Datenkraken: Eure Daten werden jetzt ganz offen für Werbung benutzt

Dass man die Unternehmen der Digitalwirtschaft nach Silicon-Valley-Modell auch als Datenkraken bezeichnen könnte, ist gemeinhin bekannt. Mehr noch, es ist ja das Geschäftsmodell der Mark Zuckerbergs, Tim Cooks und Sundar Pichais dieser Welt, mit euren Daten Geld zu verdienen. Einer Studie nach zu urteilen ist das für viele von euch auch okay, und ihr gebt bereitwillig Daten preis, um bessere, personifizierte Angebote zu erhalten. Nur, bisher seid ihr bei der ganzen Sache selbst nie vorgekommen, wart bloße Hintergrundinformation und Analysegegenstand, um Produkte besser zu platzieren und das Targeting zu optimieren.

Seit Kurzem gehen einige Unternehmen dazu über Userdaten für die Erstellung von Eigenwerbung zu nutzen:

Auch Spotify hatte in den vergangenen Jahren eine Jahresrückblick-Kampagne rund um persönliche Userdaten kreiert:

Bild: Spotify
Bild: Spotify

Die Informationen, die auf den Werbebannern zu sehen sind, sind schon ordentlich spezifisch und lassen dieses diffuse Gefühl á la „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ zurück. Im großen und ganzen wurde die Werbekampagne von Nutzern und Medien sehr positiv aufgenommen und die Leute feierten die Kreativität. Creepy wird es spätestens bei Werbung, die ein Möbel-Retailer veröffentlicht hat:

Anzumerken ist hierbei, dass selbst bei der recht laschen Datenschutzgesetzgebung der USA, der Retailer die betreffenden Personen anfragen musste. Schließlich sind hier Namen und Adressen veröffentlich worden.

Interessant ist die Frage, wie weit Unternehmen gehen können bei Werbung dieser Art. Natürlich ist jedem bewusst, dass gerade Data Miner wie Spotify oder Netflix euer Userverhalten maximal ausanalysieren können. Wird es für den Nutzer jedoch sichtbar, und gerade auch im öffentlichen Raum, erhält der Umgang mit unseren Daten für uns persönlich eine ganz andere Qualität. Wie weit sind wir bereit mitzugehen und ab welchem Punkt wird es verstörend für uns?


Business Punk Redaktion

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