Runstastic-Gründer: Fünf Learnings zum erfolgreichen Exit

Von Celia Parbey

Florian Gschwandnter ist Mitgründer von Runtastic, eines weltweiten Sport- und Fitness-Unternehmens, das vor allem für seine Apps bekannt ist. 2015 wurde Runtastic von Adidas für einen Gesamtkaufpreis von 220 Millionen Euro übernommen. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie man einen guten Exit hinlegt.

#Nie ein Startup mit einer Exit-Strategie aufbauen

Ich bin ja selber Business Angel, und wenn ich ein Pitch Deck bekomme, bei dem auf der zweiten Folie „der Weg zum Exit“ steht, dann ist das Projekt für mich direkt irrelevant. Es funktioniert einfach nicht, wenn du mit dem Exit-Gedanken im Kopf etwas startet.

#Während des Exit-Prozesses musst du die Erwartungen übertreffen

Falls es so weit kommt, dass so ein Prozess eingeleitet wird, heißt es: „over-delivern.“ Ein Exit-Prozess dauert vier bis acht Monate, manchmal länger. In der Zeit wird man sehr genau unter die Lupe genommen. Du hast natürlich einen Plan abgegeben, und wenn du die Ziele in der Zeit nicht erfüllst, dann sitzt du in einer schlechteren Verhandlungsposition.

Runtastic Exit
Florian Gschwandtner at Bits & Pretzels 2017 (Foto: Flickr / Marco Verch)

#Immer mit guten Leuten reden

Wir hatten bei uns eigentlich nie ein Exit-Szenario geplant, aber wenn bei uns jemand angeklopft hat, zum Beispiel die Vorstände eines großen deutschen Medienunternehmens, habe ich diese Meetings immer wahrgenommen. Egal was dann am Ende dabei rauskommt. Auf dieser Ebene kannst du immer etwas lernen und du wirst immer etwas mitnehmen.

#Nie verkaufen, sondern gekauft werden

Wenn du verkaufen willst oder musst merkt man das deiner gesamten Einstellung an. Ich habe immer gesagt, wir werden maximal gekauft. Das bedeutet immer im Kopf zu haben: „Wir müssen das nicht machen, wir sind in einer guten Position und können am letzten Tag auch immer noch nein sagen.

#Schauen, ob es auch auf persönlicher Ebene funktioniert

Nicht vergessen, dass das alles auch nur Menschen sind. Deshalb solltest du versuchen persönlichere Beziehungen einzugehen. Wir haben ja quasi zweimal den Exit gemacht, einmal mit Axel Springer und einmal mit Adidas und ich glaube, dass auch das ein oder andere Gespräch am Abend oder mal beim Bier wichtig dafür gewesen ist. Natürlich gibt es Zahlen, Daten, Fakten. Am Ende entscheidet aber auch immer das Bauchgefühl und die Sympathie.


Dieses Jahr kann der erfolgreiche Unternehmer einen weiteren Punkt von seiner Bucket List streichen: Am 24. September veröffentlicht er seine Biografie: „So läuft Start-up: Mein Leben, meine Erfolgsgeheimnisse.“


Business Punk Redaktion

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