Drei nervige Chefs und wie du am besten mit ihnen klarkommst

Heute schon der Chefin den großen Boss-Day-High-Five gegeben? Dem Vorgesetzten die Bro Fist entgegengestreckt? Wir auch nicht. Während bei uns Vergesslichkeit dahintersteckt, wissen wir aber auch, dass nicht jede Beziehung zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem superduper ist. Schon gar nicht, wenn der Mensch, der karrieremäßig direkt über einem steht, ein bisschen weird ist. Aber zum Glück hat Rhetorik-Experte Jürgen Rixgens mal drei nicht ganz einfache Chef-Typen unter die Lupe genommen. Hier seine Ratschläge, wie man am besten mit ihnen umgeht.

Der Perfektionist

Pedantisch, detailversessen, immer am micromanagen. Rixgens sagt: „Das Leitmotiv des Perfektionisten lautet: ‚Was man nicht selber macht, wird nichts.’“ Delegieren, Kompromisse, Teamarbeit? Eher nicht sein Ding. Der Küchentisch-Freud in uns mutmaßt: vielleicht steckt dahinter selber große Unsicherheit. Experte Rixgens jedenfalls sagt: „Mit Routinen, Normen und Prinzipien bringt der Perfektionist Sicherheit und Berechenbarkeit in sein Leben.“ Wer also als strubbelig aufgeweckter und hoffnungsvoller Junior mit dem Vorgesetzten dennoch gut auskommen will, sollte sich – hey, Chef ist immer noch Chef – da ein bisschen anpassen. Rixgens rät dementsprechend, dass man sich stets gut vorbereitet in ein Gespräch mit ihm begibt. „Mitarbeiter sollten dem Vorgesetzten zeigen, dass sie verlässlich und vertrauenswürdig sind. Damit schaffen sie das Fundament für fruchtbare Gespräche und zufriedenstellende Arbeitsergebnisse.“ Klingt nach einem echten Oldschool-Kopfnoten-Verteiler, der Fleiß, Betragen und die gut sitzende Krawatte schätzt. Wahrscheinlich auch das „Sie“.

Der Unnahbare

Rixgens sagt: „Diesem Typ Chef ist es egal, ob er beliebt ist oder nicht, er setzt seine Mitarbeiter hauptsächlich nach Zweck und Unternehmenszielen ein.“ Echter Vollprofi also, und damit einer, mit dem wir eigentlich easy leben (und vor allem eben auch arbeiten) können. Aber: „Wohlwollendes oder schmeichelndes Verhalten versteht der Unnahbare als Anbiederung“, sagt Rixgens. Und: „Er verachtet seine Mitarbeiter für den Wunsch gefallen oder gar gelobt werden zu wollen.“ Heißt: Besser zurückhalten, Abstand wahren, einfach nur arbeiten, gar nicht erst auf die Einladung auf After-Work-Drinks für das Team hoffen. Falls es einen Chef-Typen gibt, dem man heute zum Boss Day lieber keine warme, innige Umarmung schenken sollte – hier ist er.

Der Choleriker

Fährt man bei den ersten beiden schwierigen Chef-Typen noch gut damit, dass man im Auftrag der professionellen Büro-Atmosphäre ihr Verhalten spiegelt, rät Rixgens, dass man das im Fall des Cholerikers besser vermeidet. Verständlich. Denn unkontrollierte Wutausbrüche und unberechenbares, aggressives Verhalten sind schon belastend genug, wenn sie von einer einzigen Person kommen. Rixgens sagt: „Indem Mitarbeiter dem Choleriker direkt widersprechen, ihn beruhigen oder sich rechtfertigen, schüren sie nur seinen Jähzorn. Er verharrt im Kampfmodus, der es unmöglich macht, ein sachliches Gespräch zu führen.“ Also Ohren auf Durchzug, heimlich Augen verdrehen, Voodoo-Puppe aus der Schublade holen. Und dann versuchen, den kleinen, weichen Menschen hinter dem schlimmen Idioten zu erkennen. Rixgens sagt: „Mitarbeiter sollten dem Choleriker lieber das Gefühl geben, ernst genommen zu werden. Je entspannter die Situation, desto geeigneter ist sie, ein Gespräch über inhaltliche Probleme zu führen.“ Im Gegenzug muss sich der Choleriker dann aber auch gefallen lassen, dass man während der Arbeitszeit im Incognito Tab Xing, Linkedin und Co. aufhat und nach Arbeitsplätzen Ausschau hält, wo die oder der Vorgesetzte sich weniger affig verhält.

Wer mehr zu dem Thema erfahren will, kann das in Jürgen Rixgens Buch „Komplizierte Kollegen und Vorgesetzte – So gehen Sie mit Quasselstrippen, Cholerikern & Co. um“ nachlesen.


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