Warum das „Baby Yoda“-Meme das beste Marketing-Tool für Disney+ wurde

Was geht im Internet immer? Tierbabys. Kein Wunder also, dass „Baby Yoda“ es sich gerade in sämtlichen Feeds gemütlich macht. Die Figur aus der „Star Wars“-Serie „The Mandalorian“ ist eine Babyversion von Meister Yoda, dem Kultjedi mit den berühmten Satzbau-Verirrungen. Mit riesigen Kulleraugen und hängenden Gremlinohren sorgt Baby Yoda mit jeder neuen Folge der – wöchentlich auf Disney+ erscheinenden – Serie für eine Flut neuer Memes. Und damit kostenloser Werbung für den jungen Streamingdienst.

Bei den Konkurrent*innen von Netflix weiß man längst um die Macht von viralen Phänomen. Wir erinnern an die „Bird Box Challenge“, die im Januar 2019 dafür sorgte, dass sich wirklich jeder den hauseigenen Horrorfilm mit Sandra Bullock anschaute. Denn was machten die Social-Media-Manager*innen von Netflix? Sie warnten öffentlich vor der Challenge und generierten damit natürlich noch viel mehr Aufmerksamkeit. Niemals zuvor hatten so viele Menschen innerhalb einer Woche einen Film angeschaut.

Baby Yoda GIF - Find & Share on GIPHY

Beim Serienepos „Game of Thrones“ von HBO waren mit jeder neuen Staffel mehr Zuschauer*innen dabei. Während die letzte Staffel Anfang 2019 lief, überschwemmten Memes die sozialen Medien und Newsportale zur jeweils aktuellen Folge. Wenn sich selbst Nicht-GoTler*innen durch zahllose Bilder deiner Serie scrollen müssen, weißt du, dass du was verdammt richtig machst.

Genauso ist es jetzt mit „Baby Yoda“. Umso verwirrender, dass Mitte November auf der GIF-Suchmaschine Giphy Bilder des Außerirdischen kurzzeitig verboten waren und gelöscht wurden. Hatte sich Disney vor lauter Copyright-Blindheit die linke Hand abgesäbelt? Giphy selbst entschuldigte sich schnell bei dem Konzern für die Löschung, man sei unsicher wegen den Urheber*innen-Bestimmungen gewesen. Diese Übervorsicht ist für den Umgang mit Disney bezeichnend, wurde mit dem „Micky-Maus-Schutzgesetz“ doch sogar ein Urheberschutzgesetz nach ihnen benannt.

Da ihr Streamingdienst nur in den USA, Kanada, Niederlanden, Neuseeland und Australien abrufbar ist, wir uns weltweit aber ein Internet teilen, hat Disney mit einem Problem zu kämpfen: illegalen Streams. Prognosen sagen voraus, dass „The Mandalorian“ Rekordzahlen im Piraterie-Sektor knacken könnte. Trotzdem: Nach aktuellen Zahlen ist die Star-Wars-Serie mit mehr als 100 Millionen Zugriffen die am meist gestreamte TV-Serie und hat damit sogar Netflix‘ „Stranger Things“ und HBOs „Game of Thrones“ eingeholt.

Die Macht ist eben mit „Baby Yoda“.

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