Linkedin-Studie: LGBTQ-Mitglieder outen sich am Arbeitsplatz

Diversität fördern – das schreiben sich viele Unternehmen auf die Flagge. Doch wie sieht die Umsetzung in den Firmen aus? In einer Studie hat Linkedin in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov die Situation am Arbeitsplatz von Mitgliedern der LGBTQ-Community untersucht. Befragt wurden 1032 Arbeitnehmer zu Themen wie Outing am Arbeitsplatz, Förderung von Diversity und Diskriminierung im Büro.

Die Ergebnisse zeigen: Die Arbeitgeber kommen ziemlich positiv weg. 85 Prozent gaben an, dass sich im Unternehmen um vielfältige Teams bemüht wird, in denen jede*r so sein kann, wie Mensch ist. Auch auf eine Arbeitsumgebung mit Wohlfühlfaktor werde viel Wert gelegt. Darüber hinaus geht mehr als die Hälfte der Befragten offen mit ihrer Sexualität und Geschlechteridentität am Arbeitsplatz um. Dennoch herrscht weiterhin bei Einigen die Befürchtung, nach einem Coming-Out nur noch darauf reduziert und vom Team plötzlich anders behandelt zu werden.

Bewertung aufgrund von Sex und Gender

Auch Diskriminierung bleibt ein großes Problem. So gaben 23 Prozent an, dass sie schon mal wegen ihrer Sexualität oder Identität benachteiligt worden sind. Auch Witze und sexualisierte Kommentare, Ausgrenzung, Mobbing und Beleidigungen haben die Befragten der Studie erlebt. Für zwölf Prozent waren solche Erfahrungen ein Kündigungsgrund.

Es bleibt also weiterhin viel Handlungsbedarf für Unternehmen. Für den Anfang sollten Firmen Antidiskriminierungsrichtlinien im Verhaltenskodex festlegen und im Fall auch tatsächlich entsprechende Konsequenzen ziehen. Denn nur 27 Prozent der Befragten gab an, dass das Bestandteil der Unternehmenskultur sei. Und natürlich sollten Leute eingestellt werden, die – zugespitzt ausgedrückt – nicht nur alt, weiß und männlich sind und Thomas heißen.

„Als Arbeitgeber, Vorgesetzte und Kollegen können wir dazu beitragen, die Situation weiter zu verbessern. Weil die LGBTQ-Community bei der Jobsuche gezielt auf ein offenes Umfeld achten, besteht in Zeiten des Fachkräftemangels insbesondere für Unternehmen nicht nur ein moralischer, sondern auch ein ökonomischer Imperativ, sich für Inklusion und Diversität einzusetzen“, sagt Barbara Wittmann, Senior Director Talent Solutions und Mitglied der Geschäftsführung bei LinkedIn DACH

*Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass es sich hierbei um eine Studie von vielen handelt und andere Untersuchungen auch zu anderen Ergebnissen kommen. 


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