Dieses Startup findet jeden Ort der Welt – die Lösung: Quadrate

Ja, es gibt Orte ohne Adressen – keine Straßennamen, keine Postleitzahlen. Oder es gibt vergessliche Großmütter, die ihren Enkeln das Geburtstagsgeschenk „an das letzte Haus links in der Gneisenaustraße“ schicken. Oder Favelas und illegale Armenviertel in Millionenmetropolen, deren Straßen und Wege nie offiziell registriert wurden. Oft kommt die Post zwar trotzdem an, doch ist das natürlich zeitaufwendiger und in der Masse auch logistisch eine Herausforderung.

Das in London ansässige Startup „what3words“ hat eine ungewöhnliche Idee, mit der solche Probleme in Zukunft leichter zu lösen sein sollen. Es hat ein Gitternetz mit drei mal drei Meter großen Quadraten über die Erde gelegt. Jedes der Quadrate hat einen einzigartigen Namen aus drei zufällig ausgewählten Wörtern. So ist jedes dieser Quadrate und damit der entsprechende Ort ein Unikat und ohne Zweifel bestimmbar.

Von der Logistikbranche bis zur Kathastrophenhilfe: Die 3-Wort-Adressen haben Potenzial

Den Investoren gefällt’s, Intel oder auch die Bahn haben investiert. Tatsächlich könnte die Methode einiges im Logistikgeschäft verändern. Auch der Endverbraucher gewinnt ein ganzes Stück Bequemlichkeit: Sollte der Drohnenverkehr Normalität werden, kann man sich künftig sein Mittagessen direkt in den Park liefern lassen. Einfach kurz in die App geguckt, in welchem Quadrat man sitzt und als Adresse „drehen.reden.zulässig“ angegeben, schon kommt das Sushi zum Goldfischteich in den Berliner Tiergarten.

Auch die Katastrophenhilfe würde profitieren. Oft ist es ein Problem, dass Hilfskräfte nicht schnell genug wissen, wo sie hin sollen, weil ganze Ortschaften und damit auch die Adressen weggespült, -gerutscht oder -geweht wurden. Wertvolle Zeit ließe sich so sparen, mehr Menschen könnten gerettet werden.

Leider hilft das Wissen, wo sich ein Ort genau befindet, nicht immer: Wenn ein Ort schlicht nicht zugänglich ist (Berge, zerstörte Zugangswege) oder die nötige Infrastruktur fehlt, ist es nur bedingt tröstend zu wissen, dass man in „reiste.selbständiger.stammformation“ lebt, in diesem Fall also in einem nur schwer durch Schotterpisten zu erreichenden Ort in Tadschikistan.

 


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