Twin.TV: “Das, was wir jetzt haben, ist eigentlich unser Traum“

Benni und Dennis sind Zwillingsbrüder und betreiben gemeinsam den YouTube-Kanal „World Wide Wohnzimmer“. Statt Schminktipps oder Minecraft Let’s Plays findet sich dort wöchentlich eine neue Folge ihrer YouTube-Late-Night-Show mit prominenten Gästen. Im Interview erzählen die beiden, wie sie es geschafft haben, mit YouTube selbständig zu werden und was das Content-Netzwerk „Funk“ von ARD und ZDF damit zu tun hat.

Wie seid ihr dazu gekommen, Videos zu drehen und diese auf YouTube hochzuladen? War das eher ein Hobby, oder wolltet ihr schon damals beruflich in die Richtung gehen?

Dennis: Das war die Zeit, in der YouTube für uns als Jugendliche das Hauptmedium war.  Man hat sich sowas wie Sami Slimani, Y-Titty und die ganzen Musikparodien angesehen. Aber ich persönlich – ist schon ein bisschen länger her – hatte nie das Bedürfnis selber etwas hochzuladen.

Benni: Und dann kam ich. Ich habe das ein bisschen mehr verfolgt als Dennis und habe gesehen, dass es Leute gibt, die ihren eigenen Stuff machen. Und dann wollten wir auch so eine Sendung haben. Und das, was wir jetzt haben – das klingt zwar krass – aber das ist eigentlich unser Traum.

(Credits: Felix Goergens)

Und wie seid ihr dann gestartet?

Benni: Ich hatte uns einfach eine Kamera bestellt. So eine kleine, für 60 Euro. Als die Kamera dann ankam, habe ich die auf die Fensterbank gestellt und wir haben unser erstes Video gedreht. Vorher habe ich noch so ganz peinliche Trailer hochgeladen. Im ersten richtigen Video haben wir uns dann einfach vorgestellt.

Was habt ihr denn vor YouTube gemacht?

Benni: Ich habe eine Ausbildung in einer Werbeagentur gemacht. Dennis hat eine in einer anderen Werbeagentur gemacht. Damals hatten wir unseren Kanal bei Endemol Beyond, der Tochterfirma von Endemol, gehostet. Die hatten uns dann ein Angebot gemacht, dass wir rüberkommen und dort die Konzepte für die Kunden kreieren. Und dann haben wir beide dort gearbeitet. Ich als Art Director, Dennis als Konzeptioner.

Dennis: Da hatten wir auch voll Bock drauf. Denn so waren wir einerseits angestellt bei Endemol und hatten aber auch immer einen Tag in der Woche Zeit für unsere Videos.

Okay, dann wart ihr auch vor Funk so ein bisschen selbstständig.

Dennis: Wir haben unser Geld schon bei Endemol verdient, aber unser Studio war nebenan, Das heißt, wir konnten auch immer zwischendurch drehen. 2016 hatte das Endemol Beyond Netzwerk dann dicht gemacht. Das war der Zeitpunkt, an dem wir uns selbständig gemacht hatten und unser eigenes Studio, eigenhändig im Büroraum eines befreundeten Produzenten, gebaut haben. Im September folgte dann die Zusammenarbeit mit funk.

Ihr seid ja Zwillingsbrüder und seht euch fast jeden Tag. Wie trennt ihr Business und Privates?

Benni: Einerseits finden wir, dass es ein enormer Vorteil ist, Brüder zu sein. Wäre man nur befreundet, dann wäre die Chance da, dass man sich zofft und das Geschäftliche schnell ein Ende nimmt. Wir sind aber Familie, daher ist die Chance gering, dass wir uns mal trennen werden.

Zumal wir uns super ergänzen. Ich bin eher der Bauchmensch, Dennis ist eher der Kopfmensch. Das heißt, jeder hat seine Skills und gemeinsam funktionieren wir perfekt.

Dennis: Dazu kommt, dass es unser gemeinsamer Traum war. Also es wurde nicht einer ins Boot geholt, sondern alles was wir uns aufgebaut haben, haben wir uns zusammen aufgebaut. Von Anfang an. Es gibt keinen, der mehr gemacht hat als der andere, sondern es hat sich immer alles ergänzt. Daher besteht hier keine Gefahr, dass wir damit aufhören.


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