„Essen gehen ist das neue Feiern“ – Mit Taste Tours sollen Restaurant-Besuche wieder spannend werden

Egal, wie groß die Stadt und wie unzählig die Möglichkeiten: Am Ende landet man mit seinen Freund*innen doch wieder in den altbekannten Bars. Da sind die Polster so schön eingesessen. Gleiches gilt für Restaurants. Warum Risiko eingehen, wenn man doch wieder die 74 nimmt, ist ja schließlich Sonntag. Genau diese Routinen will ein Hamburger Startup aufbrechen. Taste Tours bietet eine vierstündige Foodtour durch die spannendsten Restaurants und Bars der Stadt an – kompakt zu siebt im Kleinbus.

Gegründet wurde das Startup 2018 von Malte Steiert, Patrick Kosmala und Steffen Körtje. Anfangs cruiste man die Foodsafari-Teilnehmer*innen nur durch Hamburg, mittlerweile gibt es Taste Tours auch in München, Köln, Berlin und Frankfurt. Eine Expansion in andere Länder ist bereits geplant.

Kein Wunder, dass M-Venture, die Beteiligungsgesellschaft von Jägermeister, in das Startup investiert. Immerhin ist deren Ziel, jungen Erwachsenen „die besten Nächte ihres Lebens“ zu bereiten. Für so eine Nacht können leckeres Essen und gute Drinks essentielle Zutaten sein.

Wir haben mit Taste-Tours-Mitgründer Patrick Kosmala gesprochen, uns das Konzept erklären lassen und natürlich haben wir auch nachgefragt, woran man schnell eine gute Bar erkennt und wie man Barfrauen und -männer auf sich aufmerksam macht.

Die Gründer von Taste Tours: Steffen Körtje, Patrick Kosmala und Malte Steiert (von links nach rechts)

Was hat sich am Ausgehverhalten junger Erwachsener verändert?

Essen gehen ist das neue Feiern. Junge Leute sind heute viel offener für Neues, gehen früher reisen, lernen fremde Kultur kennen und lieben es deshalb auch, neue Gerichte zu entdecken. Sie haben ein Bewusstsein für gutes Essen entwickelt, achten auf Bio-Qualität und Nachhaltigkeit und geben dafür auch gerne mehr aus.

Ist euer Konzept jedoch nicht ein Stück weit zu preislastig für die Zielgruppe?

Wir haben viele Berufseinsteiger*innen, die sich gerne etwas gönnen. Häufig erleben wir auch, dass junge Erwachsene ihren Eltern eine Taste Tour schenken, wir haben also eine sehr gemischte Zielgruppe. Darüber hinaus entwickeln wir gerade eine Kompakt-Tour, die ab März starten und etwas günstiger sein soll, um noch mehr Menschen anzusprechen.

Inwiefern würde sich ein Ausgehabend mit Taste Tours von einem normalen unterscheiden?

Während man häufig in seine immer gleichen Lieblingsläden geht, erlebt man bei einer Taste Tours einen Abend voller Überraschungen. Man weiß vorher nicht, wo es hingeht, lernt neue Restaurants kennen, erfährt die Geschichten hinter ihnen und erlebt eine Art „Urlaub in der eigenen Stadt“. Deshalb richten wir uns vor allem auch an Locals, die ihre Heimat mal aus einer anderen Perspektive sehen wollen.

Was passiert, wenn die Teilnehmer*innen am Ende der Tour doch nicht zufrieden sind?

Wir freuen uns immer über Feedback und nehmen positive und negative Kritik sehr ernst. Sollte jemand mal nicht zufrieden sein, prüfen wir den Fall und überlegen uns, wie wir dem Gast noch eine Freude machen können.  Außerdem tauschen wir uns immer mit unseren Guides und Gastronom*innen aus und sorgen in regelmäßigen Schulungen dafür, dass die Qualität hoch bleibt – denn das ist unser Aushängeschild.

Woran erkennt man nach wenigen Minuten eine gute Bar?

Natürlich an den Drinks! Wenn hinter der Bar gleich mehrere Marken einer Spirituose stehen und es auch Bier vom Fass gibt, ist das schon mal ein sehr gutes Zeichnen. Außerdem sollte das Interieur stimmen: dunkles Design, viel Stoff, indirektes Licht und ein langer Tresen.

Wie macht man Barfrauen und -männer auf sich aufmerksam, ohne sie zu nerven?

Am Allerwichtigsten: höflich bleiben! Zum Beispiel Blickkontakt aufnehmen, unaufdringlich die Hand heben oder schon mal das Geld bereithalten.

Welches alkoholische Getränk sollte ich mir bestellen, um möglichst einen stilvollen Eindruck zu machen, wenn ich eigentlich keine Ahnung davon habe?

Neben den Klassikern Whisky Sour, Gin Basil Smash oder Aperol Spritz empfehlen wir auf jeden Fall Naturwein! Das ist noch ein ganz junger Trend, mit dem wir bei Taste Tours auch schon viele Gäste begeistern konnten. Eine besonders gute Auswahl gibt’s zum Beispiel bei La Cave in Hamburg und 8greenbottles in Berlin.

Gibt es schon Pläne, die Tours auch außerhalb Deutschlands zu organisieren, beispielsweise in europäischen Großstädten?

Oh ja! Wir planen bereits die Expansion in andere europäische Großstädte wie z.B. Amsterdam, Wien und London. Mehr können wir gerade noch nicht verraten, freuen uns aber schon auf alles, was 2020 kommt!

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