Vier Tipps, wie Arbeitgeber ihre Mitarbeiter an sich binden können

Ein Gastbeitrag von Wybo Wijnbergen.

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. 85 Prozent der Jobs, die im Jahr 2030 existieren werden, gibt es heute noch gar nicht, prognostiziert eine Studie von Dell. Schon heute merken wir die Veränderungen. Unsere Arbeit wird digitaler, mobiler und ortsunabhängigerr. Gleichzeitig wachsen unsere Ansprüche an Arbeitgeber und Arbeitsplatz. Wir wünschen uns mehr Flexibilität und Agilität in der Aufgabengestaltung. Eine sinnstiftende Tätigkeit und ein inspirierendes Arbeitsumfeld. Und doch hadern viele Unternehmen hierzulande mit diesem Wandel. Einer Studie des Beratungsunternehmens Gallup zufolge weisen gerade einmal 15 Prozent der deutschen Arbeitnehmer eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber auf. Wie also die verbleibenden 75 Prozent am besten erreichen?

Wer heute als zeitgemäßer Arbeitgeber wahrgenommen werden möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, was dem eigenen Team wichtig ist. Die folgenden Grundpfeiler können dabei Orientierung bieten: 

Ergebnisse

Mitarbeiter sind zufriedener, wenn sie konkrete Ergebnisse ihrer Arbeit sehen. Weil Arbeit immer flexibler wird, muss das bisherige Credo der Präsenzkultur in Zukunft viel stärker als bisher einer ergebnisorientierten Kultur weichen. Das bedeutet: Arbeitgeber müssen neue Wege finden, Ergebnisse beziehungsweise Erfolge zu definieren und messbar zu machen. Wie das geht? Helfen kann etwa die Anwendung des OKRs-Modells. Indem Objectives (Ziele, die als grobe Leitplanken dienen) und Key Results (Meilensteine, die sich in konkrete Maßnahmen übersetzen lassen und messbar sind) für jedes Teammitglied festgelegt werden, können die Unternehmensziele mit denen jedes Einzelnen verbunden werden. OKRs schaffen Klarheit über die wichtigsten Aufgaben, sorgen für Transparenz und helfen gleichzeitig eine bessere Kommunikation innerhalb des Unternehmens zu etablieren.

Werte

Im zunehmenden Kampf um Talente wird es für Unternehmen immer wichtiger, eine eigene Story zu entwickeln, mit der sie sich von der Konkurrenz abheben. Dabei geht es aber nicht nur darum, Unternehmenswerte wie Integrität, Fairness, Diversität und Transparenz zu definieren. Man muss sie auch tatsächlich leben. Um sicherzustellen, dass diese Werte sich im praktischen Handeln im Team widerspiegeln, können spezielle Trainings für neue Kollegen genauso sinnvoll sein, wie die Einführung von gezielten Incentivierungen.

Gesellschaftliche Verantwortung

Themen wie Nachhaltigkeit oder soziales Engagement werden Arbeitnehmern heute immer wichtiger. Darum lohnt es sich für Unternehmen herauszufinden, welche sozialen Anliegen dem eigenen Team am Herzen liegen und die Mitarbeiter dazu zu ermutigen, aktiver zu werden. Firmen, die das tun, agieren sinnstiftend und unterstützen den Zusammenhalt in der Belegschaft.

Gestaltungsmöglichkeiten

Unternehmen sollten Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, sich im Unternehmen aktiv einzubringen und auszudrücken, was ihnen wichtig ist. Dabei hilft eine Unternehmenskultur, die Kreativität und Engagement fördert. Event-Formate wie interne Hackathons oder Lunch and Learns können dabei unterstützen, Wissen und Erfahrungen zu teilen.

Unternehmen, die diese vier Trends wirklich ernst nehmen und daraus Konsequenzen bei der Gestaltung von Arbeitsplatz und Firmenkultur ziehen, und zudem die Arbeitnehmer einladen, sich flexibel einzubringen, die erhöhen deren emotionale Bindung an ihren Arbeitsplatz enorm. Eine muss aber auch klar sein: Es gibt keine Formel, die auf jedes Unternehmen angewendet werden kann. Jede Firma muss die richtige Mischung für sich finden.

Wybo Wijnbergen ist General Manager für Nordeuropa bei WeWork. Seit über zwanzig Jahren arbeitet er als Unternehmer und Manager. Wybo kommt aus Amsterdam und lebt heute mit seiner Familie in Berlin.


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