Wie wir arbeiten werden: Das Büro der Zukunft

Es ist noch gar nicht so lange her, als das Büro noch so aussah: Mit dem Aufzug gelangte man in die jeweilige Etage, bog in einen langen, schmalen Gang ab, wovon dann Türen zu den Einzelbüros der Mitarbeiter führten. Darin dann ein Schreibtisch mit Rechner und Büropflanze, ein wackliger Drehstuhl und darauf dann ein mäßig motivierter Ü-45er mit Altvertrag, der an seinen Arbeitsabläufen zuletzt vor 20 Jahren etwas geändert hat. Klar gibt es sowas noch in der ein oder anderen Versicherungszweigstelle oder im mittelgroßen Medienunternehmen, das die Digitalisierung verschlafen hat. Die moderneren Firmen haben sich ja zumindest irgendwann räumlich geöffnet, mit Digitalinseln in der Mitte des Raumes, Sofas und Vollautomaten. Alles in allem herrschen hier aber auch immer noch helle, sterile Wände und graue Teppichböden.

Doch die Digitalisierung wird nicht nur verändern, an was wir wie arbeiten, sondern auch das direkte Arbeitsumfeld – sprich, das Büro. Und mit einem Kickertisch und Mate-Kühlschrank im chronisch vor der Pleite stehenden Hinterhof-Tech-Startup hat das gar nicht viel zu tun.

1. Den einen Arbeitsplatz gibt es nicht

Digitalisierung, jenes allgegenwärtige, diffuse Buzzword wird sich nicht zuletzt darauf auswirken, wie sich der Arbeitsplatz gestaltet. Denn seien wir mal ehrlich: Wo alles vernetzt ist und jeder über die Cloud auf alle Daten und Informationen zugreifen kann, ist es gar nicht mehr so wichtig, von wo aus genau gearbeitet wird. Nicht nur werden Einzelbüros verschwinden, auch der persönliche Arbeitsplatz wird daher an Bedeutung verlieren und wird vielleicht von mehreren Mitarbeitern genutzt. Denn die Menschen erledigen Dinge von unterwegs, vom heimischen Sofa aus oder besprechen die Dinge lieber in der Cafeteria. Die ist daher nicht mehr nur ein kleiner Raum mit Kaffeeautomat und Spüle, sondern ein architektonisch offen gestalteter Raum, wo produktiver und sozialer Austausch stattfinden kann. Ort für Arbeit, Ort für Soziales, Ort für Privates: Diese Grenzen sind nicht mehr so starr.

2. Gesundheit im Büro

Vielleicht der größte Trend unserer Zeit. Klar, nur ein gesunder Mitarbeiter ist ein produktiver Mitarbeiter. Mittlerweile lassen es sich Unternehmen einiges kosten, um ihre Angestellten in Bewegung zu halten. Große Firmen wie BASF, Union Investment oder Sparkassen nutzen das Konzept des Active Office, mit multifunktionalen Büromöbeln, speziellen Teppichen und Sportgeräten. Neben Bewegung wird auch mehr auf natürlichen Lichteinfall, Ruhezonen und Farbtongebung geachtet. Nett gegenüber den Mitarbeitern, aber auch gut für das Unternehmen, denn die Folgen sind weniger Krankschreibungen.

3. Effizienz durch Automatisierung

Auch hier müssen wir wieder den Begriff Digitalisierung droppen, denn: das Smart-Office kommt. Vielleicht nicht sofort bei jedem Mittelständler, denn umsonst ist nur der Tod, doch die großen Konzerne werden für die durch Automatisierung gesteigerte Effizienz einiges hinblättern. Für die Arbeitnehmer bedeutet das, dass sie irgendwann per App die Temperatur steuern können und jede Oberfläche, egal ob Tisch oder Fenster, spontan als Präsentationsfläche nutzen können. Auch das Internet der Dinge wird dort Einzug finden. Überhaupt wird sich die Art und Weise, wie wir das Internet nutzen und erfahren – nämlich vorwiegend über Bildschirme – nachhaltig verändern. Wenn jedes Gerät smart, sprachgesteuert und vernetzt ist, binden wir das Internet praktisch in die analoge Welt ein.

4. Balanceakt

Der fast schon wieder alte Kampfbegriff Work-Life-Balance kommt auch in Zukunft nicht aus der Mode. Wenn es nicht mehr wichtig ist, wo und wann ich arbeite, gleichzeitig aber notwendig, auch nach fünf Uhr noch zu arbeiten, dann wird es schwierig mit dem Arzttermin. Heißt: Unternehmen werden mehr Angebote schaffen müssen, betriebseigene Kindergärten, Betriebsärzte, Freizeitangebote auf dem Büro-„Campus“, um nur Einiges zu nennen. Mit einmal Pizza bestellen für alle ist es dann nicht mehr getan.

5. Das Unternehmen als Cloud

Was wäre, wenn es das Unternehmen rein physisch gar nicht mehr gibt. Etwas mit Gedanken rumzuspielen muss schließlich erlaubt sein. Autor Edgar K. Geffroy beschreibt in „Herzenssache Mitarbeiter“ einen Arbeitstag 2026: Eine Architektin arbeitet für eine Firma mit etwa 24.000 Angestellten. Dieses Unternehmen hat aber keinen Unternehmenssitz, die Mitarbeiter arbeiten in Coworking Spaces und Zuhause, da alle über Ultra-High-Speed-Netzwerke verbunden sind. Das Unternehmen selbst ist zur Cloud geworden. Schauen wir mal, was passiert.


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