Warum gute Mitarbeiter ihr Unternehmen verlassen

Mitarbeiter kommen und gehen. Manchmal werden sie abgeworben, manchmal haben sie aber auch einfach nur die Faxen dicke. Denn oft sind es ganz bestimmte Gründe, die sie in die Flucht schlagen. Gründe, die nicht sein müssen, aber leider immer noch allzu häufig vorkommen. Gerade ambitionierte Mitarbeiter, die sich nicht auf den Status quo ausruhen möchten, haben irgendwann von albernen Vorschriften oder unreflektierten Vorgesetzten genug. Was für Gründe im Einzelnen sie zu einem Abgang bewegen, haben wir für euch im Folgenden zusammengestellt. Und da auch wir nicht allwissend sind, dürft ihr gerne auf Facebook und Co. kommentieren, welche weiteren Gründe euch noch einfallen.

1. Regeln aus der Steinzeit

Na klar, jedes Unternehmen braucht klare Regeln und Abläufe. Allgemeine Ordnungsprinzipien sind schließlich die Grundlage einer jeden Gemeinschaft. Aber wir alle kennen Bestimmungen, die absolut überflüssig sind und auf den Prüfstand gehören. Warum sollen wir zum Beispiel jeden Tag haargenau nach starren Arbeitszeiten – nach dem Stechuhr-Prinzip – unser Tageswerk verrichten? Warum können wir nicht mal eine Stunde später ins Office traben und dafür etwas länger bleiben? Flexibilität wird von jedem zweiten HR-Manager in den Mund genommen. Bitte auch dann in Bezug auf Unternehmensstrukturen. Danke.

2. Erfolge werden nicht wertgeschätzt

Für alle zum mitschreiben: Wertschätzung ist das A und fuckin‘ O. Wenn wir gute Arbeit machen und die Ergebnisse stimmen, muss das auch von unseren Vorgesetzten entsprechend gewürdigt werden. Das wiederum stärkt unser Selbstvertrauen und motiviert uns weiterzumachen. Nichts ist selbstverständlich – schon gar nicht Erfolg. Fehlt die Anerkennung und Wertschätzung, fehlt auch irgendwann die Bereitschaft sich für ein Projekt richtig reinzuhängen. Ist so.

3. Schlechte Leistung – ok cool

Nicht falsch verstehen: Wir alle liefern nicht jeden Tag Höchstleistungen ab. Wir alle haben unsere Up and Downs. Nur: Wenn sich der Eindruck erhärtet, dass manche Kollegen chronisch mit halbem Einsatz ihre Arbeit verrichten, dann hat das unweigerlich Einfluss auf unsere Motivation. Warum sollen wir unseren Allerwertesten malträtieren, wenn andere mit viel weniger durchkommen? Das kann auf Dauer nicht gutgehen.

4. Es fehlt „The Big Picture“

Wir alle brauchen unsere eigenen definierten Ziele. Klare Zuständigkeiten. Aber hin und wieder schadet es nicht, wenn wir daran erinnert werden, warum wir eigentlich den Großteil unserer Lebenszeit in diese Firma stecken. Was wollen wir eigentlich mit unserem Produkt erreichen? Was hält diesen Laden zusammen? Ein großes, gemeinsam definiertes Ziel kann dabei helfen, die verschiedenen Interessen zusammenzubringen und uns über Durststrecken zu retten. Nicht jeder Arbeitstag ist ein guter Arbeitstag. Nicht bei jedem Projekt denken wir: Alter, was für einen geilen Job ich doch habe. Nope. Deshalb: „The Big Picture“. Stimmt das große Ganze, dann schauen wir mit Gelassenheit auf die niederen Motive des Alltags herab.

5. Wir können unsere Leidenschaften nicht ausleben

Damit ist natürlich nicht unser intimer Fetisch gemeint – den können wir ganz geschmeidig am Wochenende im Dark Room entfalten. Nein, damit meinen wir, dass wir unsere individuellen Stärken einbringen können. Du brennst eher für den organisatorischen und kommunikativen Part eines Projekts? Go for it. Du bist eher der Tüftler-Typ, der sich gerne zurückzieht und alleine an Ideen und Plänen schraubt? Überhaupt kein Problem. Jeder im Team sollte das Gefühl haben, er oder sie kann seine oder ihre persönlichen Stärken und Neigungen einbringen.

6. Alles ist so barock

Der letzte Punkt, der alles abrundet: Was nützen hervorragende Projektergebnisse, eine gute Bezahlung und Perspektiven im Job, wenn alle einen Stock im Arsch haben. Ja, es dürfen Witze auf Kosten des Chefs gemacht werden – auch in seiner Anwesenheit, bitte. Ja, es ist durchaus erlaubt, maximal verkatert im Office zu erscheinen und eine Nullbock-Attitüde an den Tag zu legen, aber trotzdem zu performen. Alles in Ordnung. Wir alle sind Menschen und erst an zweiter Stelle Office Addicts. Basta.

 

 


René Krempin

René Krempin hat Kultur- und Medienwissenschaften studiert und über mehrere Stationen bei Print- und Online-Medien den Weg in die Agentur gefunden. Bei OSK arbeitet er als Online- und Social-Media-Redakteur. Mit großem Interesse verfolgt er unter anderem die Entwicklungen in der eSports-Szene. In seiner Freizeit ist er aber auch gerne analog unterwegs: mit Freunden auf dem Bolzplatz.

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