Kurz nachgefragt: Warum die Blogger von Dandy Diary den umstrittenen H&M-Pulli anbieten

Die letzten Wochen waren für H&M weniger schön. Nachdem das Modehaus ein Werbefoto publiziert hatte, auf dem ein schwarzer Junge einen Hoodie mit der Aufschrift „The coolest Monkey in the Jungle“ trug, musste sich das Unternehmen mit Rassismus-Vorwürfen auseinandersetzen. H&M entschuldigte sich daraufhin und nahm das Foto vom Netz – und anschließend den umstrittenen Kapuzen-Pullover komplett aus dem Sortiment. Aber das Ereignis schlug weiter Wellen. In Südafrika protestierten wütende Bürger gegen das Modehaus, verwüsteten teilweise Filialen. H&M schloss daraufhin in Südafrika mehrere Shops.

Nun bringen sich die kreativen Modeblogger von Dandy Diary ins Spiel. Bereits auf der Fashion Week in Berlin sah man sie mit dem umstrittenen Pullover. Und noch mehr: Auf der Internetseite kann man ab sofort den Pullover kaufen, indem man einem der Modeblogger eine Email schreibt.

Foto: Dandy Diary

Wir hatten zu der Aktion ein paar Fragen an Carl Jakob Haupt, einem der beiden Gründer von Dandy Diary.

Carl, was erhofft ihr euch von der Aktion?

Carl Jakob Haupt: Erstmal waren wir interessiert an der Reaktion der Leute, wenn einem tatsächlich mal jemand mit diesem geächteten Pullover entgegentritt. Bislang war der Hoodie ja nur im Internet zu sehen, wo die Leute sich schnell echauffiert haben. Wir wollten den Ball, den H&M unbeabsichtigt ins Feld geschlagen haben, weiter oben halten. Das Thema bietet viel Raum für Diskussion. Wir fänden es schade, wenn es binnen weniger Tage und nach einer kurzen Internetdiskussion schon wieder vergessen würde.

Ist Rassismus ein grundsätzliches Problem in der Modebranche?

Ja, wie in fast allen anderen Branchen auch. Das Werbefoto für den „Monkey“-Pullover hat das auf eine provozierend drastische Art und Weise aufs Neue bewiesen.

Ihr legt euch nicht zum ersten Mal mit H&M an. Was glaubt ihr, wie wird H&M reagieren?

Bislang kam noch keine Reaktion und wir gehen auch eher davon aus, dass H&M das Thema nicht hochkochen will. Ich könnte mir eine kurze, bissige Unterlassungserklärung vorstellen, die uns binnen extrem knapper Frist mundtot oder sehr pleite macht. Das ist so die Art, wie große Konzerne auf Kritik reagieren. Vielleicht laden sie uns aber auch auf einen Kaffee ins deutsche Hauptquartier nach Hamburg ein und vergiften uns dann mit Blausäure.

Wie die Jungs von Dandy Diary genau ticken und was ihr Erfolgsmodell ausmacht, das hatte unser Autor Daniel Erk bereits in unser Ausgabe 02/2017 ausführlich beschrieben: Dandy Diary ist Deutschlands exzentrischster und klügster Modeblog.


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