Leadership & Karriere Richard Reed von Innocent Drinks über das Lernen von Vorbildern

Richard Reed von Innocent Drinks über das Lernen von Vorbildern

Richard Reed ist Co-Founder von Innocent Drinks, die für ihre Smoothies bekannt sind. Die Marke hat sich an der Spitze des europäischen Marktes etabliert und wurde 2013 an Coca-Cola verkauft. Nun hat Reed ein Buch über Vorbilder geschrieben. Wir haben genau darüber mit ihm gesprochen.

Von Luisa Jabs

Richard Reed, Sie haben gerade ein Buch veröffentlicht, in dem Sie die wertvollsten Ratschläge von Persönlichkeiten wie Bill Gates, James Corden oder Indra Nooyi versammeln. Holen Sie sich oft Rat ein?

Ich bin ein großer Fan von Ratschlägen, denn ich sehe sie als kostenlose Software, die das Leben einfacher macht. Wenn man mit Menschen spricht, die verschiedene Lebenserfahrungen gesammelt haben, kann man viel lernen. Das ist quasi ein Download von Wissen. So spart man sich, selbst alle Basics lernen zu müssen.

Aber bringen einen vermeintliche Business-Weisheiten von erfolgreichen Geschäftsleuten wirklich weiter? Muss man vieles nicht selbst erleben?

Natürlich muss man trotzdem seine eigenen Fehler machen, und selbst wenn einem Anleitungen an die Hand gegeben werden, kann man natürlich die Ausführung vermasseln. Ich bin kein Freund unumstößlicher Regeln, aber in der Realität muss man täglich Entscheidungen treffen. Da ist es nützlich, auf bewährte Prinzipien zurückgreifen zu können.

Also sollte sich jeder Unternehmer Vorbilder suchen, um eine Orientierung zu haben?

Man kann es ganz klar auch ohne schaffen. Es geht ohnehin nicht darum, bestimmte Idole zu haben, sondern darum, konstant zu lernen und neue Ideen zu sammeln, die man auf die eigene Mission anwenden kann. Nicht nur erfolgreiche Menschen können Vorbilder sein, man kann genauso von anderen Businesses lernen, von großen Kunstwerken oder sogar davon, wie Bands ihr Geld untereinander aufteilen.

Wer ist Ihr größtes Vorbild?

Meine Mutter. Sie hat mich mit viel Hingabe aufgezogen, und auch heute denkt sie jeden einzelnen Tag darüber nach, wie sie anderen Menschen helfen kann. Dabei lebt sie selbst ein sehr einfaches Leben.

Was ist der beste Business-Tipp, den Sie je bekommen haben?

Der stammt aus meiner Zeit in der Werbebranche. In meiner damaligen Firma herrschte eine totale Besessenheit von der Leitlinie „customer first“. Und genau das steckt hinter dem Erfolg meiner Firma Innocent. Viele verlieren sich in internen Prozessen. Dabei ist es viel wichtiger zu verstehen, wie man das Leben des Verbrauchers verbessern, kleine Momente der Freude erzeugen und wirkliche Probleme lösen kann.

Welchen Tipp würden Sie Unternehmern geben, deren Vorbild Sie selbst sind?

Da habe ich drei Tipps. Als erstes würde ich sagen: Team up! Finde eine Gruppe von Leuten, die deine Vision teilen, aber sehr verschiedene Skills mitbringen. Der zweite Tipp lautet: Sei besessen davon, es hervorragend zu machen! Alles, was an die Kunden geht, sollte erstklassig sein. Im Idealfall sogar noch besser als alle Konkurrenzprodukte zusammen. Man muss einen Weg finden, das Produkt leckerer, ansehnlicher, besser riechend zu machen oder was auch immer das Versprechen ist. Der dritte Tipp ist: Schau von Anfang an darauf, ein ethisches Fundament zu bauen. Das sorgt dafür, dass man talentierte Menschen länger in seinem Business halten kann.

 

Richard Reed: „Was im Leben wichtig ist. Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen und ihre wertvollsten Ratschläge“ (Heyne Encore, 416 S., 22 Euro, erscheint am 23. April)

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