentlich in die Preisfindung mit einbezogen, indem sie ihre Gebote innerhalb einer vorgegebenen Preisspanne abgeben. Der tatsächliche Emissionskurs errechnet sich dann aus dem Durchschnitt aller abgegebenen Gebote.

Spotify möchte aber einen Weg ohne IPO gehen und stößt dabei auf große mediale Aufmerksamkeit. Die Aktien würden also direkt in den Handel kommen, die Anteilseigner könnten gleich an Investoren verkaufen. Zwar hält man sich bei Spotify noch bedeckt darüber, ob die Entscheidung endgültig ist. Eine der Quellen des „Wall Street Journals“ jedenfalls bemerkte, der traditionelle Weg könnte am Ende doch noch genommen werden.

Der Schritt hat Vor- und Nachteile

Doch der Konzern zeigt sich überaus offen für einen so ungewöhnlichen Schritt. Damit wären nämlich durchaus Vorteile verbunden. So müsste Spotify wegen eines direkten Listings etwa keine Gebühren an Banken zahlen. Die sind nämlich für die Platzierung der Wertpapiere verantwortlich und sorgen für eine möglichst weite Streuung. Auch eine Neuausgabe von Aktien würde es nicht geben. Dadurch würden die aktuellen nicht verwässert.

Außerdem könnte Spotify das Unterfangen auch im Vorfeld ganz anders vermarkten. Denn für IPO-Unternehmen wurden strenge Regeln von der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC erlassen, was die Informationsweitergabe an Medien vor dem geglückten Börsengang betrifft.

spotify

„Wollen die kein Geld?“

Auf der anderen Seite geht Spotify damit auch ordentlich Geld durch die Lappen, das durch ein reguläres IPO-Verfahren generiert werden könnte. „Es erscheint kurzsichtig und sehr riskant“, sagte etwa Barrett Daniels, CEO von „Nextstep Advisory Services.“ „Wollen die kein Geld?“ An der Kritik ist etwas dran, denn Spotify hat im vergangenen Jahr einiges an Krediten aufgenommen. Die Zinsen sind natürlich drückend und auch bestimmte Vertragsklauseln zwingen Spotify zu einem relativ schnellen Börsengang.

Noch im Februar hieß es, man erwäge einen Börsengang 2018. Doch der Erfolg von „Snap Inc.“ scheint den Gang an die Börse gerade jetzt günstig zu machen. Jedenfalls gilt Spotify als einer der heißesten Kandidaten dieses Jahr. In der jüngsten Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen mit 8,5  Mrd. Dollar bewertet. Laut „Wall Street Journal“ wird nun ein Börsenwert bei etwa 10 Mrd. Dollar angestrebt.

Das könnte dich auch interessieren

Fünf Dinge, die du von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ für den Arbeitsalltag lernen kannst Productivity & New Work
Fünf Dinge, die du von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ für den Arbeitsalltag lernen kannst
Agile Arbeitswelt: Warum Unternehmen Fehler nicht bestrafen sollten Productivity & New Work
Agile Arbeitswelt: Warum Unternehmen Fehler nicht bestrafen sollten
Power-Ranking: die 10 einsamsten Figuren der Literatur Productivity & New Work
Power-Ranking: die 10 einsamsten Figuren der Literatur