Wie das Fahrrad unseren Arbeitsalltag verbessert

Jeden Morgen das gleiche Spiel: Wir setzen uns in Bus, Bahn oder unser Auto, um den alltäglichen Arbeitsweg zu bestreiten. Dabei kommen die wenigsten auf die Idee, statt Öffis oder ihr Auto zu nutzen, morgens einfach auf das Fahrrad zu steigen und mit eigener Muskelkraft in die Arbeit zu fahren.

Klar, das Wetter ist nicht immer optimal, außerdem ist es nicht besonders angenehm, vollgeschwitzt auf der Arbeit anzukommen. Aber: Wer im Hochsommer in den Feierabendverkehr in U-Bahnen kommt, der weiß, dass auch die öffentlichen Verkehrsmittel nicht vor dem Schwitzen schützen. Beim Fahrradfahren kannst du dir immerhin sicher sein, dass der Schweiß am Shirt auch wirklich von dir selbst kommt.

Doch warum solltest du diese Qual auf dich nehmen und morgens – zumindest hin und wieder – mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren?

#1 Sport und das gute Gewissen

Wenn du morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst, dann kannst du mit ruhigem Gewissen deine Sporteinheit für den Tag abhaken. Vorausgesetzt, deine Fahrzeit zur Arbeit liegt irgendwo über 20 Minuten. Alles davor ist schließlich nur das Warm-up. Du kannst aber nicht nur direkt mit einem guten Gewissen in den Arbeitstag starten, sondern auch deine restlichen Cardio-Einheiten für den Tag gleich von deiner Agenda streichen und sparst dir somit wertvolle Zeit. Außerdem kannst du mittags in der Kantine zuschlagen und deinen Kollegen währenddessen erzählen, dass du dir das jetzt leisten kannst. Immerhin fährst du ja jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit.

#2 Fridays for Future

Weil auch nach Wochen immer noch kein Ende der „Fridays for Future“-Demos in Sicht ist und du jeden Freitag daran erinnert wirst, wie beschissen dein ökologischer Fußabdruck ist, wenn du jeden Tag mit deinem Dieselauto zur Arbeit fährst.

Wenn du ab sofort aber mit dem Fahrrad statt dem Auto zur Arbeit fährst, kannst du jeden Freitag selbstgefällig an den ganzen Öko-Teenies vorbeifahren, mit dem Gewissen schon genug für die Umwelt getan zu haben. Dann steht auch dem nächsten Asien-Urlaub mit dem Flugzeug nichts mehr im Wege – not.

 

#3 Öffis und Autos kosten Nerven

Wer in einer größeren Stadt wohnt oder arbeitet, kann bezeugen, dass morgens mit dem Auto zur Arbeit zu fahren mehr Nerven kostet, als alle sieben „Saw“-Teile hintereinander zu gucken. Du stehst länger im Stau und auf verstopften Kreuzungen, als du eigentlich für die gesamte Strecke brauchen würdest. Und selbst wenn du am Arbeitsplatz angekommen bist, heißt das noch lange nicht, dass genügend Parkplätze für alle Mitarbeiter*innen zur Verfügung stehen.

Auch Öffis am Morgen vertreiben keineswegs Kummer und Sorgen. Wenn du nicht gerade bei der aller ersten Station einsteigen musst, dann ist die Wahrscheinlichkeit, einen Sitzplatz in der vollgestopften Bahn zu ergattern, ungefähr so hoch wie der Meeresspiegel – gleich null. Du kannst noch von Glück reden, wenn du dich auf deinem Stehplatz morgens um die eigene Achse drehen kannst, ohne eine ganze Großfamilie mit deiner Tasche umzustoßen.

Wieso geben wir uns also jeden Morgen diesen Stress, wenn wir auch ganz für uns allein, ohne irgendeinen Stau zur Arbeit fahren können? Und dazu auch noch frische Luft atmen können und uns nicht gemeinsam mit 100 anderen Menschen den Sauerstoff in einem Bahnabteil teilen müssen.

#4 Desto mehr Fahrradfahrer, desto weniger Autofahrer

Wenn wir alle häufiger auf unser Fahrrad steigen würden, dann gäbe es – logischerweise – weniger Autofahrer. Und das würde bedeuten, es gäbe auch weniger Konfliktpotenzial zwischen Fahrrad- und Autofahrern. Wer täglich mit dem Auto zur Arbeit fährt, der weiß, wie anstrengend Fahrradfahrer sein können. Die denken immer, sie wären unsterblich, und sehen sich immer im Recht. Und wer täglich mit dem Fahrrad fährt, der weiß, wie anstrengend Autofahrer sein können. Die Egoisten denken nur an sich und überholen jedes Mal so knapp, dass man fast vom Rad fällt.

Wieso also nicht einfach das ganze Problem beheben, indem wir alle Rad fahren. Und wer jetzt vorschlägt, es sollen doch bitte alle auf das Auto umsteigen, dem lege ich nahe, Punkt eins, zwei und drei noch einmal durchzulesen.

Damit in Zukunft mehr Leute mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, sollten aber nicht nur einzelne Mitarbeiter Initiative zeigen, sondern auch gesamte Unternehmen die eigenen Mitarbeiter fördern, vermehrt mit dem Fahrrad zu fahren. Zum Beispiel durch das Angebot von Duschen, um so – im Falle von weiten Arbeitswegen – die Schweißproblematik zu umgehen. Außerdem können vor allem Unternehmen in Städten Vergünstigungen für Leihfahrräder anbieten, um einen Anreiz für Mitarbeiter zu schaffen. Wichtig ist, im Unternehmen zu kommunizieren, dass das Fahrrad durchaus eine sehr gute Alternative zu herkömmlichen Fortbewegungsmitteln sein kann.

Das kann auch durch Positivbeispiele geschehen. Wenn du als Führungskraft in einem Unternehmen tätig bist, erzähle deinen Mitarbeitern, dass du ab sofort mit dem Rad zur Arbeit fährst. Macht eine Wette daraus: Wer als Erster wieder mit Bahn oder Auto zur Arbeit kommt, zahlt den nächsten Kasten Bier bei der Abteilungsfeier.


Michael Gnahm

Michael studiert Marketingkommunikation, weil er es mit klassischen Studiengängen wie Wirtschaftswissenschaften einfach nicht so hat. In den Journalismus ist er zufällig reingestolpert und mittlerweile voll in Love. In seiner Freizeit hört er gerne musikalische Kunstwerke aus dem Bereich des deutschen Sprechgesangs. Also komm ins Café, wir müssen reden!

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