Staffing im Unternehmen: Wenn Mitarbeiter ihren Vorgesetzten mobben

Nachdem wir im ersten und zweiten Teil unserer Mobbing-Reihe schon angesprochen haben, wie man sich auf Arbeit gegen Mobbing wehren kann und warum Chefs so oft darüber schweigen, geht es im dritten Teil um ein Phänomen, das viele vermutlich noch gar nicht kennen: Staffing – also wenn in der Hierarchie von unten nach oben gemobbt wird.

Angst vor dem Scheitern

Staffing wird so selten angesprochen, dass es nicht einmal aktuelle Zahlen dazu gibt. Viele Vorgesetzte schämen sich oder haben Angst davor, ein Scheitern zu akzeptieren. Schließlich liegen die Auslöser oft im eigenen Verhalten oder im Umgang mit den Mitarbeiter*innen. Allerdings kann man die Schuld nicht immer an der Spitze suchen. Oft sind es – wie in anderen Mobbingfällen auch – Neid und Missgunst von Mitarbeiterseite, die zu Staffing führen. Hier ist es wichtig, rechtzeitig und vor allem richtig zu handeln. Wie? Erfahrt ihr in unseren Do’s und Don’t.

Don’t

Zurückmobben – Mobbing mit Mobbing bekämpfen. Klingt nicht so schlau, oder? Natürlich hat man – besonders aus Chefsicht – erst einmal das Bedürfnis, die mobbende Person gehörig in die Schranken zu weisen oder auch persönlich anzugreifen. Doch Stop, durchatmen. Wer zurückpfeffert, schadet nicht nur dem Arbeitsklima, sondern gießt zusätzlich Öl ins Feuer.

Ignorieren – Ignoranz ist keine Lösung. Sicherlich erscheint es verlockend, sich in seinem Büro zu verschanzen und die Krise auszusitzen, allerdings wird das keine Abhilfe schaffen. Der/die Mitarbeiter*in mobbt vermutlich nicht grundlos und stilles Aussitzen führt zu keiner Lösung. Im Gegenteil: Der Mobber wird nur darin bestätigt, dass das Opfer alles über sich ergehen lässt.

Flüchten – Kommentarlos mit der Kündigung zu drohen oder sich gar versetzen zu lassen, bekräftigt nicht nur die mobbende Person in der Einstellung, sondern kann auch dafür sorgen, dass andere Mitarbeiter*innen auf den Zug aufspringen. Probleme kann man nicht gänzlich vermeiden und vor ihnen davonlaufen sowieso nicht.

Dos

Real Talk – Jetzt mal ehrlich. In einem Gespräch unter vier Augen lässt sich so einiges aus der Welt schaffen. Darum: Bevor man voreilige Schlüsse zieht, lieber den Mitarbeiter ins Büro holen und sachlich das Staffing ansprechen. Immer zuerst den Dialog suchen. Frag also ganz direkt: Was stört dich? Was könnte man ändern? Viele Mobber rechnen nicht damit, dass ihnen wirklich zugehört wird oder ihre Kritikpunkte Anklang finden.

Unterstützung suchen – Du bist zwar Vorgesetzte*r, allerdings steht noch jemand über dir? Gut so. Wenn das Verhältnis zwischen euch auf einer guten Ebene basiert, kann man dort um Hilfe bitten. Natürlich geht das aber auch mit Freunden, Partner oder Familie. Hauptsache man kann seinen Kummer freien Lauf lassen und sich Rückmeldung holen.

Beweise sammeln – Mobbing per E-Mail, Sticheleien im Alltag? Am besten alles mit Datum und Uhrzeit notieren. Denn falls es nach einem ernsten Gespräch nicht besser wird, hat man zumindest Beweise, die das Staffing bezeugen. Das ist wichtig, wenn man sich an den Betriebsrat oder nächsten Vorgesetzten wenden möchte.


Kati Dirscherl

Kati studiert einen Mix aus Wirtschaft und Kommunikation und wusste eigentlich schon immer, dass es sie in die Journalismusrichtung treibt. Wenn sie sich nicht gerade im Schreibflow befindet oder als Meme-Meister fungiert, verbringt sie ihre Freizeit gern mit langen Spaziergängen, philosophischen Themen und absurden Dokumentationen über alle möglichen Kuriositäten dieser Welt.

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