Unternehmen nutzen KI, um Bewerber*innen auszusortieren

Immer mehr Unternehmen setzen die künstliche Intelligenz der US-Softwarefirma Hirevue im Bewerbungsprozess ein. Einem Bericht der britischen Tageszeitung „The Daily Telegraph“ zufolge soll beispielsweise auch Unilever die KI in Video-Interviews nutzen, um die Ausdrucksweise, den Tonfall und die Mimik der Bewerber*innen zu analysieren und zu bewerten.

Den Bewerber*innen werden dafür identische Fragen gestellt. Ihre Antworten und ihr Verhalten vergleicht die KI mit den Daten aus früheren Interviews, bei denen sich die Bewerber*innen später als gute Mitarbeiter herausstellten.

Das alte KI-Problem

Der Vorteil der Hirevue entwickelten Technik: Die Unternehmen können aus einer Vielzahl von Bewerber*innen eine Vorauswahl für ein persönliches Gespräch treffen, ohne dass dies sonderlich viel Aufwand bedeutet. Leute, die sich etwa um eine Sales-Stelle bemühen, jedoch zu schnell oder zu langsam im Interview sprechen, haben schlechtere Chancen. Angehende Mediziner*innen werden bevorzugt, wenn sie vieles fachlich formulieren.

Der Nachteil: Die KI kann voreingenommen sein und Bewerber*innen deswegen von vornerein ausschließen.

Die Kolleg*innen von Futurezone zitieren eine Expertin der Mensch-Maschine-Interaktion von der London’s Global University: „Die Software wird Personen bevorzugen, die gut sind bei Interviews, bei Video-Aufnahmen generell. Außerdem hat jedes Datenset Vorurteile. Und das bedeutet, dass Menschen und Kandidaten aussortiert werden, die trotzdem gut geeignet und talentiert sind.“

Laut Angaben von Hirevue wurden weltweit bereits über zehn Millionen Interviews von der KI analysiert.


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