CGI-Influencerin erzählt von sexuellem Übergriff und erntet harte Kritik

Seit 2016 ist sie auf Instagram unterwegs: die computergenerierte Figur Lil Miquela. Sie ist zwar kein echter Mensch, präsentiert in der virtuellen Welt aber genau das Gleiche wie menschliche Influencer*innen auf Instagram: hippe Produkte, die coolsten Events, die neuesten Modetrends oder ihre veröffentlichten Songs. Geschaffen wurde der Avatar vom kalifornischen Technologie-Startup Brud und unterhält derzeit beachtliche 1,8 Millionen Follower.

Nun hat sie vor einigen Tagen einen Vlog auf Twitter und Youtube hochgeladen, indem sie darüber redet, wie sie beim Carsharing von einem Mann sexuell belästigt und angefasst wurde. 

Lil Miquela erntete damit sehr viel Kritik und Wut. Insbesondere von Frauen, die tatsächlich so einen sexuellen Übergriff erfahren mussten. Dass eine fiktive Figur über echte Umstände redet, mit der tagtäglich Frauen konfrontiert werden, gefiel vielen Leuten gar nicht. Die Macher*innen nahmen keine Stellung zu dem Vlog – sie entfernten ihn lediglich aus Lil Miquelas Kanälen. Auf Twitter ist ein Reupload des Videos mit über zwei Millionen Klicks in Umlauf.

Sogar die R&B-Sängerin Kehlani äußerte sich empört zu dem Fake-Übergriff und twitterte, wie ignorant und verletzend die erfundene Story denn sei.

Mit Fake-Influencern zu echtem Geld

Das Phänomen des CGI-Influencertums wurde mit Lil Miquela erstmals 2016 ins Leben gerufen. Seitdem startete sie voll durch. Allein im letzten Jahr hat sie den Macher*innen mehrere Millionen Dollar durch Werbedeals einbringen können. Luxusmarken und Fashion-Unternehmen kooperieren mit ihr wie mit „echten“ Influencer*innen. Kein Wunder also, dass ihr Profil eine Mischung aus Privatleben und Markenwerbung ist.

 

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Shout out to Miami for the tan (and the guava pastries at Puerto Sagua for the ?)

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Später bekam Lil Miquela auch noch zwei CGI-Buddies: Bermuda (junge Frau, aber blond) und Blawko (junger Mann mit Face-Tattoos). Beide kommen zwar nicht an Lil Miquelas Erfolg ran – sie alle zeigen uns Menschen aber, was für unendliche und bizarre Möglichkeiten das Internet doch bieten kann.

 


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