Productivity & New Work Optimismus ist nicht immer positiv – Das Phänomen der „Toxic Positivity“

Optimismus ist nicht immer positiv – Das Phänomen der „Toxic Positivity“

Optimismus ist nicht immer positiv. Das klingt zwar paradox, ist aber wahr. Wenn wir negative Gefühle vollkommen unterdrücken und zwanghaft versuchen, immer das Positive in allem zu sehen, dann ist das “Toxic Positivity”.

“Toxic Positivity” nennt man die Tendenz, dass man ausschließlich positive Emotionen und Gedanken zulässt und deshalb negative Gefühle unterdrückt und ignoriert. Menschen, die die sogenannte “Toxische Positivität” praktizieren, versuchen also ständig glücklich zu sein und sehen alles aus einer optimistischen Perspektive – auch schwierige Situationen, denen man vielleicht wirklich nichts Gutes abgewinnen kann.

Grundsätzlich ist Optimismus zweifellos eine tolle Eigenschaft, die uns dabei helfen kann, mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen. Sie kann Motivation und Zuversicht spenden. Viele Probleme des Alltags sind nicht so schlimm, wie sie auf den ersten Blick scheinen, und eine Prise Optimismus hilft uns dabei, das Leben nicht ganz so ernst zu nehmen.

Doch wenn Menschen negative Stimmungen und Gefühle gar nicht mehr zulassen können, dann wird Optimismus “toxisch” und kann negative Auswirkungen auf unser Leben haben:

  • Das Unterdrücken von Emotionen wie Trauer, Frustration oder Angst kann zu einem Verlust der emotionalen Authentizität führen und langfristig im schlimmsten Fall zu psychischen Problemen wie Depressionen führen.
  • Wenn negative Emotionen ignoriert oder als irrelevant abgetan werden, können echte Probleme nicht angemessen angegangen werden. Dies kann zu einer Verschlechterung der Situation führen und das Risiko von weiteren Problemen erhöhen.
  • Die Erwartung, dass immer alles positiv ist, setzt Menschen unter enormen Druck und schafft unrealistische Standards. Niemand kann dauerhaft glücklich sein, und der Zwang, das zu versuchen, kann zu einem ständigen Gefühl des Versagens führen.

Aus diesen Gründen ist es wichtig, “Toxic Positivity” zu erkennen und Wege zu finden, damit umzugehen. Das bedeutet natürlich nicht, sich im Pessimismus zu verlieren, sondern vielmehr, eine gesunde Balance zwischen positiven und negativen Gefühlen zu finden. Das Praktizieren von Selbstmitgefühl, das Zulassen von Verletzlichkeit und das Ermutigen von echten Gesprächen können alle dazu beitragen, “Toxic Positivity” zu überwinden und einen guten Umgang mit den eigenen Gefühlen zu finden.

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