Life & Style Das sind Business Punks beste Alben des Jahres 2018

Das sind Business Punks beste Alben des Jahres 2018

Ja, wir wissen, wir sind nicht der Musikexpress, die Spex (R.I.P.) oder der Rolling Stone. Doch auch bei Business Punk verstehen wir die ein oder andere Sache von Musik. Ja, man möchte sogar meinen, unsere Redaktion und Art Direction zeichnet sich durch einige hauptberufliche Musiknerds aus, die sich durch die Platten dieses Jahres gewühlt haben, um die besten Alben des Jahres 2018 herauszudestillieren. Und so viel sei gesagt: Es war ein interessantes und innovatives Popjahr mit vielversprechenden Debuts, alten Bekannten und sogar ganz alten Bekannten, die einfach immer noch abliefern. Bühne frei, oder wie es beim Videolisten-Meister WatchMojo heißt: „Do you agree with our list?“

1 / 10
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#10 Die Nerven – Fake
Aus unserer Rezension vom 23.04.2018: "Wer bei Joy Division in die musikalische Grundausbildung gegangen ist und alt genug, um mit Dirk von Lowtzows (Tocotronic) und Rio Reisers (Ton Steine Scherben) Texten aufgewachsen zu sein, den assoziiert man vielleicht mit der „am miesesten gelaunten“, aber nicht unbedingt mit der derzeit vielleicht wichtigsten Rockband Deutschlands. Wobei: Lassen wir nicht gerade wieder kollektiv alle Hoffnung fahren? Ist es ein Zufall, dass die dunklen Motive aus Wave und Postpunk eine Renaissance erfahren, die auch Die Nerven uns auf ihren ersten beiden professionellen Studioalben in aller Kaputtheit und Depression um die Ohren geballert haben?
Aber es gibt Hoffnung: Die Nerven sind lauter geworden, die Depression scheint der Wut über die Unveränderlicheit der Dinge gewichen zu sein."

2 / 10
2 / 10

#9 Young Fathers – Cocoa Sugar

Das bisher wohl konsistenteste und vielleicht bravste Album der Band aus Edinburgh, ohne jedoch alte Fans zu verprellen: Denn für Innovation und altbekannte Electronica war auch auf dieser droneigen, gospeligeren Platte noch genug.

3 / 10
3 / 10

#8 Blood Orange – Negro Swan

Bekannte Gäste wie Puff Daddy, A$AP Rocky oder Steve Lacy sind auch hier wieder en masse vertreten und machen Dev Hynes' viertes Blood-Orange-Projekt zum absoluten Genuss. Der “NME“ gab der Platte damals fünf Sterne und sagte: “a piecemeal approach [to] music making: [Hynes] cherry-picks jazz piano, unstructured guitar and collaborators… to create nourishing layers of melancholy R&B pop.”

4 / 10
4 / 10

#7 Haiyti – Montenegro Zero

Aus unserem Haiyti-Porträt vom 09.01.2018: "Experimentell. Mit diesem Wort bezeichnet so mancher Musiker oder Maler ein Werk, das sich nur schwer erklären lässt. Aber braucht es für Kunst eine Erklärung? Haiytis „Montenegro Zero“ ist – mit unserer eher bescheidenen musikalischen Bildung gesagt – ein Album, das sich nur schwer einordnen lässt. In Bordsteindeutsch übersetzt heißt das: Ist das noch Rap oder wtf? Das Album ist einerseits: Gangstergefecht straight aus der Hood. Andrerseits: Pop am Rande Mainstream-kompatibler Radiofrequenzen. So viel zum Thema Uneindeutigkeit – Feuilletonisten bekommen feuchte Hände."

5 / 10
5 / 10

#6 Christine and the Queens – Chris

Es geht um Machtstrukturen und die potenzielle Bedrohung des Status quo durch die dominante, sexuell befreite Frau. Kombiniert mit ihren Bühnenshows macht sie das zur derzeit vielleicht wichtigsten, Gendergrenzen pushenden Künstlerin.

6 / 10
6 / 10

#5 Robyn – Honey

Nach Body Talk hat es acht Jahre gedauert, bis die Welt mit Honey wieder etwas von Robyn gehört hat, jenem schwedischen Synth-Pop-Export. Wer jetzt jedoch Dancefloor-Banger erwartet wie auf dem Vorgänger, der muss sich die Platte vielleicht noch ein zweites Mal anhören, um ihren Wert zu erkennen. Denn alles in allem ist hier alles ein bisschen rundgeschliffener und weniger vorwärts drängend. Mit Missing U kommen aber auch die Disco-Kids immer noch voll auf ihre Kosten.

7 / 10
7 / 10

#4 DJ Koze – Knock Knock

Aus unserer Besprechung vom 07.05.2018: „In Moving the Liquid bekommen wir einen ruhigen, french getouchten Track präsentiert, Colours of Autumn ist solider und smoother RnB mit Lines von Arrested-Development-Rapper Speech. Überhaupt halten sich Kozes Beats höflich im Hintergrund, stark im Fokus stehen dafür die vielen housigen und souligen Samples, aus denen manche Tracks zusammengesetzt sind und teilweise an das Avalanches-Retro-Meisterwerk Wildflower von 2016 erinnern.“

8 / 10
8 / 10

#3 SOPHIE – Oil of every Pearl's Un-Insides

Aus unserer Besprechung vom 18.06.2018: "Zuckerwatte, Lollipops und ein Schuss geflüstertes Drama – so kitschig beginnt mit „It’s okay to cry“ das erste konzeptionelle Studioalbum der Produzentin SOPHIE. Das kurze Finale des Openers ist mit so viel Zuckerguss überträufelt, dass man sich fragt wie viel Künstlichkeit da noch kommen kann. Und plötzlich steht man im Stahlgewitter von „Ponyboy“ und „Faceshopping“, zwischen ohrenbetäubenden Machine Gun Drums, metallischen Synthies und sonstigen eingesträuten Störgeräuschen."

9 / 10
9 / 10

#2 Janelle Monae – Dirty Computer

Aus unserer Besprechung vom 30.04.2018: "Spätestens zur Mitte der Platte, bei „Make me feel“, entdeckt Monáe diesen satten Funk wieder, der schon ihre früheren Platten ausgemacht hat und die ganze Sache wird überaus princy, sexy und vor allem dancy."

10 / 10
10 / 10

#1 Mitski – Be the Cowboy

Was für eine Platte. Mitski ist eine meisterhafte Songwriterin, die Harmonien findet, von denen man am Anfang des Taktes noch keine Ahnung hat, wie wunderschön sie sich an dessen Ende hin erst ausbreiten. Be the Cowboy ist die einfühlsamste Platte des Jahres mit einem lyrischen Ich, das in der Einsamkeit die ganz großen Gefühle findet. "Venus, planet of love, was destroyed by global warming. Did its people want too much too?"

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